1
donen,
V.;
zu
mhd.
donen
›geschwollen sein, verweilen, sich anstrengen‹
(
Mwb
1, 1339
).
– Nahezu ausschließlich ˹nrddt. / md.; älteres Frnhd.˺; oft Verstexte der Sinnwelt ,Religion‘.
1.
›sich dehnen, spannen; schwellen‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl. 2, 2, 1.

Belegblock:

Luther, WA (
1532
):
Denn was jst mir das fur ein fasten, wenn man [...] den wanst gefullet, das er donet?
Reissenberger, Väterb. (
md.
, Hs.
14. Jh.
):
Alle die da wonten, | Uf Gotes lob sie donten | Als ein gezogene seite.
Scholz, Lanfrank. Chir. Parva
229v, 14
(
md.
/
oobd.
,
1446
/
8
):
mon sol [...] den [faden] mit eim ende pinde an dy obersten / czene vnd sol den fadenn streicken auf / das harcz, das er done.
Karsten, Md. Paraphr. Hiob (
omd.
,
1338
):
Als jenen der da yzt zuvil, | So daz im bin der hut
[›unter der Haut‹]
sin buch | Sere donet und wirt gluch.
Wackernell, Adt. Passionssp. St. II,
1839
(
tir.
,
v. 1496
):
So wil ich in
[Jesus]
pehefften | Nach allen meinen krefften | All hie mit dem guetten riem, | Das er donnet als ain schliem
(›eine dünne Haut‹).
Reissenberger, a. a. O. ; .
2.
›sich anstrengen, nach etw. streben‹; ütr. von 1.
Nur nrddt. und md.

Belegblock:

Helm, H. v. Hesler. Nicod. (
nrddt.
,
14. Jh.
):
wend anderhalb der tufel wonet | der immer laget und donet, | wie er daz volc vorirre.
Strehlke, Nic. Jerosch. Chron. (
preuß.
,
um 1330
/
40
):
sô jene dort inbinnin | menlîch strebtin widir | werfinde hernidir | in werlîchim donen | pfile, steine, ronen.
Reissenberger, Väterb. (
md.
, Hs. 
14. Jh.
):
er David quam | Vor des armen licham, | Der mit der suche donte | Unde doch die sele wonte | In im durch die vruntschaft.
3.
›sich aufhalten, an einem Ort verweilen, verharren‹; als Ütr. von 1 auffassbar; auch: ›nicht von etw. (z. B. einer Irrlehre, der Sünde) ablassen, bei etw. verbleiben‹.
Nur älteres Frnhd.; überwiegend omd. Texte religiösen Inhalts.
Bedeutungsverwandte:
vgl. , 1,
1
2, 3, (V.) 1, (V.) 1, 3, 5, ,
2
1; 2.

Belegblock:

Strehlke, Nic. Jerosch. Chron. (
preuß.
,
um 1330
/
40
):
daz sî [dî samische dîte] abir donte | ûf des ungeloubin spor.
Memilburc hûs unde stat | [...] | daz ê dî brûdre von Lîflant | gebûwit hatten und bewont | unde in urloige
[›im Krieg‹]
dâ gedont | widdir dî heiden.
Karsten, Md. Paraphr. Hiob (
omd.
,
1338
):
Daz du in den sunden dones | Und also dar inne wones.
daz er [der gerechte] mit kummer wone | Und ouch gar verholen done | In husern dy zuvallen sin.
Gerhard, Hist. alde e
648
(
omd.
,
um 1340
):
In der wuste er wonte | Pharan genant und donte.
Hübner, Buch Daniel (
omd.
, Hs.
14.
/
A. 15. Jh.
):
So werden vluchtic vil gar | Vogle, tyere mancher schar | Die oben, unden wonten, | Ruende bi im [dem boum] donten.
Strehlke, a. a. O. ;
Reissenberger, Väterb. ;
Karsten, a. a. O. .