erdscholle,
die
,
auch
der
;
-n/-n
.
1.
›Brocken Erde, Erdklumpen‹; auch als Symbol für den Besitzwechsel eines Grundstücks.
Bedeutungsverwandte:
 1, ,
2
; vgl. , .
Syntagmen:
die erdschollen nemen / aufheben
;
mit erdschollen werfen, sich unter e. verbergen
;
etw. um einer erdschollen [feil sein]
.

Belegblock:

Peil, Rollenhagen. Froschm.
333, 2278
(
Magdeb.
1608
):
Warffen mit Knuͤtteln vnd mit Steinen / | Mit Erdschollen vnd hartem Leimen.
Bachmann u. a., Volksb. (
alem.
,
15. Jh.
):
„[...] Lieber kouffman, ist daz land feil?“ [...] Jhesus antwurtt im [...]: „Umb einer erdenschollen“. Der bruder greif zue der erden [...] und nam ein erdschollen von der erden und den bott er im.
Golius (
Straßb.
1579
):
Gleba, Erd oder Ackerscholl.
Henisch (
Augsb.
1616
):
Grumpen / grumpeln / erdschollen / auffgeworffen erden [...].
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat. (
oobd.
,
1349
/
50
):
wenn diu jungen rephüendl sich fürhtent, daz man si vâhen well, sô hebent si die ertschollen auf mit irn füezen und verpergent sich dar under.
2.
als Schimpfwort gebraucht, um jemanden als grob, bäurisch abzuwerten.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  2,
1
.

Belegblock:

Kehrein, Kath. Gesangb. (
Bodenseegebiet
1517
):
Den haffner schmecht der grob erd scholl | Dauid den king veracht Michol.