ersparen,
V.
1.
›etw. (meist: Geld, Lebensmittel) sparen, einsparen, zurücklegen‹; auch ütr. auf Abstraktgegebenheiten wie Zeit, Arbeit, Mühe u. dgl.; gelegentlich negativ konnotiert: ›etw. (aus Geiz, Habgier) nicht geben, zurückhalten‹;
vgl.  8.
Phraseme:
etw. im maul, vom hals, vor dem mund ersparen
›etw. unter großen Entbehrungen aufsparen, sich etw. vom Mund absparen‹.
Bedeutungsverwandte:
 1, ,  1,  1, ; vgl.  16, .
Gegensätze:
.
Syntagmen:
etw
. (z. B.
den lon, die arbeit / zeit, das fleisch / gut / holz, die kosten / schiffe / schuhe, einen vorrat an früchten, etwas
›eine Menge‹
an barem geld, an arbeitern / dienern
)
e
.,
etw. mit harter arbeit e., der gute gulden
(Subj.) x (
gulden
)
e
.
Wortbildungen
ersparung
1 ›Sparguthaben‹ (dazu bdv.:  2,  2, , ).

Belegblock:

Mieder, Lehmann. Flor.
726, 19
(
Lübeck
1639
):
Was man erspart / ist auch gewonnen.
Luther, WA (
1528
):
auff das man das fleisch ym lande erspare vnd nicht alles auff eine zeit auffgefretzt werde Sihe / das were ein recht keiserlich vnd welltlich gebot / dem wir schuldig weren zugeleben.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
91, 1506
(
Magdeb.
1608
):
Reiß / Erbsen / Bonen / Weitzenaͤren / | Fuͤr dem mund ersparet zum ehren.
Hulsius (
Nürnb.
1596
):
erSparung / gewin.
Bolte, Pauli. Schimpf u. Ernst (
Straßb.
1522
):
Alwegen muͦß ein Sparer ein Guͤder haben, der es kuͤn verthuͦn, das er erkratzt und erspart an im und an andern Luͤten zuͦ Eren.
Gilman, Agricola. Sprichw.
1, 17, 7
(
Hagenau
1534
):
Es hilfft nicht [...] sich abhungern / unnd vom halse ersparen.
Rennefahrt, Statut. Saanen (
halem.
,
1458
):
es weri denn, das si [...] von iro beider guͤttren uber ir costen uͥtzet erspart heͣtti.
Köbler, Stattr. Fryburg (
Basel
1520
):
der dritteil [...] von allem bey der eegemecht guͦt / so [...] vorhanden / es sig eestür / widerlegung / zuͦgebracht / angefallen / gewunne͂ oder erspart.
Goldammer, Paracelsus
2, 55, 23
(
1531
/
4
):
was ists, wann du gleich zehen knecht vertreten kündest und dardurch ersparen iren lohn, speis und trank?
Barack, Zim. Chron. (
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
was ain karger erspart, wurt aim geuder zu tail.
Henisch (
Augsb.
1616
):
Was man an trewen arbeiteren vnnd dienern erspart / das [...] macht / daß man desto weniger trew gesind find.
2.
›etw. unterlassen, nicht tun‹; ›etw. durch Unterlassen vermeiden, verhindern‹; mit Objekt der Person: ›jm. / sich etw. ersparen‹; Ütr. zu 1;
vgl.  8.
Bedeutungsverwandte:
, ; vgl.  13, (V.) 8, (V.) 4.
Wortbildungen:
ersparung
2 ›das Auslassen, Unterlassen (e. S.)‹.

Belegblock:

Luther, WA (
1522
/
3
):
Denn es eyn grosse edle freyheyt ist, on ehe zu seyn, und es ersparet viel unruge, ungemachs und leydes.
was man an Christo ersparet, soll man zehenfeldig dem teuffel zu tragen.
Wutke, Schles. Bergb., Cod. Sil. (
schles.
,
um 1509
):
gebeude bei einer fordernuss so viell möglich zu erhalten, damit unkosten ersparet.
Reichert, Gesamtausl. Messe
4, 5
(
Nürnb.
um 1480
):
[Wenn ein Anwärter auf das Priesteramt]
eine ersparung thun wolte
[d.h., eine der sieben Weihen auszulassen]
[...], der sol sein ambt nicht halten.
Jörg, Salat. Reformationschr.
69, 28
(
halem.
,
1534
/
5
):
vil der glerten [...] vermeyntend vilicht den wortkrieg zuͦ ersparen.
Edlib. Chron. (
ohalem.
,
um 1500
):
ander artigel die hie von der kürtze willen [...] ze schriben erspart werden.
Adomatis u. a., J. Murer. Abs.
2149
(
Zürich
1565
):
nit guͦt ich disen raatschlag fing | Drumb hett der künig den zug erspart.
Henisch (
Augsb.
1616
):
Fruͤ schlaffen gehn / fruͤ auffstehn / erspart vil apoteckens.
3.
›etw. / jn. / sich bewahren, retten, am Leben erhalten‹; ›an etw. festhalten‹;
vgl.  8.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  7,  6,  1, ,  4.
Gegensätze:
.
Syntagmen:
etw
. (z. B.
das eigene / leben / recht, die biderben leute
)
e
.,
sich e
.;
die ersparte eidgenossenschaft
.

Belegblock:

Lappenberg, Fleming. Ged. (
1638
):
gib alles hin für dich! Kanst du dich nur ersparen, | so hastu satt an dir.
Kurz, Waldis. Esopus (
Frankf.
1557
):
Viel leut achten das leben gring, | Vnd ist doch so ein Edel ding, | Das einr solt alles lassen fahrn, | Das er das leben moͤcht ersparn.
Jörg, Salat. Reformationschr.
595, 6
(
halem.
,
1534
/
5
):
so sy / die v ortt / soͤttend han wellen hitz mit hitz temenn und vertriben / waͤre ein kum ersparte Eydgnoschaft zerstoͤrtt.