dinster,
dunster,
Adj.
›dunkel, düster, finster‹; in religiösen Texten oft in tropischer Verwendung.
Im 15. Jh. auslaufend; Texte der Sinnwelt ,Religion / Didaxe‘.
Bedeutungsverwandte:
(Adj.) 1, ; vgl. 1.
Gegensätze:
2.
Syntagmen:
etw
. (z. B.
js. bekentnis, das geschaffene liecht
)
(jm.) d. sein / werden / wesen
;
etw
. (z. B.
das haus
)
d. machen
;
der dinstere wald
.
Wortbildungen:
dinstere
(
die
),
dinsterheit
,
dinsternis
.

Belegblock:

Stackmann u. a., Frauenlob
7, 2, 6
(Hs. ˹
v. M. 14. Jh.
,
md.
auf.
nd.
Grundlage˺):
da hete die ware minne ein blas | entzündet, daz gab solchen schin, | die sunne klar muz dabi dinster wesen.
Strauch, Par. anime int.
11, 15
(
thür.
,
14. Jh.
):
wan der engil ein fol licht hatte [...], darumme waiz her minner zu inschuldigine wan der mensche, des bekentnisse dinstere waz.
Eggers, Psalter
36, 3
(
thür.
,
1378
):
min got, irluchte min dinsternisse.
Neumann, Rothe. Keuschh.
4943
(
thür.
,
1. H. 15. Jh.
):
dannoch dick des gebricht | das si wil van dem hertzen nicht. | glich also das schone licht vortribet | das kein dinster umme ess blibet.
Quint, Md. Karl u. Eleg.
531
(Hs. ˹
thür.
,
n. 1455
˺):
Loß vns fliehen vel balde | Zuͦ dem̄ dinstern walde!
Gille u. a., M. Beheim
140, 80
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
Sy haben ach grass vinster | nur sa vil lihcz, daz in czu plik | leuhtet, daz sy sehen dy schrik | dy in lieber wern dinster
(›verborgen‹).
Bihlmeyer, Seuse (
alem.
,
14. Jh.
):
Swenn nu der geist in diser verklerten glanzenrichen dúnsterheit na sin selbs unwússentheit eigenlichen hie wonhaft wirt, so verlúret er ellú mitel und alle sin eigenschaft.
Vetter, Pred. Taulers (
els.
,
E. 14. Jh.
):
lo din uzlouffen [...] sin [...] und blip do in dem Egiptenlande in dem dúnsternisse bitz du von dem engel uzgeladen wurst.
Ebd. (
1359
):
so das ungeschaffen liecht beginnet glenzen und schinen, so muͦs von not das geschaffen liecht dunster und dunkler werden.
Quint, a. a. O.
409
;
Pyritz, Minneburg
742
;
Vetter, a. a. O. ;
Türk, Wortsch. Dietr. v. Gotha.
1926, 20
.