gasthaus,
das
;
–/-er
+ Uml. des Grundwortes.
1.
›Haus für Gäste, Herberge; Speise-, Wirtshaus‹;
vgl.  124.

Belegblock:

Toeppen, Ständetage Preußen
1, 54, 22
(
preuß.
,
1388
):
Wy ouch der kouf des habern ist uf dem markete, der daz gasthus ufheldet, sal nemen vier phennige.
Mylius
F 3v
(
Görlitz
1577
):
Hospitium Gasthauß / Frẽbderherberge.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel (
Straßb.
1466
):
wann ir was nit ein stat in dem gasthaus.
do wir sy hetten gekaufte vnd waren kummen zuͦ dem gasthause.
Nyberg, Birgittenkl.
2, 229, 7
(
schwäb.
,
um 1522
):
Bald darnach feng sy an zuͦ pauen daz gasthaus, darinen die kornboͤden send.
Bihlmeyer, Seuse (
alem.
,
14. Jh.
):
du muͦst [...] dinen ungesamneten muͦt wider samnen, daz din herz nit sie als ein gemein gasthus, als ein offen winhus.
Sexauer, Schrr. in Kart.
243, 28
(
Basel
,
um 1510
):
In dem obern gasthus ist man nieman dann erlich vnd wirdig gast empfahen.
Bastian u. a., Regensb. UB
42, 27
(
oobd.
,
1345
/
54
):
di schullen auch in zehant nach irer monung laisten auzerthalben irer hauser in erlichen gastheusern.
Hör, Urk. St. Veit
75, 35
(
moobd.
,
1358
):
so habent si vollen gewalt, vns vorgenant selbschol [...] ze monen ze laisten gein Pybch oder gein Neunmarcht, swo si hinwellent, in ein erbarg gasthauz.
Rechn. Kronstadt
1, 196, 17
(
siebenb.
,
1512
):
Am donerstag nach Michaelis, hat Man dem Kezer off dem gasthaw̆ss gelaw̆en flor. 100.
2.
›Klosterherberge, Armenhaus, Spital für Kranke‹;
vgl.  1234.

Belegblock:

Buch Weinsb. (
rib.
,
1567
):
Ire beide sone Henrich und Wilhelm Ross lagen auch am feber krank und war ein half gasthus bei uns.
Chron. Köln (
Köln
1499
):
zo der selber zit dede he ouch machen dat gasthuis in dem preitgercloister gelegen.
Sievers, Oxf. Benedictinerr. (
hess.
,
14. Jh.
):
Daz gasthus sal man bevelen einer suster die got vochte.
Rieder, St. Georg. Pred. (Hs. ˹
önalem.
,
1387
˺):
nu muͦss ain ieklich closter vier ding han, daz wol geordnet ist. Daz erst ist ain gasthus.
Bihlmeyer, Seuse (
alem.
,
14. Jh.
):
do er ob tisch sass in dem gasthus, do missebote im es ein bruͦder mit schalklicher rede.
UB Zug
701, 114
(
halem.
,
1427
):
ob einer zuͦ armuͦt keme, so sol man in in das gasthuß nemen.
Koller, Ref. Siegmunds (Hs. ˹
Basel
,
um 1440
˺):
darzuͦ sint gasthüser geordent, das die münch umbekumbert weren.
UB ob der Enns
10, 356, 30
(
moobd.
,
1386
):
Darnach so haben wir dem abbt und dem convent daselbs den ungelt in irem gasthaws des obgenanten gotshauss gelassen.