gaukeln,
geukeln,
md. vereinzelt mit Umlaut,
V.
1.
›Possen, Narrenpossen, falsches Spiel, Unwesen treiben‹.

Belegblock:

Luther, WA
32, 154, 34
(
1530
):
Man muß dem Tewffel das schwert nhemen und nicht lassen gauckeln.
Froning, Alsf. Passionssp.
1717
(
ohess.
,
1501 ff.
):
want alles, das hie begynnet zu thun, | das brenget hie mit geuckeln zu.
Bolte, Pauli. Schimpf u. Ernst
1, 31
(
Straßb.
1522
):
Es was einer, der wolt gaucklen und uff dem Seil gon.
Gilman, Agricola. Sprichw.
2, 243, 26
([
Augsb.
]
1548
):
Der underm huͦte gaugkeln kan | Der treüget manich Weyb und Man.
Jörg, Salat. Reformationschr.
112, 2
(
halem.
,
1534
/
5
):
mit jnen zuͦ züchen beredtend / mit wunderzeichen / so sy aber nit anders taatend / dann mit gschwindickeytt / wie man gougglett uß dem sack.
Niewöhner, Teichner
428, 8
(
moobd.
,
1360
/
70
):
den geleich ich sa | besunderleich zu einem man | der verslahen und gaukeln chan.
Bremer, Voc. opt.
266
;
Voc. Teut.-Lat. k iijr;
Voc. inc. teut. h iijr;
Schöpper
7b
;
Serranus
76r
;
Hulsius
205
;
Schmid, R. Cysat
6, 36
;
Dietz, Wb. Luther
2, 14
;
Martin/Lienhart
1, 205
;
Schmidt, Hist. Wb. Elsaß
119
;
Schwäb. Wb.
3, 101
;
Schweiz. Id.
2, 170
.
2.
›trügerisch mit Worten spielen, Blendwerk treiben‹.
Syntagmen:
mit etw. g
.

Belegblock:

Luther, WA
21, 374, 39
(
1544
):
Wie reimet sich denn, das sie geuckeln, das es erst nach den Aposteln am ende der Welt sol gesagt [...] werden, was man in der Christenheit wissen, gleuben und thun sol?
Ebd.
30, 3, 212, 1
(
1530
):
Denn man spricht nicht ,Ich werde dich haben‘ wie sie gaugkeln mit dem ,Accipiam te‘.
Ebd.
30, 3, 374, 5
(
1531
):
Was hilfft doch solch gaückeln vnd alfentzen mit so schendlichen lugen?
3.
›jn. (mit etw.) narren‹.

Belegblock:

Luther, WA
22, 86
(
1544
):
Darumb ists nichts, das unsere Antinomer aus diesem Exempel geuckeln, man solle nicht durch das Gesetz, sondern durch das Euangelium [...] die Busse predigen und treiben.
Sachs
17, 43, 38
(
Nürnb.
1553
):
Es hat mich wol gaucklet der teuffel | Mit dem lausing pfaffen.
Ebd.
17, 256, 17
(
Nürnb.
1562
):
Sackpfeiffen ist mein saitenspil, | Ich sprich und gauckel, was man wil.