dinglich,
Adj.
1.
›gegenständlich; real, wirklich‹;
zu  1.
Bedeutungsverwandte:
vgl. ,  5.

Belegblock:

Jostes, Eckhart
85, 14
(
14. Jh.
):
Ander meister sprechen, daz die gotheit nimmer hab dann zweierley underscheid, redlich und dinklich.
Schmidt, Rud. v. Biberach
56, 10
(
whalem.
,
1345
/
60
):
Wir nemen ein speculatiun, wenne wir ein ding sehen vnd bekennen in dem spiegel vnd in sinem bilde, nuͥt in siner dinglicher gegenwuͥrtigi.
Morgan u. a., Mhg. Transl. Summa
15, 13
(
schwäb.
,
14. Jh.
):
ein ieklich widertragung, die da zebetrahten ist zwischen got unde der creaturen, dü selbe widertragung ist dinklich in der creature.
Ebd.
370, 6
.
2.
›das Gericht betreffend, gerichtlich; gerichtsüblich; vom Gericht festgelegt‹;
zu  13.
Rechts- und Wirtschaftstexte.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  1234,  2.
Syntagmen:
der dingliche tag
›Gerichtstag, -termin‹,
das dingliche gericht / recht / urteil
;
etw. d. bestellen
.

Belegblock:

Buch Weinsb.
1, 147, 20
(
rib.
,
um 1560
):
Also wart uns ein dinklicher tag angesatzt.
Aubin, Weist. Köln/Brühl
27, 2
(
rib.
,
1650
):
welche nit auf den gewöhnlichen dinklichen tag erscheinen [...], boißfaltig 7 ½ schilling auf gnade.
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
147, 25
(
thür.
,
1474
):
met guten unde rechten dinglichen orteyln nach des gerichtis unde rechtis ordenunge.
Ermisch, Sächs. Bergr.
197, 10
(
osächs.
,
1509
):
Wu aber den parten beiden [...] meher gelieben worde die sach vor geordenten dingklichem gericht austzutragen, alsdan sall die sach an [...] unsßer bergkgericht [...] geweist werden.
Berthold u. a., Zwick. Stadtrref.
171, 5
(
osächs.
,
1542
/
70
):
Auf ergangen rechtlichs erkentnus hege ich als stadvoigt dieser loblichen stadt [...] gericht [...] und bedinge diesen gericht alles dinglichs recht, das es von recht und gewonheit wegen haben sal.
Loesch, Kölner Zunfturk.
1, 71, 30
;
Aubin, Weist. Hülchrath
96, 3
;
Hilliger, Urb. St. Pantaleon
364, 27
;
Lamprecht, Dt. Wirtschaftsl.
3, 522, 19
;
Rwb
2, 977
.