erung,
die
;
–/-Ø
.
– 1 und 2 obd.
1.
›religiöse Verehrung, Heiligung des Göttlichen, Anbetung Gottes‹; vgl. (V.) 3.

Belegblock:

Gille u. a., M. Beheim
186, 65
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
die erwirdikait, damit man | den pauch lobn und eren pegan | ist poser dann die erung | Und pitung der abgotter tob | als die haiden tund.
Hulsius (
Nürnb.
1596
):
Ehrung / eherbietung / ehrebweisung
[sic] [...]
falsche Gottes ehrung / superstition.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel 390, Vorr. Anm. 
44
(
Straßb.
1466
):
IAcob der bot vnderweyst die heiligen priesterschaft von der v́bung
[Var. 1475
2
–1518:
erung
]
der himelischen gebott.
Turmair (
moobd.
,
1522
/
33
):
Er ist auch in seinem glauben, in der êrung der alten götter [...] mêr aberglaubig dan recht geistlich gewesen.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid. (
m/soobd.
,
1603
):
[nach dem solliche] marktordnung allain auß gottes gesez, pflanzung und eherung seines göttlichen nammens [zuesamben getragen].
Vgl. ferner s. v. .
2.
›weltliche Anerkennung, Hochachtung, die j. einem anderen gegenüber hegt und zum Ausdruck bringt; Wertschätzung, Wohlwollen e. P. gegenüber‹; offen zu 3.
Phraseme:
jm. eine erung tun
›jm. eine Freude bereiten, jm. seine Wertschätzung zum Ausdruck bringen‹.
Bedeutungsverwandte:
1
4,
1
4; 7,
1
1; 3.

Belegblock:

Sachs (
Nürnb.
1551
):
wolt ir der frawn ein erung thon, | Das steht bey euch.
Morgan u. a., Mhg. Transl. Summa
129, 15
(
schwäb.
,
14. Jh.
):
Aber die sach der erung ist von dem, daz der, der geeret wirt, etwaz wirdikeit hat. Wan die ere ist etwaz wirdikeit, die etwem erbotten ist durch siner erberkeit willen.
Niewöhner, Teichner
479, 29
(
oschwäb.
1368
):
lat der edel man sich ern? | hat er erung niur fuͤr guͦt? | do sprach der burger: [...] | waz im erung kæm ze hant, | die behielt er sunder weig.
Koller, Reichsreg. Albr. II.
131, 21
(
1438
/
9
):
davon wir [Albrecht] im sunderlich geneigt sind, unser gnade und erung zu beweisen.
3.
›materieller Ausdruck besonderer Wertschätzung‹; im Einzelnen: ›Gabe, Geschenk, Gastgeschenk‹; ›Bezahlung für geleistete Dienste, Honorar; Trinkgeld als besondere Anerkennung, Gratifikation zu besonderen Anlässen‹; ›freiwillige Schenkung, Stiftung‹ (z. B. als Unterstützung bei Begräbnissen, in Kriegsnöten); ›rechtlich dem Lehensherrn zustehende Anerkennungsgebühr‹ (z. B. bei Besitzwechsel); ›einmalige Zahlung als symbolische Anerkennung der obrigkeitlichen Verhältnisse‹; vgl. (V.) 4.
Gehäuft Rechts- und Wirtschaftstexte sowie berichtende Texte.
Bedeutungsverwandte:
2 (subst.), , 1; 2, ,
2
(s. v. 1), , (
der/die/das
) 6, , , .
Syntagmen:
e. begeren / geben / hinlegen / nemen / schaffen, (jm.) eine e. bringen / tun, dankbar aufnemen
;
einer e. bedürfen
;
etw. für eine e. schenken, etw. mit einer e. ansagen, sich mit jm. um eine e. vergleichen, jm. etw. zur e. schicken, etw. zu e. dienen
;
die gebürliche / gnädige / grosse / schöne / ziemliche e
.

