dil,
dille,
der/die
;
–/-(le)n
;
Pflanzenname,
meist im Plural;
zu
mhd.
tille
(Lexer
2, 1438
).
›Dill, Anethum graveolens L.‹; krautige, doldentragende Gewürz- und Heilpflanze; vereinzelt auch zur Bezeichnung anderer Pflanzen.
Gewisse Beleghäufung in Fachtexten.
Zur Sache: Marzell
1, 305
; Lex. d. Mal.
3, 1052
.
Wortbildungen:
dil(len)kraut
,
dillenöl
,
dil(le)same
,
dilsensame
,
dilscheibe
›Dillsamen, -früchte‹.

Belegblock:

Follan, Ortolf. Arzneib.
85, 12
(
rib.
,
1398
):
Men sal eme [...] dat houet myt watere waschen, da camillen vnde dillen vnde violn vnde rosen [...] inne gesoden sy.
Eckhardt, Ohess. Klöster
2, 447, 42
(
hess.
,
1460
):
Nempt dilßensamen, anis, lagkriczien adder kolstak.
Ermisch u. a., Haush. Vorw.
77, 20
(
osächs.
,
1570
/
7
):
Wilt du haben, das dein vieh nicht bezaubert werden soll, so solt du an sanct Walburgisabend widerthat und düllscheiben nemen, die dem vieh eingeben.
Ebd.
194, 10
:
Nim tillesamen, soviel du kanst zwuschen zweien fingern halten.
Mayer, Folz. Meisterl.
75, 406
(
nobd.
,
1517
/
8
):
Mocht das thilln kraüt grün bleiben stett.
Sachs
21, 168, 35
(
Nürnb.
1563
):
Wil ich dich deiner bit gewern, | Zu erzelen vil kreuter gut | Und würtz. Erstlichen die wermut, | Tilkraut, salve, petonien.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel
1, 260, 1
(
Straßb.
1466
):
Wann wee euch phariseer ir do verzehent die múntz vnd die rauten vnd den tille vnd ein ieglicg kraut des garten
[
Luther
1545, Lk. 11, 42:
die Mintze vnd Rauten / vnd allerley Kol
 ].
Sudhoff, Paracelsus
10, 118, 13
(
1536
):
tu darzu 6 lot terpentin und ein lot dillenöl.
Ott-Voigtländer, Rezeptar
214v, 30
(Hs. ˹
nalem.
,
um 1400
˺):
Der vil gerachse, der baizze tillen mit honig // vnd necze das hopt.
Arndt, biechlin
B jv
(
Freiburg
1523
):
Nym rautē / dillen / gamander / salbey [...] müsch die mit gūtten specereyen.
Löffler, Columella/Österreicher
2, 245, 13
(
schwäb.
,
1491
):
samen der krútter brassice und lactugen, [...], der kerblen, der tillen.
Rechn. Kronstadt
1, 473, 16
(
siebenb.
,
1522
):
ÿsopo, raffano, kÿm et dell.
Ermisch u. a., a. a. O.
92, 14
;
Keil, Peter v. Ulm
54
;
Chron. Strassb.
1, 117, 25
;
Henisch
708
;
Brack
d 9v
;
Schwäb. Wb.
2, 208
;
Gleinser, Anna v. Diesb. Arzneib.
1989, 78
.