enweg,
Adv.
– Älteres Frnhd.
1.
›weg, fort‹; vereinzelt: ›verschwunden‹ (räumlich); häufig in Verbindung mit Bewegungsverben hohe Wortbildungsaffinität, dann direktional: ›hinfort, hinweg‹; nahezu ausschließlich Getrenntschreibung.
Bedeutungsverwandte:
vgl.
1
 10,  1, ,  6, , (Adv.).
Wortbildungen
(in Auswahl):
enwegfaren
,
enwegfliehen
,
enwegfüren
,
enweggeben
,
enweggehen
(dazu bdv.: ),
enweghauen
›jm. etw. abhauen, abschlagen‹,
enwegkommen
,
enweglaufen
,
enwegreiten
,
enwegrichten
›jn. hinrichten‹,
enwegsenden
,
enwegsetzen
›jn. einer (dörflichen) Gemeinschaft verweisen‹
enwegtragen
,
enwegziehen
.

Belegblock:

Chron. Köln (
rib.
,
1415
):
darna [...] quamen der Berichsen ind de Mertschen ind woulden dat wantschif ewech voeren.
Froning, Alsf. Passionssp.
6688
(
ohess.
,
1501ff.
):
wollet er en [Christum] alßo thoit ewegk tragen?
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
172, 31
(
thür.
,
1474
):
wy dy frouwe met demeselbin solle enwegkgelouffin sin.
Thiele, Chron. Stolle (
thür.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
Do czoch der koning wedder enweg.
er [doctor] predigete zu unser lieben frowen [...] biss noch ostern: do quam er en wegk.
Do der horte, das dye muter en wegk gingk, do [...].
Lauchert, Merswin (
els.
,
1352
/
70
):
do mahte er ein cru̇ze v́ber mich vnd was an stette enweg.
Chron. Strassb. (
els.
,
1362
):
die wile der bobest enweg was, do zwischen schluͦg Dietrich von Bern Boetio.
wurdent die antrager dirre verreterye gefangen und heimeliche enweg gerihtet.
Vetter, Pred. Taulers (
els.
,
E. 14. Jh.
):
Er [Jhesus] kam zuͦ Jherusalem do er zwoͤlf jor alt waz, er bleip do nit, er floch enweg.
obe der mensche alle sine kleider von ime
[dem
wisen
]
risse und enweg gebe.
Cirurgia H. Brunschwig
33rb, 41
(
Straßb.
[
1497
]):
Soltu mercken [...] ob das bein [...] durch howen ist [...] oder ob etwas von dem gebein enweg gehowen sy.
Roder, Stadtr. Villingen (
önalem.
,
1371
):
Wer ouch, das der wirt tot wer oder enweg wer oder sin vergessen het.
Rieder, St. Georg. Pred. (Hs. ˹
önalem.
,
1387
˺):
von der erkennung so erschriket dú sele, und der lip verlúret all sin kraft, und zúhet sich das bluͦt alles enweg.
Schnyder, Qu. Zürcher Wirtsch.
67, 13
(
halem.
,
1334
/
5
):
das nieman dis núwen pfenninge brenne noch enweg sende ze brennenne.
Dierauer, Chron. Zürich (
halem.
,
1415
/
20
):
Do fuͦr der kúng enweg und macht ain frid, der zuͦ beden siten staͤt beliben [...] solt.
Bolte, Pauli. Schimpf u. Ernst (
schwäb.
,
1493
/
4
):
Lieber Bruͦder, wir lassent dich nit enweg.
Spiller, Füetrer. Bay. Chron. (
moobd.
,
1478
/
81
):
Der Unger ward verholen von dann geschickt; der rait all schament enweg.
Winter, Nöst. Weist. (
moobd.
,
16. Jh.
):
wo im der richter darüber begreift, [...] so solt in der dorfrichter nemen und einweck setzen.
Froning, a. a. O.
6307
;
Vetter, a. a. O. ;
Schmidt, Rud. v. Biberach
17, 6
.
Vgl. ferner s. v. ,  4,  2.
2.
›vergangen, vorbei‹; temporal.

Belegblock:

Quint, Eckharts Pred. (
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Ez enkan niemer werden mittentac, der morgen ensî enwec, noch enkan niemer werden âbent, der mittentac ensî enwec.
Froning, Alsf. Passionssp.
1422
(
ohess.
,
1501ff.
):
die fasten ist druwen nu enwegk.
Schmidt, Rud. v. Biberach
30, 22
(
whalem.
,
1345
/
60
):
der winter ist enweg.
Chron. Augsb. (
schwäb.
, Hs.
16. Jh.
):
wenn ouch die zway jaur enweg und verganngen sind, so [...].