erdboden,
auch
erdenboden,
der
;-s/–
.1.
›Welt, Erde als diesseitiger sozialer und politischer Lebensraum der sterblichen Geschöpfe (im Unterschied zum Himmel als Wohnstätte Gottes und der Erlösten)‹; Gehäuft Texte der Sinnwelt ,Religion / Didaxe‘.
Phraseme:
auf dem ganzen erdboden
›überall, ausnahmslos‹ (universalisierend).Syntagmen:
den e. machen
; etw
. (z. B. ein land
) wie den e. gründen
; j. / etw. auf dem e. sein
›existieren‹, etw
. (Subj.) sich auf dem e. zutragen, etw. vom e. austilgen
; der edelste e
.; die regierung des erdbodens
; die freude auf dem e
.Belegblock:
alle die gewaldigen, | die uf dem erdbodeme sint, | die sint unse und ir kint.
Gelouben ich [...] | [...] | in den got | Des leben an allen spot | Ewic ist und selbe hat | Gemachet des himels grat, | Erden bodim ouch dar zu.
denselben [...] achte ich billich vor den aller Edlesten auff dem gantzen Erdboden.
die höchst freud auf erdboden ist, ,erkennen, sich mit namen im himmel geschriben sein‘.
Ebd.
203
: Einer jagt dem lemlein gots nach [...]; und so er die einig regierung des erdbodens erlangt, muesen die kind gots das ir verlassen.
dise sind es / vber welchen der Herr wil sein hand halten [...] vnd wie einen himmel zurichten / vnnd grunden wie den erdboden.
AUff gantzem erdboden / ist nichts so dem menschen sein vatterland mehr.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
677, 5369
; Belegblock:
Wo mich hungerte / wolt ich dir nicht dauon sagen / Denn der Erdboden
[
vmbringMentel
1466: ; Var. 1475
vmkraiß der erden2
–1518 / Eck
1537: ]
ist mein / vnd alles was drinnen ist. Gleich wie es nit am samen gelegen ist / das er nicht allenthalben auffgehet / vnnd frucht bringt / es ist am erdboden gelegen.
3.
›Erdoberfläche‹ (allgemein); speziell: –a) ›Fußboden als natürlicher Untergrund, auf dem man gehen und stehen kann‹;
b) ›Festland im Unterschied zu demjenigen Teil der Erdoberfläche, die mit Wasser bedeckt ist‹;
Belegblock:
Zu a):
Der Erdbodem zittert vnd bebt.
Sine
[des Baumes]
wite umme gienc, | Erden bodem sie bevienc, | Gepriset mit bletern wol. Zu b):
du [...] unflaͤtigstes ungeheuer / das entweder der erdboden oder das mehr aus seinen waͤllen herfuͤhr schaͤumet.
[ist] diese Gefaͤngnuß auff den hoͤchsten Felsen des Erdbodens erbawet worden.
solt der mensch ob elementen im paradis beliben vnnd nit gefallen sein auf disen erdpoden, der gemainem viech zuœgeordent ist, wie wasser den vischen.
Zu c):
daß die weite vnd breite deß Himmels / groͤsser ist / dann 12. Erdboden.
Wie groß der halbe durchstrich [...] der Scheibe des Erdbodens sey [...]? [...] Den verzug des centri penumbræ in der Scheibe des Erdbodens / und das wahre moment, beyde des einbrechens / als auch des außtrettens oder verlassens.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
391, 4126
;