dirdendei,
tirtei,
wohl
der
 ;
-s/–
;
aus afranz.
tiretaine
›grobes, halb wollenes, halb leinenes Zeug‹
(Gamillscheg, Etym. Wb.
850
), vielleicht über
mnl.
tiereteine
(Verwijs/Verdam
8, 332
; Dwb, Neub.
6, 1115
).
1.
›Tuch, Mischgewebe aus Wolle und Leinen‹.
Gehäuft Wirtschaftstexte.
Syntagmen:
d. gelten / verkaufen
;
x ellen dirdendeis
;
etw
. (z. B.
ein tuch
)
von d., das ampt von dem d
.
Wortbildungen:
tirteiampt
›Tirteiweberzunft‹,
tirteisgezauwe
›Webstuhl für
tirtei
‹.

Belegblock:

Ziesemer, Gr. Ämterb.
666, 32
(
preuß.
,
1437
):
1 newe kasel von dyrdendey.
Loesch, Kölner Zunfturk.
1, 183, 23
(
rib.
,
1398
):
as zwist, zweionge oder stoesse sich etzliger maissen erhaven hatten [...] tuschen [...] den meisteren an eine sijde ind den broederen [...] des tirteiamptz an die ander sijde.
Ebd.
2, 172, 10
(
1318
):
Dat ingeyn schroder [...] in sal gaen buschen den gedemen gelden eynnich gewant nog tirtey nog hasin.
Ebd.
323, 17
(
1400
):
4 tirteisgezouwen ind niet me.
Haltaus, Liederb. Hätzlerin
2, 42, 70
(
schwäb.
,
1471
):
Ich chaufft ain tuͦch von dirdenday, | Das was halbs leynin.
Bastian, Runtingerb.
2, 187
(
oobd.
,
1401
):
ich gab dem Ventzela Lech 10 ellen direndails.
Starzer, Qu. Wien
1, 5, 5814, 232
(
moobd.
,
1624
):
gmaine leinbath, thirmethey, zwilch, plahen.
Ziesemer, a. a. O.
237, 2
;
Schmitt, Ordo rerum
211, 23
;
Schmeller/F.
1, 537
;
Matzel u. a., Spmal. dt. Wortschatz.
1989, 78
;
Rosenqvist, Frz. Einfluß.
1943, 568
 f.
2.
›Durcheinander, Unsinn‹; ütr. zu 1.
Bedeutungsverwandte:
vgl. , .

Belegblock:

Fuchs, Murner. 4 Ketzer
2829
(˹wohl
Straßb.
˺
1509
):
Dar kamen sye gegangen gedrat | Mit andacht zuͦ solichem geschrey / | Do was es nur das dyrdumdey.
Spanier, Murner. Schelmenz.
46, 30
(
Frankf.
1512
):
Wen wir die backen hondt gekielt, | ein guͦt gesel dem andern zielt: | Gantz uß das glaß / oder vier stein! | so reden wir dann vom dirdendein.
Haltaus, Liederb. Hätzlerin
2, 58, 216
(
schwäb.
,
1471
):
Wann sich gelück versturtzet, | So ist der lieb der ruck entzway, | Als gar ist nun dyrdenday | Die mynn, der man geruͦchet, | Ich waisz, wie mans vertuͦchet.