erzbube,
der
.
›schlimmer Verbrecher, Gauner, Bösewicht‹; in reformatorischer Polemik zur moralischen und kriminalisierenden Verketzerung des Gegners gebraucht;
zu 2, 3.
Seit der 1. H. des 16. Jhs.
Wortbildungen:
erzbubenstük
(dazu bdv.: ).

Belegblock:

Schade, Sat. u. Pasqu. (o. O.
1521
):
Wir Luciper, [...], erzbub in allen landen, merer der sunden, alles unends und aller buberei.
Luther, WA (
1527
):
Denn es stehet heiligen leuten ubel an, solch ertzbubenstuck und teuffelische tuͤcklin dem nehesten zu beweisen.
Baumann, Bauernkr. Rotenb. (
nobd.
,
n. 1525
):
Doctor Karolstat speyt erst gift aus, [...], den halt ich fur ein erzbuben und erzketzer.
Maaler (
Zürich
1561
):
Ertzbuͦb / Ertzschalck (der) ein traͤffenlicher grosser ertzdieb.
Barack, Zim. Chron. (
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
Zu solchem wurden sie von dem römischen Antichristo und erzbuben Innocentio [...] verursacht.