V.;
gelegentlich mit Rückumlaut.
1.
›sich (räumlich-geographisch) wohin erstrecken, ausdehnen‹; generalisierend: ›bis zu einem je spezifisch definierten Punkt reichen‹; dies in verschiedene Richtungen ütr., im Einzelnen z. B.: ›sich auf eine bestimmte Summe belaufen‹; ›ausreichen, genügen‹ (z. B. von Geld, Kapazitäten, Kompetenzen); ›sich auf einen bestimmten Zuständigkeits-, Wirkungsbereich erstrecken‹; ›sich auf etw. beziehen, etw. miteinbeziehen‹ (z. B. von Themen); vereinzelt: ›sich in der Zeit erstrecken, andauern, währen‹;
Phraseme:
sich nach der decke erstrecken
›mit wenig auskommen‹.
Bedeutungsverwandte:
2; vgl.
20,
17,
1,
1,
2
.
Syntagmen:
etw
. (Subj., z. B.
der ban / mut, die landschaft / macht / mildigkeit / rede / vormundschaft / weinrebe / zauberei, das bergwerk / gebiet / vermögen, das hab und gut, die berge / gänge / güter / kräfte / wälder
)
sich e
.,
etw
. (Subj.)
sich
[wohin] (z. B.
auf
[+ Zahl],
auf den brauch, bis an den berg, bis in x schritte, durch das gemach, in x gulden
)
e
.,
etw
. (Subj.)
sich
[wie] (z. B.
in der länge / weite
)
e
.
Wortbildungen:
1 ›(territoriale) Ausdehnung, Erweiterung‹ (dazu bdv.: vgl.
1,
1
7).
Belegblock:
v. Ingen, Zesen. Ros.
71, 12
(
Hamb.
1646
):
ach meine hofnung erstraͤkt sich alzu weit!
Hie bey ist auch zuwissen, das disse mildickeit sol sich erstrecken bisz zu den feyndenn und widderparten.
Aber sie verstehens nicht, das [...] der anfang, nemlich, der sich in tausend jhar und lenger erstreckt, wie den tausend jhar fur gott als ein tag sein.
etwas an silberwerck [...] des werth sich vngeferlich in funftzigk Gulden erstrecket.
so weyt und breyt des kirspelts ban und büschen sich erstrecken.
Köbler, Ref. Wormbs
176, 25
(
Worms
1499
):
vormunderschafft erstreckt sich nit vff die Erben.
Österley, Kirchhof. Wendunmuth
(
Frankf.
1563
):
hab ich [...] mich solcher müh, so weith sich mein vermoͤgen erstreckt, desto williger underzogen.
Stambaugh, Milichius. Zaubert.
21, 4
(
Frankf./M.
1563
):
In disen dreien theylungen kan ein jeder leichtlich verstehen wie weit sich die Zauberey erstrecke.
Wutke, Schles. Bergb., Cod. Sil.
(
schles.
,
1578
):
Zudeme wird sich das berckwerck und die genge ohne zweifel in dieselbe herrschafft erstrecken.
zu Dohna u. a., Staupitz/Scheurl
213
(
Nürnb.
1517
):
darumb erstreckt sich unser red auf die schlangen, die listiger ist dann alle andre tier.
Leisi, Thurg. UB
6, 288, 6
(
halem.
,
1363
):
Pfleg und ambtbrief von erzherzog Ruedolfen: Auf bischof Johansen von Gurckh ain erstreckung umb die landvogtei in Schwaben.
Lauater. Gespaͤnste
18v, 4
(
Zürich
1578
):
ein wynraͤb erstrackte sich durch das gantz gemach.
die anzal der ratspersonen, die sich durchaus [...] auf 55 erstrecken wirt.
in der Landschafft Syria Phœniciæ, die sich [...] biß an den Berg Carmelum erstrecket.
Rintelen, B. Walther
64, 13
(
moobd.
,
1552
/
8
):
Wann einer mit Todt abgeet, und das sich seine verlassne Güetter zu völliger Bezallung seiner Glaubiger nit erstrecken [...].
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
(
m/soobd.
,
16. Jh.
, Hs.
2. H. 17. Jh.
):
alß vil sich unsere krefden erstrecken.
Munz, Füetrer. Persibein
66, 3
;