erstaunen,
V.;
im Bezugszeitraum nur im Alem. bezeugt, entsprechend in der Mehrzahl der Belege nicht diphthongiert; vgl.
Dwb, Neub.
8, 2193
.
›(vor Angst, Schmerz, Schreck, emotionaler Überwältigung) von Sinnen, erschüttert, überwältigt sein‹; dies mit Blick auf die physischen Auswirkungen: ›(vor Furcht, Ehrfurcht) zittern‹; vereinzelt ohne negative Konnotation: ›sich wundern, erstaunt sein‹;
zu 8.
Wobd.
Bedeutungsverwandte:
(V., unr. abl.) 1, 1, , , ; vgl. , .

Belegblock:

Bachmann, Haimonsk. (
halem.
,
1530
):
Ruolland kam uff Rengnolden und gab im ein söllichen streich uff sin hälm, daz er darab erstunet.
und reyb innen allen damit
[mit einem Kreuz]
mund, nassen und ougen, daz sy von stund an uf stuondend, gantz erstunnet.
Ders., Morgant (
halem.
,
1530
):
do gab er im ein söllichen streich, das er uff die knŭw nider fiel und was so erstunnent, daz er nŭt wußt, ob es tag oder nacht was.
[Ruolland] gsach Meridianna zŭg kommen; darab er gar estunnet.
Bächtold, H. Salat (
halem.
,
1536
):
Sechend an, bitt ich, die sect diser kätzern [...] wie si wankend, stamlend, zwiflend, stoßend, zittrend, erstunend.
Maaler (
Zürich
1561
):
Erstaunen / Erschraͤcken. [...]. Ab einem ding Erstaunen / vnnd sich verwunderen. [...]. Erstaunet / Erschrocken / Vor forcht zitterende.
Erstunen [...] Fürchte͂ das einer schier von sinnen kumpt. [...]. Ab reychthuͦmb traͤffenlich Erstunen / oder sich haͤfftig darab verwunderen vnnd wunderbarlich hoch achten.