erblich,
Adj.
/
Adv.
1.
›zu js. Erbschaft gehörend‹; ›(jm.) im Zuge einer Erbschaft zugefallen, ihm damit erbrechtlich zustehend, durch den Erbenden weiter vererbbar‹; ›auf lange Zeit, langfristig gültig, unwiderruflich‹;
vgl.  1.
Gehäuft Rechts- und Wirtschaftstexte.
Bedeutungsverwandte:
.
Syntagmen:
etw
. (Subj.)
e. sein / werden
;
etw
. (Subj.)
jm. e. angeerbt / angestorben / angefallen sein, an jn. kommen
(z. B.
die herschaft
),
j. etw. e. verkaufen / verschreiben, jm. etw. e. aufgeben, etw
. (Subj.)
jm. e. anfallen, die aufgebung e. geschehen
;
j. etw. e. besitzen, jm. e. aufgeben / verleihen / vermachen / verschreiben
;
der erbliche kauf, die erblichen güter / rechte
.

Belegblock:

Luther, WA (
1538
):
Lehen guͤter werden verlihen erblich und ewiglich, das ist, so lange die guͤter und erben bleiben.
Lohmeyer, K. v. Nostitz (
preuß.
,
1578
):
Es ist nicht radt solchen grossen handel erblich ader aüff leben zu vorschreiben.
Kisch, Leipz. Schöffenspr. (
osächs.
,
1523
/
4
):
do [...] haben [die eltsten] mit mir ein erblichen kauf gehalden.
Barack, Zim. Chron. (
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
als [...] die herrschaft an sein sone, graf Froben Christof, erblichen kommen.
Dict. Germ.-Gall.-Lat.
141
(
Genf
1636
):
Erblich / das zu der erbschafft gehoͤrig ist.
Rintelen, B. Walther
3, 12
(
moobd.
,
1552
/
8
):
Wann ein Prelat [...] einen Grundt oder Guett einem andern [...] erblich aufgibt.
Wopfner, Bauernkr. Tirol
153, 12
(
tir.
,
1525
):
so hat bemelter gerichtsherr etlich gŭetter an sich zogen, die anndern personen erblichen angefallen sein.
Grothausmann, Stadtb. Karpfen
43, 27
(
mslow. inseldt.
,
1499
):
Jśt geśchen ein entliche vnnd gantzlich richtung [...] von wegen der Erblichen güetter.
Köbler, Ref. Wormbs
318, 14
;
Behrend, Magd. Fragen ; ;
Köbler, Ref. Nürnberg
193, 25
;
ders., Stattr. Fryburg ;
Rwb ff.;
Veith, Bwb. .
Vgl. ferner s. v.  3,  1,  3.
2.
›(jm.) angestammt, überkommen, von jm. ererbt, (dem Menschen) von Natur aus eigen‹; damit: ›rechtmäßig in js. Besitz‹ (von sachlichen Bezugsgrößen); auch ›erbberechtigt‹; ›durch Erbfolge berechtigt, legitimiert‹ (von Personen);
vgl.  4.
Phraseme:
der erbliche könig
›Thronfolger in einer Erbmonarchie‹ (vgl. ).
Bedeutungsverwandte:
 1; vgl.  4,  1, ,
1
 6.
Syntagmen:
etw
. (Subj.)
jm. e. sein
;
künste / sprachen e. im menschen liegen
;
j. etw. e. besitzen / bewonen, etw
. (Subj.)
jm. e. angefallen / aufgegeben sein
;
der erbliche beständer / fürst / heiland, die erbliche abwartung / gerechtigkeit, das erbliche geld / kind / land, die erblichen lande
.
Wortbildungen
erblichkeit
(dazu bdv.: ,
das
, 2).

Belegblock:

Luther, WA (
1535
):
ewer naturlicher, erblicher heiland.
Ebd. (
1545
):
Conradinum, den letzten Hertzogen zu Schwaben und erblichen Koenig zu Neapel.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
98, 1728
(
Magdeb.
1608
):
[wonung] Die mir großvater vnd Vater ließ / | Vnd mich erblich bewohnen hies.
Ebd.
427, 5203
:
der Juͤngst regieret allein / | [...] | Jn dem Schloß / das sein Erblich war.
Pfefferl, Weigel. Gn. S. 
62, 12
(
um 1571
, Hs.
1615
):
Alle Handwerhen, Künssten, Sprachen, faculteten ligen im Menschen erblich alß vom gestiern.
Loesch, Kölner Zunfturk. (
rib.
,
1390
/
1
):
Ind begeren daruͦmb van dem raide, [...] mich vort bij minre vuralderen erflicheit, herkomen, besitzender ind upbuͤerender wer zo laisen.
Köbler, Ref. Wormbs
243, 27
(
Worms
1499
):
das ein yeder Erblicher bestender syn Erbbestentnus synen Erblichen kinden Soͤnen vnd Doͤchtern zu estüer oder Brudgabe gebben mag.
Mylius (
Görlitz
1577
):
Sepulchrum hæreditarium Erblich Grab.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron. (
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
Der kayser [...] ervordert auch andre sein erbliche lannd.
Spiller, Füetrer. Bay. Chron. (
moobd.
,
1478
/
81
):
Hiemit gewan das landt zu Bairen wider ainen erblichen fürsten.
Helm, Maccabäer ;
Grossmann, a. a. O. ;
Spiller, a. a. O. ;
Rwb ff.;
Baumann-Zwirner, Augsb. Volksb.
1991, 499
.
Vgl. ferner s. v. , ,  1,  22,  8,  2, (
der
1.
3.
›angeboren, durch Erbanlagen bedingt‹; speziell mit hinzukommender Metonymie: ›ansteckend‹ (von Krankheiten);
vgl.  4.
Bedeutungsverwandte:
vgl. , , , (Adj.) 3,  1.
Syntagmen:
etw
. (Subj.)
e. im blut sein
;
e. fallen / gehen
;
j
. (Subj.)
etw. e. empfangen, jm. etw. e. zufügen
;
die erbliche krankheit
.

Belegblock:

Sudhoff, Paracelsus (
1529
):
hieraus entspringen die franzosen, so erblich im blut oder von außen an andern leuten mügend zugefügt werden.
Ebd. (
1531
/
5
):
so wissent auch, das dise ding erblich gont, wo nicht vom vater, nit in der frauen, iedoch aber in der frucht.
Maaler (
Zürich
1561
):
Erbliche kranckheit / durch anschouwu͂g eines anderen. Contagio aspectus.