dreiling,
der
;
–/-e
, auch
;
in 1 Beleg (s. Bedeutungsansatz 1) auch
treidling
.
1.
›Drittling, Drittel (Hohlmaß verschiedener Größe; meist ein größeres, selten ein kleineres Gefäß)‹; ein Wein- / Bier-, Korn- oder Salzmaß; ›Dreifingerbreite (als kleineres Längenmaß)‹; auch eine Verpackungsart anderer Waren bezeichnend;
zu (Zahlwort) 4.
Älteres und mittleres Frnhd.; gewisse Beleghäufung für Rechts- und Wirtschaftstexte.
Phraseme:
24 eimer einen dreiling machen
;
ein dreiling zu 24 eimern gereiten
.
Bedeutungsverwandte
(bzw. sachbereichsverwandt):  2, ,  2, , , ,  1,
1
 56,  2,  2, ,  13,  2, , ; vgl. (
der
4,  1, ,
2
 3, (
das
5, , ,  2, (
der/das
4, ,
1
 3, .
Syntagmen:
x dreiling(e) zusammenklauben, schuldig bleiben
;
etw
. (z. B.
das kornviertel, x pfennige / teile
)
auf einen d. gehören, etw. bei dreilingen verkaufen, etw
. (z. B.
wein
)
in dreilingen aus einem keller ziehen, etw
. (z. B.
die erde
)
mit einem d. begreifen
;
etw
. (z. B.
x pfennig, mer zehent
)
von einem d. geben, etw. von einem d. zu leikauf nemen
;
ein d
. ˹
bier(s) / korn(s) / wein(s), vol weins
˺,
ein d
. ˹
eicheln / korn
˺,
ein d
. ˹
feuerpfeil / hauspfeil / feuerkugel
˺;
ein d. von etw
. (z. B.
von einem kutschen
);
ein / halb d., x / ganze / halbe / viertel dreiling(e)
;
x ₰ vom d
.
Wortbildungen:
dreilingfas
,
dreilinglade
,
dreilingschwer
›im Gewicht, von der Größe, vom Wert eines Dreilings‹,
dreilingskanne
.

Belegblock:

Ziesemer, Gr. Ämterb.
773, 18
(
preuß.
,
1430
):
2 drylinge, 2 thonnen ingebruwen bir, 2 drilinge Barnawsches bieres.
Ebd.
347, 5
(
1516
):
1 grosze zeinen kanne von 4 stoffen, 1 zeinen dreylingskanne, 1 halben dreyling, 2 holtzen losekannen.
Luther. Hl. Schrifft.
Jes. 40, 12
(
Wittenb.
1545
):
WEr misset die Wasser mit der faust / [...] vnd begreifft die Erden mit einem Dreiling
[
Froschauer
1530 /
Eck
1537:
drei finger
]
/ vnd wieget die Berge mit einem gewicht?
Struck, Klöster
84, 51
(
mosfrk.
,
1462
):
2 echtel kornß und 1 drylinck von eyme gutchin
[›Kutsche‹].
Voc. inc. teut.
e ijr
(
Speyer
um 1483
/
4
):
Dreyling Cuppa est vas magnū ad vinū aptū.
Hoffmann, Würzb. Polizeisätze
162, 33
(
nobd.
,
1475
):
auf ein trayling korn gehört das kornvirtel und
1
/
16
teil und ⅓ eines 16. teils.
Seemüller, Chron. 95 Herrsch. (
oobd.
, Hs.
1. H. 15. Jh.
):
Des jar slueg man ain stewr auf die wein [...], auf yegleich fueder ain phunt und auf ain dreling VI ℔ ₰.
Chron. baier. Städte. Regensb. (
noobd.
,
1523
):
seind am sontag nach tisch in dy 20 dreylingfaß auff dy hilzen brucken, [...], mit wasser angefüllt worden.
Winter, Nöst. Weist. (
moobd.
,
14. Jh.
):
der [...] sol nicht anders furn leut und auch gut dan das da dreilingswer ist.
Ebd. (
1577
):
das niemants aus der gmain, [...], dieweil zehen treidling wein im aigen und vorrath alhie sein, [...] kaufen solle.
Uhlirz, Qu. Wien (
moobd.
,
1453
):
all furer, die [...] umb lon farn wellen, fudrig und dreiling, auch halb fudrig und halb dreiling laidt haben.
Struck, a. a. O.
122, 23
;
Dirr, Münchner Stadtr. ;
Brunner, Rechtsqu. Krems u. Stein
138, 27
;
Winter, a. a. O. ;
Mell u. a., Steir. Taid. ;
Siegel u. a., Salzb. Taid. ;
Seuffert u. a., Steir. Landtagsakten
2, 52, 13
;
Rwb ff.;
2.
›Münze, Dreipfennigstück‹;
vgl. (Zahlwort) 4.
Zur Sache:
Kahnt u. a., Alte Maße [...]
1987, 75
.
Bedeutungsverwandte:
(
das
1, ,  1, I, 1,  1; vgl. (
der
2,  1, ,  1, , , ,  2, .
Syntagmen:
dreilinge münzen / schlagen, dün schlagen
;
ein pfennig
[wann] (z. B.
vor hundert jaren
)
wie ein d. gut gewesen sein
;
x dreilinge, x mark halb dreilinge
.

Belegblock:

Goerlitz, Magd. Schöff./Posen
120, 30
(
omd.
,
n. 1423
):
ist komen Joachim mit Margarethin, [...] und hobin bekant, das sy schuldig seyn [...] von iczlichir marg alle wochin vir dreylinge zu wuchir.
Chron. Strassb. (
els.
,
1397
[?]):
und rotslagetent ouch die [erbern botten] daruf, das man grossen unde drielinge slahen und münssen solte, die do gingen by den pfenningen und heilbelingen, dovon das man dester me pfenninge hette.
3.
s. (Zahlwort) 1.
4.
s. (Zahlwort) 1.
5.
s. (Zahlwort) 3.
6.
s. (Zahlwort) 3.
7.
s. (Zahlwort) 5.