drache
(meist),
drake,
der
 ;
-n
, auch
-s/-n
.
1.
›als real existierend gedachtes reptilienartiges Tier; Echse, große Schlange‹; vereinzelt auch: ›Skorpion‹; in der zeitgenössischen, durch die Rezeption antiker naturkundlicher Standardwerke geprägten Wissensliteratur als exotische Lebensform mit verschiedenen Eigenschaften (z. B. extremer Größe, Gefährlichkeit) und Fähigkeiten (z. B. Heilkräften) behandelt; oft im Übergang zu 2.
Vorwiegend chronikalische Texte, darunter Reiseliteratur, sowie naturwissenschaftliche Texte.
Zur Sache:
Lex. d. Mal.
3, 1339-1346
.
Bedeutungsverwandte
(bzw. Orientierungsfeld): ,  1,
1
 1, , , , ; vgl.
2
, , ,  12, ,
2
.
Syntagmen:
der d
. (Subj.)
schweissen, sich anstossen / enthalten, in abgründen wonen, nicht vergiftet haben, in die erde schliefen, einen grossen kam haben, auf dem haupt gekrönt, eines der grösten tiere sein
;
den drachen nachstellen
;
etw
. (z. B.
einen stein
)
aus dem drachen nemen, etw
. (z. B.
kupfer
)
im drachen liegen, etw
. (z. B.
ruten
)
in drachen keren
;
der balsamierte / gekrönte / grosse / lebendige / natürliche / schlafende d
.;
das haupt des drachen
;
vol (von) drachen
.
Wortbildungen:
drachenkoppe
›Schlange, Hydra‹ (Gw zu
2
).

Belegblock:

