eigenman,
der
;
–/eigenleute
;
häufig im Pl. (dann beiderlei Geschlechts).
1.
›männlicher Leibeigener, Unfreier, Untertan; Sklave‹; auch: ›Angehöriger eines unteren Standes‹; vereinzelt: ›Vasall‹; der
eigenman
setzt in der Mehrzahl der Fälle einen rechtlich Höhergestellten oder eine übergeordnete Rechts- und Wirtschaftsinstanz voraus; in den Belegen erscheinen:
abt, bischof
2,
dienstherre
1; 2,
graf, freier herre, prälat, ritter, geistliche leute
;
gotteshaus, spital, herschaft
3; 4; 5; 6; in literarischen Texten meist: ›Mann, der der
minne
zu einer Frau verfallen ist‹;
zu (Adj.) 2, vgl.
1
 68.
Gehäuft Rechts- und Wirtschaftstexte.
Bedeutungsverwandte:
 4,  1,  1,  12,  2, .
Gegensätze:
.
Syntagmen:
eigenleute binden / feilbieten / haben / halten / strafen, die eigenleute der beschwernis erlassen, jm. eigenleute zu kaufen geben
;
j. ein e. sein
;
der e. einen eid schweren, ein fasnachtshun geben, seinem herren dienen, sich einer herschaft geben, eigenleute
(Subj.)
einen weingarten graben
;
jn
. (z. B.
bauern
)
für eigenleute halten
;
der e. des dienstherren, des spitals, die eigenleute des abtes / prälaten, der herschaft, des gotteshauses
;
der geborene e., die bezalten / gekauften eigenleute
;
das urteil der eigenleute
;
das eigengut mit eigenleuten
.
Wortbildungen:
eigenmanschaft
›Dienstbarkeit‹.

Belegblock:

Anderson u. a., Flugschrr.
21, 7, 3
([
Zwickau
]
1525
):
ist der brauch [...] das mann vns
[Bauern]
fur yhr eygenleut gehalten habe.
Schnelbögl, Salb. Karls IV.
126, 15
(
nobd.
,
1366
/
8
):
Unser eigengut mit dörfern, hofsteten, gepeuden, mit eigenleuten, frawen und mannen.
Pyritz, Minneburg
1721
(
nobd.
, Hs.
um 1400
):
Ich sten auch an den rodeln | Do eygen lut sin angeschriben. | Ich bin in eygenschaft becliben
(figura etymologica in der gesamten Passage).
Kläui, Urk. Kaiserstuhl
56, 19
(
halem.
,
1420
):
das denn der bischoff von Costentz [...] und auch alle graufen, fryen herren, ritter knechte und auch gaistlich luͥte, die eigenluͥt halten [...] nicht mer nemen soͤllen [...], denn einen schlechten hoptfal.
Welti, Stadtr. Bern (
halem.
,
1465
):
das alle die, so in iren hochen herschaften [...] gesessen sind, sweren sond, mit namen die ir eigen sind als eigen luͥte, die da fry sind als fry luͥte.
V. Anshelm. Berner Chron. (
halem.
,
n. 1529
):
fuͤrdret kuͤng Fridrichen, sinen [des Roͤmschen keisers] eigenman.
Maaler (
Zürich
1561
):
Eigen / Eigenmann [...]. Eigenman̄schafft.
Neüw eigenleüt die man yetz Feylbeüt.
Müller, Grafsch. Hohenb.
1, 152, 30
(
schwäb.
,
1404
):
sollen auch uns und unsern brüdern dienstlich und gewertig sein als lehenman und die eigenleut aller unbilligen beswernuss erlassen.
Löffler, Columella/Österreicher (
schwäb.
,
1491
):
Die zellan werdent allerbast den bezallten oder kǒfftenn aigenluͤtten ansechend den gelich nachtigen mitten tag.
Müller, Stadtr. Ravensb.
273, 22
(
oschwäb.
,
1539
):
Sollich ordnung sol ouch aller prelaten und äbt aigen leut [...] binden.
Vogel, Salb. Heiliggeistsp.
57, 12
(
moobd.
,
n. 1390
):
der selb pawer ist des spitals aigenman.
Siegel u. a., Salzb. Taid. (
smoobd.
,
1405
):
ob ein herr von Kiemse seins gotshaus aigenleut [...] wol müg gevodern [...]? item welher aigenman sich ainer andern herschaft gibt?
Bischoff, Steir. Landr. (
m/soobd.
, Hs. 
v. 1425
):
Ez mag dhainis dinstherrn aigenman sagen vmb ain aigen vom lant, ob ez von dem herczogen ze lehen ist.
Kollnig, Weist. Schriesh.
13, 2
;
Dinklage, Frk. Bauernweist.
65, 14
;
Geier, Stadtr. Überl. ;
Leisi, Thurg. UB
8, 324, 6
;
Welti, a. a. O. ;
Müller, Grafsch. Hohenb.
1, 21, 14
;
Hauber, UB Heiligkr. ;
Vock, Urk. Hochst. Augsb.
339, 37
;
Gehring, Würt. Ländl. Rechtsqu.
3, 756, 21
;
Dirr, Münchner Stadtr. ;
Bremer, Voc. opt.
41086
 f.;
Rwb ff.;
Vgl. ferner s. v.  4.
2.
›Grundbesitzer‹;
zu (
das
2, vgl.
1
 3.

Belegblock:

Rwb f. (a. 
1578
).