gönner,
günner,
der
;
–/-Ø
.
1.
›Freund; Gönner, Wohltäter, höhergestellte Person, die einer gesellschaftlich oder finanziell schlechter gestellten Person ihre Gunst in Form tätiger, d. h. finanzieller und/oder moralischer Unterstützung zukommen läßt‹; speziell auch: ›Anhänger, Parteifreund (dann auch abwertend)‹; ›geneigter Leser‹;
vgl.  12.
Wortbildungen:
gönnerin
.

Belegblock:

Schöpper
10b
(
Dortm.
1550
):
Amicus. Freundt guͤnstiger guͤnner fuͤrderer.
Kurz, Waldis. Esopus
4, 99, 410
(
Frankf.
1557
):
Jch [...] wil mein lebenlang sein Guͤnner | Sein.
Knape, Messerschmidt. Bris.
26, 49
(
Frankf./M.
1559
):
Vor allen dingen aber / gieng jhm herr Jeronimus sein Preceptor / [...] / sampt baurn vnd guten guͤnnern / entgege͂.
Perez, Dietzin
1, 44, 1
(
Frankf.
1626
):
derowegen meine gute freund vnd goͤnner / so bald sie es gleichsam gekostet vnd versucht: [...] anderst nicht gedencken werden / denn [...].
Allg. Schau-Buͤhne
49, 4
(
Frankf.
1699
):
so hatten sie doch unter den neuen hohen Beambten auch unterschiedliche gute Goͤnner / welche ihr Wort redeten.
Gerhard, Hist. alde e
5369
(
omd.
,
um 1340
):
Van Hircani gunnern gut | Pompeius der herre vrut | In Jerusalem da wart | Enphangen.
Chron. Nürnb.
4, 396, 14
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
darumb ist unser meynung, das ir euch an ewern guten frunden und gunnern zu hof in geheym erlernen und erkunnen wollet.
Roder, Hugs Vill. Chron.
4, 5
(
önalem.
,
1497
):
aber was im sunst sin frind und ander guͤtt giner um gotz willen gabend, das mocht man wol liden. Do hatt er gůtt frind und giner, gab im je ainer ain tag der wochen zů essen im turn.
Maaler
197v
(
Zürich
1561
):
Günner (der) Fautor. Günnerin / Die günstig ist. Fautrix.
Chron. Augsb.
1, 40, 1
(
schwäb.
, zu
1374
):
daz
[auf ihn ausgesetzte Kopfgeld]
was im allez ain spott, wann er hett gůt günner in der stat.
Fischer, Eunuchus d. Terenz
198, 7
(
Ulm
1486
):
Allso ist si [Thais] unsers hauß gesinds aller ain günnerin.
Leidinger, A. v. Regensb.
607, 37
(
oobd.
,
um 1430
):
do verkündet er [pabst] herczogen Tassilon in den pan und darzu all sein günnar.
Leidinger, V. Arnpeck
504, 16
(
moobd.
,
v. 1495
):
do warn etlich fürsten und herren, günär des herzogen, der mainung, es möcht kain kaiser kainen fursten entseczen dann in des selben fürstentum.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
264, 18
(
m/soobd.
,
16. Jh.
):
wer sein freunt oder ander sein guet günner auf das aigen und purkrecht vordert [...], der ist verfallen.
Pfeiffer, Nic. Jerosch. Chron.
169
;
Schib, H. Stockar
63, 7
;
Rapp, UB Stuttg.
213, 23
;
Chron. Augsb.
4, 45
Var. 15;
Anderson u. a., Flugschrr.
16, 3, 9
;
Leidinger, a. a. O.
518, 31
;
602, 22
;
Turmair
4, 537, 1
;
Bauer, Imitatio Haller
45, 11
;
Stieler
1, 684
;
Dietz, Wb. Luther
2, 148
;
Schmidt, Hist. Wb. Elsaß
160
;
Schwäb. Wb.
3, 749
.
Vgl. ferner s. v.  1,  2.
2.
›Anklagevertreter in der Blutgerichtsbarkeit‹.
Bedeutungsverwandte:
(
der
3, , .

Belegblock:

Bremer, Voc. opt.
280
(
halem.
,
1328-30
):
gunner [...] Questor [austor] ein gunner [...] samner [...] richter [...] samler [...] bitter [...] ain klagrichter.