Belkin u. a., Rösslin. Kreutterb.
130, 1
(
Frankf.
1535
):
ein stein wirt genommen auß des drachen haupt / kompt vonn orient / da groß drachenn seint. Sein krafft ist mechtig / als des steines der da borax genant wirt / so man jn nimpt vß dem drachen dieweil er sich noch regt / darumb so stellen sie den schlaffenden drachen nach.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel
3, 240, 5
(
Straßb.
1466
):
Vnd all wurffen sy
[die ägyptischen Zauberer]
ir ruͦtten: die wurden gekert in tracken
[
Luther
1545, 2. Mose 7, 10:
Schlangen
].
Menge, Laufenb. Reg.
419
(Hs. ˹
nalem.
,
um 1470
˺):
Die sunne hin zúhet | [...] | Vnd gat die werme denne do hin | Der trake slúffet In die erden.
Sudhoff, Paracelsus
13, 43, 28
(
1525
/
6
):
diser schaum ubersilbert ein ietlichs kupfer aus art des mercurii, so in disen draken ligt.
Morrall, Mandev. Reiseb.
27, 12
(
schwäb.
,
E. 14. Jh.
):
Es ist aber lang zitt daz nieman hin dar zuͦ komen, wann es als wuͤst ist und vol von tracken und von schlangen und gifftigen wúrmen.
Barack, Zim. Chron.
4, 114, 20
(
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
das zu selbiger zeit und auch darvor ain solchs gross gewürm und unziffers [...] sich enthalten und insonderhait ain groser drach oder wurm.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
268, 16
(
oobd.
,
1349
/
50
):
VON DEM TRACKEN. Draco ist der grœsten tier ainz [...]. daz tier hât niht vergift. er ist gekrœnt auf dem haupt nâch der grœzen seins leibes, reht als er ainen grôzen kamp hab.
Ebd.
269, 10
:
daz der track gern won in den tiefen abgrünten der erd.
Ebd.
270, 20
:
Drachencopes haizt ain drachenkopp und ist ain slang in Kriechenlant gar grôz und mähtig.
Bauer u. a., Kunstk. Rud.
127
(
oobd.
,
1607
/
11
):
1 gepalsamirter trach.
Sudhoff, a. a. O.
43, 11
;
Morrall, a. a. O.
122, 18
;
Barack, a. a. O.
2, 154, 31
;
Pfeiffer, a. a. O.
270, 12
;
Mylius
D 7r
.
2.
›monströses mythisches Fabelwesen, dem verschiedene Erscheinungsformen (vgl. 1) sowie (überwiegend negative) Eigenschaften und für den Menschen gefährliche Fähigkeiten zugeschrieben werden (z. B. Bewegung in der Luft; Feuerspeien)‹; breite Bezeugung in Literatur (häufig im Kontext ritterlicher Bewährung), Ikonographie und Heraldik; in der Sinnwelt ,Religion‘ Symbol und Urbild des Bösen (auch mit Blick auf heidnische Kulte), damit offen zu 3.
Bedeutungsverwandte
(bzw. Orientierungsfeld):
1
 2,  1, ,  2, ,
1
 1, (
die
), , (s. v.  4), , ; vgl. , .
Syntagmen:
drachen anbeten / ansehen / erlegen / ermorden / (er)töten / sehen / überwinden / verbilden / zertreten, zu tode fällen
;
der d
. (Subj.)
fliegen / herkommen / stehen / sterben, die luft vergiften, jn. ertöten / vergiften / verzeren, etw
. (z. B.
die luft
)
infizieren, jm
. (z. B.
dem menschen
)
schaden, etw
. (z. B.
flammen
)
aus dem mund lassen, durch die luft kommen, zu den knien der göttin stehen, sich
[wo] (z. B.
in den acker
)
herablassen
;
etw
. (z. B.
die hydra
)
ein d. sein
;
etw
. (z. B.
eine höle
)
der drachen vol sein
;
etw
. (z. B.
der elefant
)
dem drachen schwer tun, einem drachen flammen aus dem hals gehen
;
j
. (z. B.
der babst
)
auf dem drachen sitzen, bei einem drachen sein / wonen, (das kind) gegen den drachen die hand bieten, mit einem drachen streiten, j
. (z. B. Jason)
zu einem drachen gehen
;
der alte / feuernde / grimme / grosse / güldene / rote / ungeheure / wilde d
.;
vier drachen von gold
;
flügel wie ein d
.;
der ak / atem, das antliz, die gaben des drachen
;
die haut von einem drachen
.
Wortbildungen:
drachengalle
(a. 1522),
drachengift
(a. 1545),
drachengrim
(a. 1545),
drachenhelm
›mit einem Drachen verzierter Helm‹,
drachenkampf
,
drachenkele
,
drachenkopf
,
drachenmaul
(a. 1522),
drachentier
,
drachenwonung
(a. 1545),
drachenzan
(a. 1538),
drachenzorn
(a. 1538),
drachin
(a. 1636).

Belegblock:

Peil, Rollenhagen. Froschm.
119, 2353
(
Magdeb.
1608
):
Der boͤse Wurm beist zu jhm ein / | Mit seinem Drachenkopf vnd Rachen.
Reissenberger, Väterb.
7721
(
md.
,
14. Jh.
):
Durch sinen wislichen sin | Suͦhte er tracken tiere, | Der vant er zwen schiere.
Hübner, Buch Daniel
8022
(
omd.
, Hs.
14.
/
A. 15. Jh.
):
Ez was in der selben zit | Ein groz trache da besit | In der stat zu Babylon.
v. d. Lee, M. v. Weida. Spigell
33, 17/20
(
omd.
,
1487
):
Es mehr gesellig zcu wanen beÿ einem laẉen vnd trachen den beÿ eym schalkhaftigen adder boßen weÿbe. [...] Ein lawe adder trache so sÿe dem menschen schaden wollen beweÿßen. vorhin ÿren zcorn.
v. d. Broek, Suevus. Spieg.
151r, 21
(
Leipzig
1588
):
darinne ein grosser Drach mit viel Schlangen gesehen worden / Darauff eine hefftige Pestilentz gefolget.
Thür. Chron.
15r, 17
(
Mühlh.
1599
):
Umb die zeit soll ein Trache zu Rom gewesen sein / welcher mit seinem gifftigen Athem die Lufft vergifftet.
Chron. Nürnb.
5, 586, 12
(
nobd.
,
E. 15.
/
A. 16. Jh.
):
Jtem 1496 jar da kom her gen Nürmberg ein track, hieß idra, het drei kopf, was mit dem swantz zwaier eln lank und ein ieder kopf nahet einer eln lank und der mittels was am lengsten und am dicksten.
Thiele, Minner. II,
3, 67
(Hs. ˹
nalem.
/
sfrk.
,
1470
/
90
˺):
die hicz dent mich von ein ander, | ich gluͤ als ein dracken kel.
Ebd.
12, 368
:
du solt ym nit den drachen kampff gebieden | noch schieffen uber mer zum heilgen grabe.
Williams u. a., Els. Leg. Aurea
293, 6
(
els.
,
1362
):
Do zoch sant Gerge sin swert vnd erdoͤte den trachen.
Roloff, Brant. Tsp.
2313
(
Straßb.
1554
):
Ein gulden Helm hab ich gehan | Darauff ein fewrender trach thet stan.
Päpke, Marienl. Wernher
3658
(
halem.
,
v. 1382
):
Das kint die draken ansach, | [...] | Sin hend es gegen den draken bot.
Koppitz, Trojanerkr.
1143
(Hs. ˹
noschweiz.
,
15. Jh.
˺):
Sin schiltt der waz unmassen gantz, | Sin zaichen waz ain trake rott.
Dreckmann, H. Mair. Troja
9, 23
(
oschwäb.
,
1393
):
darnach must er streiten mit ainem grozzen traken, der liez uss seinem mund übel smekend fiurin flamen, do mit er mangen man ertot.
Chron. Augsb.
1, 291, 1
(
schwäb.
,
E. 15. Jh.
):
da was ain track zuͦ Rom, der verzert alltag 300 menschen.
Baumann, Bauernkr. Oberschw.
182, 14
(
schwäb.
,
v. 1542
):
Alß man das koren abschnit, kam ain groß wetter [...], alß ob ayn grosser man oder track sich herablyeß in den acker.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
273, 16
(
oobd.
,
1349
/
50
):
ez sprechent auch etleich, daz ydra ain drach sei, der vil haupt hab.
Guth, Gr. Alex.
3594
(Hs. ˹
oobd.
,
E. 14. Jh.
˺):
