1
dom,
tuom,
1
tum,
der
 ;
-(e)s/-en
;
zu
mhd.
tuom
›bischöfliche Kirche‹
(Lexer
2, 1574
) bzw. aus
frz.
dôme
, die beide auf
mlat.
domus (dei episcopalis)
›bischöfliche Hauptkirche und Residenz‹
zurückgehen (Pfeifer
2000, 236
; Schulz/Basler
4, 1999, 863
 ff.).
›bischöfliche Kirche; Kirchengebäude; Hauptkirche eines Ortes‹; metonymisch: ›(dem Dom zugehöriges) Kollegium von Geistlichen‹.
Zur Sache: LThK
3, 476
.
Bedeutungsverwandte:
, ,  1,  1,  1, , (
der/die/das
12, .
Syntagmen:
einen d. aufrichten / bauen / stiften / weihen, jm. den d. verbieten
;
der d
. (Subj.)
verbrinnen, etw
. (z. B.
ein kloster
)
sein
;
auf den d. kommen, etw
. (z. B.
ein kapitel
 )
auf dem d. haben, j. in den d. reiten / wollen, j
. (z. B.
ein bischof
 )
in dem d. predigen, begraben liegen
(mehrfach),
messe haben, die messe in dem d. anrichten, kleinode in dem d. stelen, unzucht in dem d. üben, etw
. (z. B.
glocken
)
in den d. henken, zu dem d. läuten, etw
. (z. B.
eine kirche
)
zu einem d. aufrichten, jn. zu dem d. aufbinden
›aufbahren‹;
der d. der christen, weltlicher priester
 ;
der d. zu
[Ortsname];
ein jeglicher d., der ganze / grosse / oberste d
.;
die chorherren des domes
;
die weiber auf dem d., der predicant, das kapitelhaus im d., zwei türen in dem d., beichtstüle zu dem d
.
Wortbildungen:
domfrau
,
domfriedhof
,
domgrede
(zum Gw s. , s. v.  1),
domhaus
,
domhof
,
domisch
,
domkepler
,
domkirche
,
domklosterfrau
,
domküster
,
dommeister
,
dompfarre
,
dompfarrer
(a. 1410),
domprediger
,
domsagrer
›Domsakristei‹,
domweihe
.

Belegblock:

Luther, WA
30, 2, 330, 29
(
1530
):
lasst sie faren, die schelmen, Sie sollen nicht Bisschofflich noch Thuͤmisch leben fuͤren, Es gebuͤrt allein zu der Kirchen und den Gottes dienern.
Ebd.
3, 302, 32
(
1531
):
Da kompt denn auff deinen hals und gewissen alle die huͤrerey, ehebrecherey und unzucht, so jnn den Thuͤmen und Stifften bis her und noch geuͤbet sind.
Loesch, Kölner Zunfturk.
2, 279, 4
(
rib.
,
1396
):
in den jaren uns hieren dusent druihundert seisindnuͦinzich zo domwiinge wijsten ind gaven uns unse hieren v. r. mit namen den sarworteren.
Aubin, Weist. Hülchrath
173, 19
(
rib.
,
1549
):
wisen die scheffen und gesworen zu Anstell m. g. herren domcuster alle gerechtiget zu, den antast und die gefangen dae in dem stock zu halden.
Buch Weinsb.
1, 234, 30
(
rib.
,
um 1560
):
graff Georgen van Seine der elter, domkepler, uis befilch des domcapittels hat er im das scloss folgens mit 200 lanzknechten ingenomen.
Ebd.
4, 263, 8
(
1596
):
Als under erzbischof Salatini zeiten im dom die vil tusent gulden wert kleinaten [...] gestoln worden und uff disse stunde nit ausgebrochn, wahin sie komen.
Chron. Köln
2, 441, 4
(
Köln
1499
):
disse bischof licht begraven in dem doim zu Coelne.
Kollnig, Weist. Schriesh.
94, 29
(
rhfrk.
,
1610
):
müssen heutigs tags die hübner solchen zinß [...] gen Ladenberg in tumbhoff uf einen gewissen tag sammelhaftig miteinander liefern.
Müller, Faustb.
903, 26
(
Frankf.
1587
):
[Padua] auch hat eine schoͤne Thumbkirch.
Hoffmann, Würzb. Polizeisätze
77, 16
(
nobd.
,
1376
):
Man sol auch die erbeyter gewinne des morgens fru vor der glocken, die man zum tuͤmme dorzu luten sol.
Stackmann u. a., Frauenlob
5, 6, 1
(Hs. ˹
nobd.
,
3. V. 15. Jh.
˺):
Die siben heilikeit sint in der cristen tum | in hohem rum | gegeben zu selden stiure.
