dinsen,
V., unr. abl.;
zu
mhd.
dinsen
›gewaltsam ziehen, schleppen, führen‹
(Lexer
1, 438
);
vgl. auch .
1.
›jn. / etw. (gewaltsam) (an einen Ort) ziehen, zerren‹; vereinzelt: ›etw. spannen, dehnen‹; teilweise offen zu 2.
Älteres und mittleres Frnhd.
Bedeutungsverwandte:
, ; vgl. ,
1
 1, , ,
1
 1.
Syntagmen:
sich d
. (von mehreren Personen gesagt);
jn
. [wohin] (z. B.
in die hölle, vor js. haus
)
d
.,
jn. bei seinem bart und har d., mit dem hals d.
;
(jm.) etw
. (z. B.
der leib
)
d
.;
mit jm. dinsend gehen
.
Wortbildungen:
dinsen
(
das
) wohl ›Krampf, Zuckung‹ (im Beleg im Pl.).

Belegblock:

Loesch, Kölner Zunfturk.
1, 100, 40
(
rib.
,
1397
):
Vort sowilch man, wijf, kneicht of maet an diesme ampte einchen koufman of koufwijf duͦnshe vur sin huͦis [...], de sal dri s. zo buessen gelden.
Bömer, Pilgerf. träum. Mönch
9490
(
rhfrk.
,
um 1405
):
Ich
[Habgier]
glichen dem affen der das ploch fuͦret | Und das tynset und huͦdet.
Froning, Alsf. Passionssp.
390
(
ohess.
,
1501 ff.
):
phunt, qwentyn und loyth | lere ich [Astoroth] die kremer falsch machen! | myt solichen hebelichen sachen | wel ich sye in die helle dynßen.
Ebd.
5612
:
mer woln em den arm machen langk, | mer woln em dynßen synen lipp.
Mayer, Folz. Meisterl.
27, 62
(
nobd.
,
v. 1496
):
Halßschleg und packenschlege groß | Mit plentung seiner augen clar | Deß wart mit ym gespilt on moß, | Getunsen pey seim part und har.
Euling, Kl. mhd. Erz.
789, 29
(
nobd.
,
E. 15. Jh.
):
gib deinen liechten roten münt | der schwercz, duren und den dinssen
[›Krämpfen‹]
| und deiner stym das schreyen und winsen.
Barack, Teufels Netz
8384
(
Bodenseegeb.
,
1. H. 15. Jh.
):
Wan was die andern all | Herzuo tragend mit schall, | Das besliessend die zwen [keller und koch] vil lins, | Si tuond es tragen und dinsen.
Matthaei, Minner. I,
7, 413
;
Williams u. a., Els. Leg. Aurea
749, 24
;
Rwb
2, 1009
;
Schweiz. Id.
13, 738
;
Schwäb. Wb.
2, 219
.
2.
›etw. tragen, schleppen‹; eng anschließbar an 1.
Bedeutungsverwandte:
; vgl.
2
.

Belegblock:

Maaler
91r
(
Zürich
1561
):
Dinsen / Auff d‘ achßlen tragen.
Dict. Germ.-Gall.-Lat.
119
(
Genf
1636
):
Jch muß die Kinder stets [Dinsen] vnnd schleppen.
Dasypodius
307v
;
Schöpper
37b
.
3.
›sich / etw. fortbewegen, an einen Ort, in eine Richtung bewegen‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  16;  1; (V.) 1.

Belegblock:

Schneider, Pont. u. Sid.
125, 10
(
rhfrk.
/
mosfrk.
,
2. H. 15. Jh.
):
Die jungffrauwe qwam aber dinsen mit irm twerge vnd mit dem hantbogen.
Sachs
1, 443, 36
(
Nürnb.
1533
):
[Der Todt] ließ ein scharpff schneydende sensen | Radscheyblich auff der erd her densen.
Niewöhner, Teichner
723, 49
(Hs. ˹
oschwäb.
,
1472
˺):
all veind und poͤs gaist | die zuͤ hell seind verwaist, | ob die all kamen gedenst | mitt irm rat und mit irm gespenst, | es war ain verlorn ding.
4.
›sich ausdehnen, schwellen‹.
Wortbildungen:
dins
,
dinse
wohl ›Schwellung, Beule‹ (dazu bdv.:  23).

Belegblock:

Pyritz, Minneburg
78
(
nobd.
, Hs.
um 1400
):
Daz sie [blumen, kruter] vor edelm smak dunsen, | Als sie vor suß trunken weren.
Anderson u. a., Flugschrr.
30, 4, 30
([
Straßb.
1522
]):
Das dich die dinß vnd beüll an kom
(Verwünschung).