erschrecken,
V.;
teils mit Rückumlaut; Faktitivum zu (V., unr. abl.).
›jn. (teils durch
sele
,
herz
u. dgl. repräsentiert) / ein Tier ängstigen, in Schrecken, Furcht, Panik versetzen‹; ütr. auch: ›jn. einschüchtern, verstören, verwirren, aus der Fassung bringen‹; speziell metonymisch: ›jn. aufwecken, etw. (ein Tier) aufscheuchen‹; refl.: ›erbeben, erzittern‹ (z. B. von der Erde); vgl. (V., unr. abl.) 1; 2; 3.
Phraseme:
das blut erschrecken
›(vor Entsetzen) das Blut stocken lassen‹;
jn. vom tod erschrecken
›jn. aus dem Tod aufscheuchen, vom Tod auferwecken‹.
Gegensätze:
.
Syntagmen:
jn
. (z. B.
den son, das volk, die christen / männer / recken / riesen
)
e., etw
. (z. B.
den fuchs, immen / vögel, js. leiber / selen
)
e., etw
. (Subj., z. B.
js. zaus, furcht, js. rede, js. drohen / kratzen
)
jn. e., jn. / etw
. [wie] (z. B.
ernsthaftig / schier / senlich, mit dem gereusch, einem stein, einer geissel / keule, mit listen
)
e
.
Wortbildungen:
erschreknis
›Schrecken, Entsetzen‹ (dazu bdv.: , ,
die
, 3; ggs.: 2; 5),
erschrekt
1 ›verschreckt, verängstigt‹ (dazu bdv.: ); 2 speziell von Pferden auch: ›(übermäßig) scheuend‹ (dazu bdv.: , ).

Belegblock:

Holland, H. J. v. Braunschw. V. e. Weibe (
Wolfenb.
1593
):
Des Narren Rede hat mich schier erschrecket.
Strehlke, Nic. Jerosch. Chron. (
preuß.
,
um 1330
/
40
):
Daz klopfen und der stimmen dôz | bôt irschrecknisse sô grôz | und sô dicke dem wîbe | und unrû irme lîbe, | [...] | daz alle wollust von ir trat.
Luther, WA (
1522
):
Also solt ir durch die erste zuͤkunfft verstan das gesatz, das nun erschreckt und forchtsam macht.
Ebd. (
1544
):
gleicherweis wie er solche zeichen zum erschrecknis der gottlosen und ungleubigen hat verkündigen lassen.
Ebd. (
1532
):
Er kan uns nicht regiren als eyn konig, der uns erwurge, erschrecke, verdamme.
mein bloͤd und erschreckt gewissen mus sagen: jch habe wol gethan.
Ders. Hl. Schrifft.
Ri. 20, 41
(
Wittenb.
1545
):
die Menner von Jsrael wandten sich vmb / vnd erschreckten
[
Mentel
1466:
widerstuͦnden stercklich
;
Dietenberger
1534:
stritten mechtiglicher wider
;
Eck
1537:
stalten sich zu der weer
]
die menner BenJamin.
Kehrein, Kath. Gesangb. (
Köln
1582
):
Die erd hat grausam sich erschreckt.
Kurz, Waldis. Esopus (
Frankf.
1557
):
Da lag vor jm [Fuhrman] ein Fuchs gestreckt; | Mit seiner Geissel jn erschreckt, | Drey oder vier mal auff jn schlug.
Österley, Kirchhof. Wendunmuth (
Frankf.
1563
):
gieng sie [mutter] in sein, nemlich des meidleins bette, in meinung, den son ernsthafftigen zu straffen und zu erschrecken.
Mone, Adt. Schausp. (Hs. ˹
omd.
,
1391
˺):
ich wil myn volk uff wecken | und von dem byttern tode erschrecken.
Franck, Klagbr.
226, 36
(˹wohl
Nürnb.
˺
1529
):
so gar bezauberen vnd erschrecken dise meerwunder der menschen / mit iren aigen fuͤnden vnd listen das volck.
Schmidt, Rud. v. Biberach
10, 10
(
whalem.
,
1345
/
60
):
Disvͥ gesicht dvͥ erschreht nuͥt, si gelustiget vnd setzzet den menschen in ganzen vrid’.
Klein, Oswald
33, 2
(
oobd.
,
1417
/
8
):
Ain tunckle farb von occident | mich senlichen erschrecket.
Ebd.
45, 39
(
oobd.
,
1415
):
sein räss
[›die Schärfe, Säure des Weins‹]
erschreket mir das blüt, |davon so wird ich swach, unfrüt.
Deinhardt, Ross Artzney
105
(
oobd.
,
1598
):
Ist ein pferdt dempffig oder erschreckht vnnd huesstig.
Bauer, Haller. Hieronymus-Br.
10, 34
(
tir.
,
1464
):
wend er strafft si und erschrëkhët ire sëlen oder leib als die spinnen.
Anderson u. a., Flugschrr.
12, 7, 36
;
ders. Hl. Schrifft.
Hiob 22, 10
;
Peil, Rollenhagen. Froschm.
554, 1543
;
Wunderlich, Fierrabr.
52, 38
;
Froning, Alsf. Passionssp. ;
Kurz, a. a. O. ;
Gille u. a., M. Beheim
56a, 38
;
Langen, Myst. Leben
177, 16
;
Päpke, Marienl. Wernher ;
Lauater. Gespaͤnste
20r, 8
;
Schlosser, H. v. Sachsenh.
2447
;
Klein, a. a. O.
33, 2
;
45, 72
;
Vgl. ferner s. v. 1, , (
das
) 4, 3, .