die wilden dracken, | Die mit ir posen acken | Vergiften mangen pider man.
Bauer u. a., Kunstk. Rud.
1027
(
oobd.
,
1607
/
11
):
uff dem deckel ist der Perseüs uff dem Pegaso wie er den tracken erlegt.
Baptist-Hlawatsch, U. v. Pottenst.
1342
(
moobd.
,
A. 15. Jh.
):
wann ettleich petten fledermaws an [...], etleich ain slangen oder ainen trakchen als Babilonier.
Nyholm, Füetrer. Gralepen
1248, 3
(
moobd.
,
1473
/
8
):
durch drahen helm frǔmbt er [Eckunot] im [Orilus] so ein wunden.
Fichtner, Füetrer. Trojanerkr.
123, 4
(
moobd.
,
1473
/
8
):
vier tracken chomen pald, | her durch den luft mit ainem wagenn schwinde.
Turmair
4, 95, 2
(
moobd.
,
1522
/
33
):
zue den knien stuenden zwên lewen und tracken, waren silbern, wueg ein ietlicher dreissig zentner.
Peil, a. a. O.
268, 232
;
Wunderlich, Fierrabr.
120, 35
;
Stoltzius, Chym. Lustg.
106, 5
;
Hübner, a. a. O.
8069
;
Ziesemer, Proph. Cranc Vorr. Dan.
272, 15
;
v. Tscharner, Md. Marco Polo
37, 8
;
Pyritz, Minneburg
3772
;
Baumann, Bauernkr. Rotenb.
4, 25
;
Chron. Nürnb.
5, 618, 16
;
Menge, Laufenb. Reg.
5005
;
Päpke, a. a. O.
3648
;
Dreckmann, a. a. O.
24, 23
;
Morrall, Mandev. Reiseb.
130, 23
;
Haltaus, Liederb. Hätzlerin
2, 25, 59
;
Brandstetter, Wigoleis
228, 32
;
Pfeiffer, a. a. O.
77, 25
;
Spechtler, Mönch v. Salzb.
2, 39
;
Bauer u. a., a. a. O.
227
;
McClean, Havich
4328
;
Maaler
404v
;
Dict. Germ.-Gall.-Lat.
121
 f.;
530
;
Dietz, Wb. Luther
1, 449
 f.;
Schweiz. Id.
14, 240
 ff.;
Byland, Wortsch. Zürcher AT.
1903, 35
.
Vgl. ferner s. v. .
3.
›Teufel, höllisches Wesen‹; im christlichen Dualismus vom personifizierten Widersacher Gottes gesagt, häufig in Phrasemen wie
der alte drache
; vereinzelt ütr., dann: ›bösartiger Mensch‹; in diesem Zusammenhang auch als Schimpfwort verwendet; Spezialisierung zu 2.
Gewisse Beleghäufung für Texte der Sinnwelt ,Religion / Didaxe‘.
Phraseme:
˹
der alte drache, der höllische drache
˺ ›Erbfeind, Teufel‹.
Bedeutungsverwandte
(bzw. Orientierungsfeld):  1, , ,  5,  2,  2,
1
 1, ,  1, , ; vgl.  1, , , , ,  1.
Syntagmen:
den drachen überwinden / umbringen / verwunden / zerknütschen, vom himmel in die helle herabstürzen
;
der d. fechten, jn
. (z. B.
menschen
)
erschlagen, sich herabheben, ketzerlich sein, mit den hexen bulen, engel vom himmel ziehen, aus der helle faren, dracones den teufel bedeuten, der d. ein geist / gespenst sein
;
den drachen die köpfe zerschlagen
;
mit dem drachen spielen, wieder den alten drachen stehen
;
der arge / böse / hellische / listige / mordgiftige / stolze / teuflische d
.;
die furcht des drachen
(gen. objectivus),
der mund / rache des drachen
.

