dieweil,
Adv.
(1),
Konj.
(2-4);
Zusammenrückung aus
mhd.
die wîle
(Lexer
4, 886
);
vgl. auch .
1.
›während einer im Jetzt gegebenen oder vorausgesetzten Zeit, unterdessen, inzwischen‹; temporales Adv. zur Angabe der Zeiterstreckung.
Gehäuft berichtende Texte.

Belegblock:

Leman, Kulm. Recht
2, 5, 56
(
Thorn
1584
):
Eyn iclich pflege iungelyng sal pfleger han tzu vumf vnd tzwentzyg iaren. dy wyle sal her myt syme gute nicht tun ane syner pfleger wylle.
Chron. Köln
2, 119, 17
(
rib.
,
1. H. 15. Jh.
):
da waz bi der marggraf van Brandenburg [...], der waz dewile in Behemlande.
Sappler, H. Kaufringer
1, 157
(
schwäb.
, Hs.
1464
):
sein pruoder, der sälig man, | lag dieweil an seim gepet, | da der engel die diebstal det.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron.
141, 32
(
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
Do sahen die hawbtlewdt, das die Turckhen die Kristen haymlich dieweyl erschlugen.
v. Groote, Muskatblut
89, 8
;
Buck, U. v. Richent. Chron. Conz.
141, 3
;
Chron. Augsb.
5, 31, 18
;
Turmair
5, 22, 20
;
Roth, E. v. Wildenberg
138, 21
.
2.
›während, solange‹; temporale Konj.

Belegblock:

Franz u. a., Qu. hess. Ref.
2, 209, 36
(
hess.
,
1535
):
Mattheus Dieckman soll keinen zins geben, dieweil das blinde arme kint lept.
Ralegh. America
3, 22
(
Frankf.
1599
):
Dieweil wir also die zeit vertrieben / gerieht ich mit noch einem Cassique auß dem Gestad gegen Nord in Kundtschafft.
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
68, 18
(
thür.
,
1474
):
sintdemal sy danne vorhen, dywyle sy lebete, alle ir gud Hanßen Thymen [...] gegebin hat.
Dinklage, Frk. Bauernweist.
115, 35
(
nobd.
,
1. H. 15. Jh.
):
die vogtherren sollen von dem gerichtstab zeren, dieweil das gericht werdt.
Turmair
1, 320, 35
(
Nürnb.
1541
):
es werden laster sein, dieweil die menschen weren.
Kehrein, Kath. Gesangb.
1, 57, 32
(
Nürnb.
1631
):
Hab ich doch nie keins Manns begehrt, | Dieweil ich leb auff dieser Erd.
Chron. Augsb.
5, 13, 26
(
schwäb.
,
1523
/
7
):
es hatt auch die Lamenittin aus den secklen nit geessen, dieweil ir dienstmagt bei ir gewest ist.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron.
153, 26
(
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
dieweyl die lanndtlewt mit den kunigischen umb den frid zw halden taydingen, griffen die seinen mit rawb aber in das lanndt.
Winter, Nöst. Weist.
1, 98, 11
(
moobd.
,
1520
):
Wer ainem sein dienstvolk aus seinem dienst dieweils in seinem gedingten dienst ist haimblich tädingt, der selb ist verfallen 6 ℔ 2 ₰.
Meisen u. a., J. Eck
23, 6
(
Ingolst.
1526
):
dieweil bey euch [...] christenlich prediger nach warem, [...], ist dy zwyspeltigkeit nit gsein.
Dat nuwe Boych
425, 13
;
Frantzen u. a., Kölner Schwankb.
3, 408
;
Tiemann, E. v. Nassau-S. Kgn. Sibille
131, 1
;
Froning, Alsf. Passionssp.
7775
;
Chron. Nürnb.
5, 730, 28
;
Sachs
8, 359, 21
;
Merk, Stadtr. Neuenb.
52, 20
;
Reithmeier, B. v. Chiemsee
84, 5
.
Vgl. ferner s. v.  7, .
3.
›da, weil‹; kausale Konj.
Phraseme:
dieweil und
wohl: ›weil aber‹.

Belegblock:

Pfefferl, Weigel. Gn. S. 
189, 17
(
um 1571
, Hs.
1615
):
Dieweil nun der Fall oder Suͤnde / ein Zufall ist im Willen [...] so muß auch die [...] Newegeburt durch Christum alleine in dem Willen vollbracht werden.
Gropper. Gegenw.
4v, 4
(
Köln
1556
):
Also dz wir [...] das [...] glaͤuben vnd wissen müessen / was der Herr hier geredt hat / das sey warhafftig [...] / dieweill er nit liegen kan.
Dünnhaupt, Werder. Gottfr. v. Bullj.
15, 78
(
Frankf./M.
1626
):
dieweil er [...] keine Erben hatte / ward seiner Schwester Sohn [...] zum [...] Koͤnig erwehlet.
Adomatis u. a., J. Murer. Nab.,
171
(
Mühlh./E.
1556
):
Nun foͤrcht ich aber daß ein ding | Mich umb die hoffnung sgartens bring | Das selb ist das diewyl und Gott | In sinem Gsatzt hats ein verbott | Daß man kein erbguͦt nit verruck
(vgl. Anm. d. Herausgebers).
Thür. Chron.
19v, 24
(
Mühlh.
1599
):
Dieweil jhn aber diese Gegendt gefiel / Baweten sie allda.
Kehrein, Kath. Gesangb.
1, 91, 2
(
Leipzig
1537
):
Eya du susse Jesu Christ, | Dweyl du mensch geboren bist, | Behuͤt vns vor der helle.
Jörg, Salat. Reformationschr.
32, 10
(
halem.
,
1534
/
5
):
Historia sig ein schatz / den man by hand haben sol / damit man sich jn glyche fȧl schicken koͤnne / die wyl jemmer glyche sachen wider für fallend.
Reithmeier, B. v. Chiemsee
45, 1
(
München
1528
):
Dieweil all mennschlich sachen grundtlich an der lieb ligen, [...], deszhalb ist not etwas dauon zewissen.
Ralegh. America
7, 40
;
Knape, Messerschmidt. Bris.
2, 88
;
v. Keller, Ayrer. Dramen
119, 34
;
Schade, Sat. u. Pasqu.
3, 290, 18
;
Anderson u. a., Flugschrr.
9, 2, 3
;
Turmair
1, 258, 11
;
Grothausmann, Stadtb. Karpfen
21, 11
.
Vgl. ferner s. v.  8, .
4.
›wenn, falls‹; selten konditional gebraucht; mehrfach mit Tendenz zur konzessiven Konj., dann: ›obwohl‹.

Belegblock:

Luther, WA
8, 299, 7
(
1521
):
so sehe ich nit, warumb die schrifft hat sollen geben werdenn, die weyl der heylig geyst nit hatt wollen lassen gewiß seyn, was er von unß wollt haben vorstandenn.
Lemmer, Amman/Sachs. Ständeb.
8, 16
(
Frankf./M.
1568
):
warumb hat Gott / diweil er Allmechtig ist / disem vnd andern [...] ein so gut vnd treffliche narung bescheret.
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
289, 36
(
thür.
,
1474
):
dywyle sy daz nicht thun nach getan habin [...], so sint yn dy bürgere von der Nuenstat zcu yrer schult antwert nicht phlichtig.
Vgl. ferner s. v.  2.