Engel, Rats-Chron. Würzb.
202, 3
(
nobd.
, Hs.
M. 17. Jh.
):
am dinstag [...] hat der [...] weyhebyschof zu Würzburg, bede glockhen, die man in thum gehenckt hat, gedauft.
Sachs
17, 66, 11
(
Nürnb.
1553
):
Ich wil nein in thumb, | Nach eim thumbherren sehen umb.
Koller, Ref. Siegmunds
210, 18
(Hs.
um 1474
):
Es sein auch thümclosterfrawen, dye meinen frey zü sein; sy tragen alle farb; sy gen zü hoffen und zü dentzen.
Ebd.
212, 6
:
ich furcht, man hab nit vil glucks von thumherrn und von thümfrawen.
Vetter, Pred. Taulers
377, 2
(
els.
,
1359
):
Es ist hútte die kilwin
[›Kirchweihe‹]
in der hohen muͦterkilche, in dem großen tume.
Rennefahrt, Staat/Kirche Bern
185, 2
(
halem.
,
1485
):
daͧmitt bi uns ein gantzer thuͦm weltlicher priester, die ein geordnet capitell foͤrmlichen representieren, uffgericht [...] mog werden.
Barack, Zim. Chron.
1, 360, 1
(
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
als er [s. Ulrich] ainsmals im tomb zu Augspurg ganz andechtig mess gehept.
Chron. Augsb.
6, 61, 9
(
schwäb.
, zu
1534
):
den ersten augusti haben die zuͦ Unser Frauen im thum die silberen tafl ausm kohr hinweck thun und gen Dillingen gefuert zuͦ irem abgot.
Ebd.
7, 55, 23
(zu
1548
):
Auf sonntag (nach) s. Steffanstag [...] hat der bischoff Otto [...] hie zuͤ Augspurg im Thumb gepredigt.
Ebd.
111, 1
(zu
1549
):
Wie der printz in den Thumb und nach dem ampt auf die Pfaltz [...] geritten, und alles herrlich zuͤgangen ist.
Ebd.
9, 50, 11
(
1544
/
45
):
zudem ist der gantz thom alhie zu Auspurg, diser zeit noch ain closter und die corherren gereguliert gewesen.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
294, 11
(
oobd.
,
1349
/
50
):
Pei den peinen verstên ich ainen iegleichen tuom, dâ ain pischolf weisel ist der kôrherren.
Bastian u. a., Regensb. UB
469, 3
(
oobd.
,
1378
):
er will begraben sein zu der tumpfarr bey dem ymmerlicht.
Bastian, Runtingerb.
2, 428, 21
(
oobd.
,
1405
):
1 lb. helbling dem tummaister.
Meisen u. a., J. Eck
27, 26
(
Ingolst.
1526
):
bruder anthonius, predicant im thuͦm.
Ebd.
34, 6
:
Matthias Kretz, thuͦmprediger zuͦ Augspurg.
Leidinger, V. Arnpeck
510, 37
(
moobd.
,
v. 1495
):
in dem benanten jar sind [...] der thum, sand Andre, all kapellen [...] und di stat ganz verprunen.
Chron. baier. Städte. Regensb.
37, 13
(
moobd.
,
1521
):
Disen montag hat man angefangen, den thumbfreithoff beschit.
Ebd.
53, 5
(
1523
):
also stellet man ine
[einen gewalttätigen Priester]
auff der thumbgred auff.
Ebd.
74, 5
(
1527
):
mittwochen nach conceptionis Marie, [...] ist ein castn im thumsagrer bey der nacht verschmolzen.
Turmair
5, 173, 2
(
moobd.
,
1522
/
33
):
Si pauten kirchen zu Neuters in Ungern [...] und weihet Adlram, der erzbischof von Salzburg, den tomb zu Neuters.
Ebd.
258, 20
:
Burger münich pfaffen [...] flohen hinab gên Passau, da vermaurten si es [hailtumb] in der maur zwischen zweier türn in dem tomb.
Piirainen, Stadtr. Sillein
52a, 2
(
sslow. inseldt.
,
1378
):
Von keyser otten [...] der den halten tvͤm stifte czu meideburg.
Kurz, Waldis. Esopus
4, 39, 6
;
Rennefahrt, a. a. O.
216, 15
;
Chron. Augsb.
2, 23, 41
;
9, 359, 22
;
Chron. baier. Städte. a. a. O.
14, 3
;
Turmair
5, 42, 19
;
Rot
307
;
Rwb
2, 1016
;
Matzel u. a., Spmal. dt. Wortschatz.
1989, 312
 f.
Vgl. ferner s. v.  11,  1,  14, .