Belegblock:

Joachim, Marienb. Tresslerb. (
preuß.
,
1405
):
4 m. den knechten, die mit hern Conrad quomen, der die erunge dem meister von Witouden brochte.
Toeppen, Ständetage Preußen
1, 173, 37
(
preuß.
,
1411
):
und totin dem meister grose erunge, das sy
[Stadt Danzig]
czu gnadin weder qwomen.
Ebd.
3, 476, 16
(
1452
):
so wer ich wol euwer genoden pflichtig, eyne erunge zcu thun von dem ampt, das ich habe von euwer genoden wegen, so habe ich etczlichen, dy usz dem bunde getreten seyn, erunge gethan und gelt gegeben.
Altmann, Wind. Denkw. (
wmd.
,
um 1440
):
er brocht dem konige gar schone erunge, [...] guldin und sidin tuͤcher, Durkische dromen colben schosseln.
Chron. Mainz (
rhfrk.
,
15. Jh.
):
domit soliche erunge und spene, als man saget und ußgeschollen ist, [...] geracht mocht werden.
Behrend, Magd. Fragen (
omd.
,
um 1400
):
sy [frund] wolden eyne genedige erunge thun von gutem willen, uff das sy den toden begraben mochten.
Lippert, UB Lübben
2, 109a, 35
(
osächs.
,
1436
):
7g. und 6 h. vor weyn unde byer den Luckowern zu erunge, do sy by unsern tedingen worren.
Bindewald, Texte schles. Kanzl.
37, 28
(
schles.
,
1378
):
munczegelde vnd herczogin getreyde, mit allir czugehorunge der vorbenanter guter, nichts vsgenomen, mit erunge, stewrunge, legir, vngelde vnd poteworre.
Chron. Nürnb. (
nobd.
,
1425
):
den unser geistlicher vater darczu besteͣtt und geben het zu dem aplas [...] mit zerung und erung, die man demselben Kunhofer getan hat.
Ebd. (
1449
/
50
):
die jüden hie theten der stat im krieg ein erung und schanckung.
Ebd. (
1485
):
[die k. mt.] hat [...] die schenck und erung dankperlich aufgenommen.
Lexer, Tucher. Baumeisterb. (
nürnb.
,
1464
/
75
):
Es hat auch ein paumeister nach altem herkome den werckmeistern und werckleuten, die der stat arbeitten, allwegen von dem heiligen crist abendt gesant und ein erunge gethan mit ettlichen stücken gesültzter fisch.
Niewöhner, Teichner
703, 192
(Hs. ˹
schwäb.
,
1472
˺):
das ist nicht ain erunge. | es wurtt suͤntlich abbezwungen.
Henisch (
Augsb.
1616
):
Hilffliche ehrung von den vnderthonen begeren vnd nemmen / das ist / steur forderen.
Bastian, Runtingerb.
2, 248, 13
(
oobd.
,
1392
):
waz man in der munizzlauben verczirt und erung gibt, gebent di fursten halbz.
Turmair (
moobd.
,
1522
/
33
):
[Kaiser Severus und sein sun] schuefen den kriegsleuten ein êrung und schankung oder liebung über den gemainen sold.
Winter, Nöst. Weist. (
moobd.
,
A. 16. Jh.
):
[sollen die kaufleit] sich mit der herschaft vertragen. und als oft er fert sol ers mit ainer erung ansagen und dieselb erung mit bringen. wo sich aber ainer mit der herrschaft nit vertregt und so er farn wil solichs guet ansagt und die erung bringt, mag im die herschaft Cranichperg daselb nemen.
Ebd. (
1529
):
ben ettwer ainer kämb von der gmain, bedërft ainer eerung auf ain hochzeit, auf ain kindelmueß [...], dem solls der richter ain mall leichen.
Mell u. a., Steir. Taid. (
m/soobd.
,
1590
):
[dass sich] im fall ainer nach des andern absterben zu ainer hueben kumbt, mit dem grundherrn umb ain gebürliche erung vergleichen [werde].
Siegel u. a., Salzb. Taid. (
smoobd.
, Hs.
17. Jh.
):
wie die ambtleut zuesehen, das ain urbarman den andern thringt und außkauft, darumb si ehrung nemen.
Wopfner, Bauernkr. Tirol (
tir.
,
1525
):
ob schon ain lehen dǔrch ǔbersehǔng der kinder oder gerhaben vǒllig werde, inen widerǔmb zǔ verleihen ǔmb ain zimbliche eerǔng.
Bretholz, Liechtenst. Herrsch.
47, 10
(
smähr. inseldt.
,
1414
):
yeder vischer dint zw erung ze ostern visch für 1 gr.
Joachim, a. a. O. ; ;
Bindewald, a. a. O.
32, 26
;
Loose, Tuchers Haushaltb. ;
Grossmann, Unrest. Öst. Chron. ; ;
Uhlirz, Qu. Wien ;
Winter, a. a. O. ;
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid. ; ;
Zingerle, Inventare ;
Wopfner, a. a. O. ;
Bretholz, a. a. O.
35, 8
;
Vgl. ferner s. v. 1, 1.