gachen,
gahen,
gähen,
V.;
zu
mhd.
gâhen
›eilen‹
(Lexer
1, 725
).
1.
›eilen, hasten, laufen, rennen‹.

Belegblock:

Schützeichel, Mrhein. Passionssp.
46
(
mrhein.
,
um 1335
):
Daz raden ich, daz ir nuͦ gahent | vnd beszernt vwer leben, | wollent ir zuͦ gode streben.
Fischer, Brun v. Schoneb.
1404
(
md.
, Hs.
um 1400
):
dar zu der seben planeten gahen, | di den hemel undir vahen.
Gille u. a., M. Beheim
453, 169
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
Sie gachten all und fluchen ser | und huben sich hin auff daz mer.
Michels, Murner. Badenf.
13, 27
(
Straßb.
1514
):
Das zuͦ thuͦn / vnd dis zuͦ lossen | Der gähen duͦt / vnd haldet mosen.
Sappler, H. Kaufringer
3, 582
(
schwäb.
, Hs.
1464
):
ich begund da vil sere gachen. | wann es ferr über veld was.
Haltaus, Liederb. Hätzlerin
1, 38, 19
(
schwäb.
,
1471
):
Also streb ich allzeitt nach ir mit gachen.
Päpke, Marienl. Wernher
532, 1
(
halem.
,
v. 1382
):
tiere wilde, | Dú zuͦ im ilten gachent, | Wa si den zarten sachent.
Koppitz, Trojanerkr.
17365
(Hs. ˹
noschweiz.
,
15. Jh.
˺):
Der fürste gachen began, | Sinnen lib wunne san | Verwappnett er harttekliche.
Adomatis u. a., J. Murer. Bab.
1660
(
Zürich
1560
):
Herr küng man darff vil wyser list | hierinn nit guͦt zuͦ gahen ist.
Kummer, Erlauer Sp.
3, 401
(
m/soobd.
,
1400
/
40
):
ir suͤlt gahen | und solt sei [fraun] schoͤn enphahen.
Bächtold, H. Salat
95, 177
(o. O.
1531
):
Sobald sie dann umbher sahen, | Fiengend sie in zorn an gahen.
Schmitt, Ordo rerum
618, 17
;
Schöpper
39b
;
Baumann-Zwirner, Augsb. Volksb.
1991, 232
;
Wiessner, Wortsch. Wittenw. Ring.
1970, 61
;
Dalby, Lex. Mhg Hunt.
1965, 54
;
Weber, Oswald.
1847, 328
;
Schmidt, Hist. Wb. Elsaß
117
;
Schwäb. Wb.
3, 20
;
Schweiz. Id.
2, 101
.
2.
mit Angabe des Ziels: ›auf jn. / etw. zueilen‹.

Belegblock:

Pfeiffer, Nic. Jerosch. Chron.
153
(
preuß.
,
um 1330
/
40
):
nâch den vîendin si gâchtin.
Hübner, Buch Daniel
1932
(
omd.
, Hs.
14.
/
A. 15. Jh.
):
Um daz sint sie versmahet, | Niemant vil zu en gahet | under magen.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel
3, 160, 15
(
Straßb.
1466
):
die andern sún jacobs die gachten auff die erschlagen.
Karnein, Salm. u. Morolf
774, 4
(
srhfrk.
, Hs.
um 1470
):
also gaheten sie an die kiele.
Fichtner, Füetrer. Trojanerkr.
43, 4
(
moobd.
,
1473
/
8
):
Vil manger ritter gacht‘ zue hertem streit.
Ebd.
68, 1
:
Des enndes sy hin gachte, | do sy Schyonen fandt.
Weber, Füetrer. Poyt.
147, 1
(
moobd.
,
1478
/
84
):
SIch hŭeb ein michel gahen | gen disem künig junngen.
Primisser, Suchenwirt
8, 116
(
oobd.
,
2. H. 14. Jh.
):
Dar nach vor Lo er mandleich vacht, | da her gen her mit hauffen gacht.
3.
›nach etw. streben‹; ütr. zu 1; 2.

Belegblock:

Spanier, Murner. Narrenb.
15, 62
(
Straßb.
1512
):
Die herrschafft nach regieren gacht, | Das der sun syn vatter facht.
Fuchs, Murner. Geuchmat
934
(
Basel
1519
):
vil geuch nach disser gfenckniß gohen. | Wie wol gefengniß ist ein leydt, | Noch acht ers für syn hoͤchste freyd.