garstig,
Adj.
1.
›verdorben, ranzig, ungenießbar‹.
Bedeutungsverwandte:
(Adj.).

Belegblock:

Alberus, Barf.
172, 2
(
Wittenb.
1542
):
Ein Leyhenbruder hies Sensus / der ass ein mal garstig Kraut / das war an der Sonne gestanden.
Ermisch u. a., Haush. Vorw.
189, 27
(
osächs.
,
1570
/
7
):
unten an das stänglein auf das netzlein [...] binde ein pahr geschundene frösche (magst sie in garstiger butter pregeln und mit pfeffer bestrauen).
Schmitt, Ordo rerum
470, 37
;
Hulsius F ijr;
Stieler
1, 608
 f.;
Dietz, Wb. Luther
2, 11
.
2.
›unmoralisch, unrein, sündig, gottlos‹.

Belegblock:

v. d. Broek, Suevus. Spieg.
177v
, 8 (
Leipzig
1588
):
Hie mögen sie mercken / die offt faule / garstige / stinckende / ja schendtliche / Schelmische / Gottlose Hendel vnd Sachen / durch gute Freunde durch zu bringen versuchen.
Ebd.
214r
, 3:
wie die wuͤste / wilde Welt / in vnordentlicher Liebe / stockblind ist / die garstige Wollust des Fleisches die jrdischen Guͤter vnd Reichthumb [...] für das hoͤchste Gut achtet.
Opitz. Poeterey
13, 4
(
Breslau
1624
):
die gemeinschafft etlicher alten / die jhre reine sprache mit garstigen epicurischen schrifften besudelt.
Heidegger. Mythoscopia
19, 22
(
Zürich
1698
):
Nun wil die Gelehrte allerding beduncken / daß selbige herkommen von dem garstigen Abgott Como.
3.
›abstoßend, ekelerregend, ekelhaft, entsetzlich, schrecklich, hässlich‹.

Belegblock:

Peil, Rollenhagen. Froschm.
73, 948
(
Magdeb.
1608
):
Vnd jhr gabt auff die Kunst kein acht. | Sprachet von ewer Suͤnd vnd schandt / | Garstig / vnfletig / vuerschampt.
Trunz, Meyfart. Tub. Nov.
11, 10
(
Coburg
1626
):
wann der Gottlose wird [...] sich selbst angaffen / wie jhm der Teuffel garstige Larven angezogen [...] hat.
Moscherosch. Ges. Phil. v. Sittew.
26, 26
(
Straßb.
1650
):
Aber die heßliche Weiber, nach dem niemand sich ihrer annimmt, noch sich vber ihre garstige Liebe erbarmen will, kommen endlich auß hitziger begierde vnd verzweiffelung so erhungert dürr vnd mager zu vns.