Belegblock:

Helm, H. v. Hesler. Apok.
19703
(
nrddt.
,
14. Jh.
):
So vichtet der alde trache, | Der uzer der helle bache | Des tiefen abisses vert.
Strehlke, Nic. Jerosch. Chron.
2742
(
preuß.
,
um 1330
/
40
):
den vint, | den argin, aldin trachin, | der kùsche widirsachin.
Luther, WA
1, 706, 14
(
1518
):
Das des dracken haupt solt kommen in ain klains fischreüßlin.
Ebd.
50, 246, 23
(
1538
):
der Enthusiasmus, [...] von dem alten Trachen jnn sie
[Adam, seine Kinder]
gestifftet.
Karsten, Md. Paraphr. Hiob
767
(
omd.
,
1338
):
der tuvelliche trache, | Des menschen widersache.
Mayer, Folz. Meisterl.
34, 203
(
nobd.
,
v. 1496
):
Der milt unnd guttig pellican, | Auff das er uns mit seinem plut erquicket | Auß dem stinckenden rachenn | Des mort gifftigen trachenn.
Ebd.
100, 150
(
um 1480
):
so er im fur nem zu einem wollust mit dem drachen spilen, daz wurdt auch von den mensch geacht fur snodikeit.
Trunz, Meyfart. Tub. Nov.
38, 22
(
Coburg
1626
):
Sie haben den Trachen uͤberwunden durch des Lambs Blut.
Reichmann, Dietrich. Schrr.
227, 21
(
Nürnb.
1548
):
vnnd nimbt die Histori mit dem Trachen im wasser / dz ist / mit dem koͤnig in Egypten für sich / am Roten meer.
Kehrein, Kath. Gesangb.
1, 23, 10
(
Nürnberg
,
1631
):
Das heilig Creutz mit diesem mach, | Daß von dir weicht der Hoͤllisch Drach.
Ebd.
2, 454, 14
(
München
,
1586
):
Den Trachen stuͤrtzt er
[Erzengel Michael]
zu der stund, | Vom Himmel in der Hellen grund.
Bachmann u. a., Volksb.
270, 23
(
alem.
,
15. Jh.
):
daz got mich dir ze hilff sant zue dem see, da du innn tolicher anngst stunnd vonn des trackes vorcht.
Lauterbach, Orhein. Rev.
74, 12
(
nalem.
,
v. 1509
):
dryg vn rein menschen, als der babest, keyser, kunig von franckrich mit irem gwalt werden den trachen, das ist den turcken, beruͦffen.
Sudhoff, Paracelsus
12, 524, 2/7
(
1532
/
33
):
hierin ist auch zu wissen, das der under kopf des drachen beim schwanz bedeut die kezereien der kirchen [...] dan alle dracones in der magica bedeuten den teufel.
Ebd.
14, 650, 3
(
1589
):
Also wisset von dem drachen [...], welcher an im selbs nichts anders ist dan ein gespenst und geist. das er aber auch sich in ein menschliche form verwandelt und in solcher form mit den hexen bulet.
Ukena, Zuger Trag.
1442
(
halem.
,
1598
):
das Heilig Holtz, | Ahn welchem du [Gott] den Dracken stoltz, | So gwalttig vberwunden hast.
Sappler, H. Kaufringer
1, 164
(
schwäb.
, Hs.
1464
):
du böser track, | du pist aller untrew vol.
Baptist-Hlawatsch, U. v. Pottenst.
567
(
moobd.
,
A. 15. Jh.
):
,Der trakch der von hymel viel czoch [...]‘, daz ist ainen grossen tail der engel die seiner poshait mithellig waren.
Luther, WA
7, 431, 28
;
10, 2, 55, 32
;
30, 3, 564, 20
;
Kehrein, a. a. O.
3, 199, 8
;
Göz. Leichabd.
172, 12
;
Reichmann, a. a. O.
226, 22
;
Sudhoff, a. a. O.
11, 278, 6
;
Päpke, Marienl. Wernher
6827
;
Haas u. a., Erasmus/Jud. Klag
17v, 13
;
Baptist-Hlawatsch, a. a. O.
681
;
Schweiz. Id.
14, 240
 ff.
Vgl. ferner s. v.
1
 18.
4.
›Überschneidung der Mondbahn mit der Ekliptik‹; auch: ›Sternbild‹.
Phraseme
der schiessende drache
›Meteor, feurige Himmelserscheinung‹ (dazu bdv.:
springende geis
).

Belegblock:

Fischer, Folz. Reimp.
44, 39
(
Nürnb.
1482
):
so fil fewr erschein im lufft | Der schissend trach, die springend geys | Und ander fewr, dovon man weys, | Die sich in lüfften offt erglenczen.
Brévart, K. v. Megenberg. Sphaera
57, 7/9/12
(
noobd.
,
1347
/
50
):
der fuͤrer uͤberschrenkt den gleicher an zwain steten, und deu gestalt des uͤberschrenkens haizzt der trakk, wanne si ist prait ze mittelst und enge gegen den enden. Und deu uͤberschrenkung, durch die der mon weltzzet von mittemtag gegen der pernspitzzen, haizzet dez drakken haubt, aber deu ander uͤberschrenkung, durch die der mon weltzzet von der pernspitzzen gegen mittemtag, haizzet des drakken zagel.
Schwäb. Wb.
2, 300
 f.
5.
für Gegenstände gebraucht, die mit
drache
(1-3) in Vergleich gesetzt werden, z. B. ›Anker mit vier Schaufeln‹; ein Geschütz; ›griechisches Feuer‹; in der Alchemie vermutlich eine Art Salpeter.

Belegblock:

Lappenberg, Fleming. Ged.
481, 45, 11
(
1636
):
Geht, eilt und bleibt allda! Man leichtet schon den Draggen.
Lauterbach, Orhein. Rev.
152, 6
(
nalem.
,
v. 1509
):
Er lert ouch, den trachen vß der bussen schiessen als ein mil weges wit.
Schwäb. Wb.
301
(a. 
1504
);
Barke, Spr. d. Chymie.
1991, 217
(a. 
1602
).