gach,
gäch,
ga,
(flektiert meist:)
gahe,
gähe,
die
;
zu
mhd.
gæhe
>Eile, Schnelligkeit, Hast‹ ();
vgl. auch die Wortstrecke .
1.
›Eile, Schnelligkeit, Hast‹.

Belegblock:

Reissenberger, Väterb. (
md.
, Hs.
14. Jh.
):
als er fur die tur quam | Und mit gesihte war nam | An grozer gehe, als im zam, | Do sach er den licham.
Gille u. a., M. Beheim
453, 166
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
Das sy dem anslag welten nach | und in daz veld mit sneller gach | Zw den veinden laffen in tracz.
Baumann, Bauernkr. Rotenb. (
nobd.
,
n. 1525
):
söllten sie ainer gemaind in einer gehe uff und in ir harnisch und wer gepieten, wider die pawrn zu ziehen.
Sachs (
Nürnb.
1545
):
Hab ein still fürsichtigen mut, | Das man mit gech nit in der kürtz | Die sach mit eylen uberstürtz.
Fuchs, Murner. 4 Ketzer
2601
(˹wohl
Straßb.
˺
1509
):
Woͤlt ir das aber nit vermiden | Vnd ye mich für ein herrgott triben / | Vnd eüwren fürsatz volgen nach / | so wil ichs eylents mit der gach | Die kutten lassen vnd den orden.
Niewöhner, Teichner
187, 37
(
moobd.
,
1360
/
70
):
so geschiecht auch offt in einer gaech | daz leicht nymmer mer geschach.
Siegel u. a., Salzb. Taid. (
smoobd.
, Hs.
15. Jh.
):
wann das wër, daz ainer oder aine fur ainen pfleger oder fur seinen richter lüff in ainer gäch und aines verklagt, das sol dhain kraff nicht haben.
Wackernell, Adt. Passionssp. Vsp.
1589
(
tir.
,
1530
/
50
):
Da fragt er unns in der gach; | Von solhen seltzamen sachen, | Das wir daraus nicht kunden machen.
Klein, Oswald
3, 112
(
oobd.
,
1422
?):
si fürten in mit gahen | Caipha, Pilato und darnach | Herode zu als ain schedlichen man.
Vetter, Schw. zu Töß (Hs.
15. Jh.
):
Aber die saͤlig schwester erfraget recht in ainer geche was gebettes der covent hett geton.
2.
›Hektik, Ungestüm, Übereifer; (plötzlicher) Angriff‹.

Belegblock:

Kurrelmeyer, Dt. Bibel (
Straßb.
1466
):
secht alle die herde ging hin mit geche sy besturtzten sich in dem mere.
die amalechiter machten ein geche am dritten tage von dem teyl mittemtage in sicelech.
Spanier, Murner. Narrenb.
85, 85
(
Straßb.
1512
):
Mancher hat vß gaͤhe gethan, | Hett ers noch zuͦ fahen an, | Do geb er vmb wol tusent pfundt.
Chron. Augsb. (
schwäb.
,
1544
/
5
):
ob sie die statt Augspurg in einer gehen erschröcken und gewinen möchten.
V. Anshelm. Berner Chron. (
halem.
,
n. 1529
):
Jm was der Eidgenossen gaͤhe und unbeharlikeit wol bekant.
Bernoulli, Basler Chron. (
alem.
,
1531
):
Dann worlich sich yederman besorgte, solt er mit einer gechy ab gangen sin, moͤcht er grossen schaden thon han.
Klein, Oswald
114, 12
(
oobd.
,
1436
):
Ain knecht und junger, der da floch, | verkundt der frauen, als man redt, | wie man den [Jesus] fürte groblich roch, | [...] mit grosser smäch, ellender gäch.
3.
›Jähzorn, plötzliche Aufwallung‹.

Belegblock:

Gille u. a., M. Beheim
177, 17
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
wann der czorn czwaierlay erscheint. | der ain peschicht mit gehe, | Der ander mit verdachtem mut.
Sachs (
Nürnb.
1563
):
Und wenn der zornig in der gäch | Sich selbert in eim spiegel psech, | So erschreck er ob seiner gstalt.
Bolte, Pauli. Schimpf u. Ernst (
Straßb.
1522
):
Von dem Zorn und von Gehe des Zorns.
Barack, Zim. Chron. (
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
Anno 1072 hat graf Dietrich von Lützelburg auch also in einer gehe seinen brueder, graf Conraden, umbgebracht.
Primisser, Suchenwirt (
oobd.
,
2. H. 14. Jh.
):
Tugent pringt tzucht und er, | Von gêch wirt vil verlorn.
Huet dich vor pluetvergiezen: | Snellew gæch ist nymmer guͦt.
Klein, Oswald
26, 108
(
oobd.
,
1427
):
die baten all mit rechter gier | den fürsten reich [...], | da mit er wër genëdig mir | und tët kain gäch in seinem ersten zoren.
Mollay, Ofner Stadtr.
20, 13
(
ung. inseldt.
,
1. H. 15. Jh.
):
Dy weishait sullen sy auch habenn, das sy mit kainerr yech nyemant icht laidigen oder petrüeben.