1
donen,V.;
– Nahezu ausschließlich ˹nrddt. / md.; älteres Frnhd.˺; oft Verstexte der Sinnwelt ,Religion‘.
1.
›sich dehnen, spannen; schwellen‹.Belegblock:
Denn was jst mir das fur ein fasten, wenn man [...] den wanst gefullet, das er donet?
Alle die da wonten, | Uf Gotes lob sie donten | Als ein gezogene seite.
mon sol [...] den [faden] mit eim ende pinde an dy obersten / czene vnd sol den fadenn streicken auf / das harcz, das er done.
Als jenen der da yzt zuvil, | So daz im bin der hut
[›unter der Haut‹]
sin buch | Sere donet und wirt gluch. So wil ich in
(›eine dünne Haut‹). [Jesus]
pehefften | Nach allen meinen krefften | All hie mit dem guetten riem, | Das er donnet als ain schliem2.
›sich anstrengen, nach etw. streben‹; ütr. von 1.Nur nrddt. und md.
Belegblock:
wend anderhalb der tufel wonet | der immer laget und donet, | wie er daz volc vorirre.
sô jene dort inbinnin | menlîch strebtin widir | werfinde hernidir | in werlîchim donen | pfile, steine, ronen.
er David quam | Vor des armen licham, | Der mit der suche donte | Unde doch die sele wonte | In im durch die vruntschaft.
3.
›sich aufhalten, an einem Ort verweilen, verharren‹; als Ütr. von 1 auffassbar; auch: ›nicht von etw. (z. B. einer Irrlehre, der Sünde) ablassen, bei etw. verbleiben‹.Nur älteres Frnhd.; überwiegend omd. Texte religiösen Inhalts.
Belegblock:
daz sî [dî samische dîte] abir donte | ûf des ungeloubin spor.
Memilburc hûs unde stat | [...] | daz ê dî brûdre von Lîflant | gebûwit hatten und bewont | unde in urloige
[›im Krieg‹]
dâ gedont | widdir dî heiden. daz er [der gerechte] mit kummer wone | Und ouch gar verholen done | In husern dy zuvallen sin.
In der wuste er wonte | Pharan genant und donte.