eintragen,
V., unr. abl.
1.
›etw. wo hineintragen, nach innen bringen, befördern, an einen Ort einbringen‹; ütr.: ›etw. (z. B. über die Sinne) von außen zuführen‹;
zu  1,
1
 2.
Phraseme:
[wo]
hundshar eintragen
›Verwirrung anrichten‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  1,  1.
Syntagmen:
etw
. (Subj., z. B.
ameisen / bienen
)
e
. (absolut);
j. etw
. (z. B.
frucht, das bier, bürden
)
e., etw
. (Subj., z. B.
bienen, sehen und hören
)
etw. e., (j.) etw. durch etw
. (z. B.
durch die pforten / sinne
),
von aussen, zu den augen / oren e
.,
j. in das bild des vaters eingetragen sein
.

Belegblock:

Ziesemer, Proph. Cranc Jer.
17, 24
(
preuß.
,
M. 14. Jh.
):
ab ir mich horet, spricht der herre, daz ir nicht intraget
[
Wormser Proph.
1527 /
Froschauer
1530 /
Dietenberger
1534:
hineintragt
;
Luther
1545:
tragt
]
burden durch dy phorten dirre stat an deme tage des sunnabendis.
Luther, WA (
1532
):
Das redet er [S. Paulus] also: ,Ein jglicher jnn seiner ordnung‘, das ist, einer nach dem andern, zu erst Christus, darnach wir, Und trifft auch damit seine Rotten, die jm hunds har eintrugen jnn diesem Artikel mit mancherley geschwetz.
Quint, Eckharts Pred. (
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Diu kraft [der sêle] nimet allez, daz ze den ougen wirt îngetragen und treget ez allez ûf in die sêle.
Strauch, Par. anime int.
64, 27
(
thür.
,
14. Jh.
):
also vil alse wir dem bilde glich sin und in deme alle bilde widerbildit sin und glich ingetragin sint in das bilde des vaderis, also [...].
v. d. Broek, Spiegel d. Sünders
168, 11
(
Augsb.
1476
):
dãn d’ gedanck die v’nunft klobft dz sy den wille͂ geb darzuͦ dz die
[durch
die außwendige͂ sin̄
]
eingetrage͂ súnd volbracht werd.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat. (
oobd.
,
1349
/
50
):
die jungen
[Bienen]
vliegent auz ze würken und tragent ein honig und wahs.
wenn ir
[Bienen]
kaiser gestirbet, sô wainet daz volk [...] und tragent niht mêr ein noch vliegent auz.
Dirr, Münchner Stadtr. (
moobd.
,
um 1365
):
swaz visch ze margt koment, die sol man verchauffen und nicht mer eintragen.
Spiller, Füetrer. Bay. Chron. (
moobd.
,
1478
/
81
):
Aller erst gaben sy sich Jn den handel und truegen doch dannoch vil einträg und auszüg Ein.
Luther. Hl. Schrifft.
Jer. 17, 27
;
Quint, a. a. O. ; ;
Vetter, Pred. Taulers ;
Köbler, Stattr. Fryburg ;
Pfeiffer, a. a. O. ;
Vgl. ferner s. v. .
2.
›etw. mit etw. durchwirken, beim Weben (Quer)fäden einarbeiten‹ (von Textilien, Stoffen);
zu  1, vgl.
1
 2.
Bedeutungsverwandte:
.

Belegblock:

Ziesemer, Gr. Ämterb.
243, 3
(
preuß.
,
1452
):
ein seyden crewdethuch mit golde ingetragen.
Voc. inc. teut. e
vjr
(
Speyer
um 1483
/
4
):
Eintragē das garn in den zedil.
Fuchs, Murner. Geuchmat
4436
;
3.
›jn. verunglimpfen, verleumden; jn. (bei jm.) in Verruf bringen‹;
vgl.  17,
1
 2.
Bedeutungsverwandte:
 2,  1, , ; vgl.  4.

Belegblock:

v. Keller, Ayrer. Dramen (
Nürnb.
1618
):
Ich hoff, es soll balt werden grochen | An dem, der mich mit Lüegensagn | Beim Keiser also hat eintragn.
Chron. Augsb. (
schwäb.
,
um 1530
):
ir chuͦr und fürstlich gnaden [...] wurden in ir kai. maj. und suͦnst allenthalben eingetragen, ausgossen und hechlich verunglimpft.
Ebd. (zu
1555
):
er hat [...] uns auch [...] gegen [...] unsern gnedigsten herren [...] dermaßen eingetragen, daß er Ire churf. gn. gegen uns [...] zuͤ thätlicher handlung wider sein aigen vaterlandt bewegt het.
4.
›jm. etw. einbringen; Ertrag, Gewinn bringen‹;
zu  3,
1
 13.

Belegblock:

Banz, Christus u. d. minn. Seele
613
(
alem.
,
1. H. 15. Jh.
):
Nu tragen dir
[der geblendeten und gelähmten Seele]
füss noch gesicht nit me in.
Wickram
4, 38, 16
(
Straßb.
1556
):
So hat er auch gar ein grosse summa / seines eygenen gelts [...] in den geselschafften ligen / so ihm alle jar ein grosses eintreit.