ergründen,
V.
›etw. gründlich durchdenken, vollständig begreifen‹; ›etw. mit dem Verstand meistern‹; ›etw. ermessen, nachvollziehen‹; ›einer Sache auf den Grund gehen‹;
zu  8,  5.
Bedeutungsverwandte:
, (V.) 8,  56,  12,  1a, ,  1,  2.
Syntagmen:
etw
. (z. B.
den geiz / rat / reichtum, die meinung / sache / weisheit, das buch / ding / wort, das götliche wesen, gottes willen, werke, die kunst des arztes, die tiefe der herzen
)
e
.,
got e
.,
etw
. (Subj., z. B.
der mut / sin, die schrift, das herz
)
etw. e
.,
etw
. [wie] (z. B.
gänzlich, durch die vernunft, mit gedanken, mit hohen meistern, im subtilen
)
e
.

Belegblock:

Luther, WA (
1544
):
Er [Gott] hat [...] so viel weisheit, rat und reichtumb, die du nimer mehr ergruͤnden noch erschepffen kanst.
Quint, Eckharts Pred. (
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
„Mich wundert“, sprach ich, „daz diu geschrift alsô vol ist, daz nieman daz allerminste wort ergründen enkan“.
Kehrein, Kath. Gesangb. (
Köln
1582
):
Wenn ich die sach ergruͤnde, | Sag ich: Was ist der mensch O Herr, | Daß du sein denckest immermehr?
Ralegh. America iiijr, (
Frankf.
1599
):
Die Meynung dieses spitzfindigen Fuͤrgebens ist mir viel zu hoch / vnd kan sie nicht ergruͤnden.
Österley, Kirchhof. Wendunmuth (
Frankf.
1603
):
wiewohl derselbig mensch seine gebott übertretten [...], hat er ihm doch vernunfft und witz gegeben, allerley ding (vermittelst göttlicher hülff) zu ergründen und ander leut zu lernen.
Gille u. a., M. Beheim
82, 9
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
du mich [...] | Mit weisshait solt entzünden, | daz ich valbringen mög diz puch | und reht ergrund und auch durch such | und von dir mag verkünden.
Goldammer, Paracelsus
2, 55, 12
(
1531
/
4
):
darumben soll er
[
meister
eines
handwerks
]
von der gemeinen arbeit der knecht müeßig gehn, auf daß er im subtilen ergründt und erfahren werd und etwas fende.
Ebd.
4, 249, 5
(
1530
):
darumb sollen wir verstendig sein in allem geschepf im himel und erden, lernen und erfahren, ergrunden und nachdenken den werken gottes.
Päpke, Marienl. Wernher (
halem.
,
v. 1382
):
So bitter, grimme wart ir pin | Das ungeseit muͦs iemer sin. | Kain schrift mag es ergrúnden | Noch zunge nút gekúnden.
Anderson u. a., Flugschrr.
2, 2, 24
([
Augsb.
]
1523
):
wie mã im hertze͂ an got hangt [...] ist jm alain kuntlich / er ergründt die tieffe der hertzen.
Asmussen, Buch d. 7 Grade
793
;
Koller, Ref. Siegmunds ; ;
Anderson u. a., a. a. O.
9, 5, 25
.
Vgl. ferner s. v. ,  15.