dienstbote,
der
 ;
–/-n
;
meist im Plural.
– Gehäuft Rechts- und Wirtschaftstexte.
1.
›j., der (besonders in einem Haushalt) Hilfsarbeiten verrichtet; Hausangestellter, Hausdiener‹; vereinzelt mit Betonung des Näheverhältnisses und mit Absetzung gegen Fremde;
vgl.  1,
1
 5.
Bedeutungsverwandte:
 2,  2, , (
der
2, (
das
2,  1,  1,  3,  3, , .
Syntagmen:
j
. (z. B.
ein bürger / herre / landman
)
dienstboten dingen / mieten / haben / bezalen / ausförscheln, jm. ab(er)werben, abledigen, abreden, abteidingen, aufreden, in gerechtigkeit halten
;
der d. friedlich / gehorsam / stil / treu sein, etw. ausschwätzen, auf dem lande, in der stat dienen, wein aus dem keller tragen, schweine an die wässerung treiben
;
dem dienstboten den lon geben, etw. borgen, zu erkennen geben
;
auf die dienstboten ein aufsehen haben
;
der fremde / untergebene d
.

Belegblock:

Toeppen, Ständetage Preußen
4, 459, 20
(
preuß.
,
1455
):
dinstboten, knecht, magt und gesinde, dy do dynen um lon uffim lande und ach in den stettin.
Ebd.
5, 482, 5
(
1503
):
eyn iczlich her, lantman adder burger, der gebawr adder dynstbothe hat, sal dy in gerechtikeyt halten.
Röhrich u. a., Cod. Dipl. Warm.
4, 207, 13
(
omd.
,
1427
):
Von dem gesynde und dinstboten. [...], das in stetin und deutschen dorfferen [...] keyn Prusze noch Pruskynne dynen sal ader byer schenken.
Kehrein, Kath. Gesangb.
1, 131, 7
(
Bautzen
1584
):
Euch Dienstboten ghorsam trew vnd still, | Auch friedlich sein wir Gottes wil.
Hoffmann, Würzb. Polizeisätze
182, 36
(
nobd.
,
1476
):
das die dinstbotten, die solh swein an die wesserung treiben, ein gefeß [des mists halben] mit ine biß an dz wasser tragen.
Roder, Stadtr. Villingen
216, 13
(
önalem.
,
1668
):
solle hinfüro keiner [...] andere dienstbotten [...] die anvertraute haimlichkeiten des hauswesens auszuschwetzen, ausförschlen.
Gehring, Würt. Ländl. Rechtsqu.
3, 257, 4
(
schwäb.
,
1546
):
Es soll kein unser untertan oder gerichtshöriger einen frembden dienstbotten über 8 tag haben.
Brunner, Rechtsqu. Krems u. Stein
184, 33
(
moobd.
,
1524
):
es soll auch der richter darauf zue sechen mit fleyss bestellen, wenn ein dienstpott ainen wein aus ainem keller tregt, je zu zeitten denselben angiessen und besechen, ob ime rechte mass gegeben sey.
Winter, Nöst. Weist.
1, 77, 20
(
moobd.
,
1617
):
ain leitgeb [...] soll einem dienstpoten nit mer porgen dann zwölf pfening.
Piirainen, Stadtr. Kremnitz
51
(
mslow. inseldt.
,
1537
):
das ein Ied(er) wirt vnnd wirtin auff Ihr Khind(er), dienstpoten vnnd Ingesindt ein Vleÿsigs, guets, Christlichs aufsehen hab.
Hilliger, Urb. St. Pantaleon
510, 35
;
Grossmann, Unrest. Öst. Chron.
32, 6
;
Gehring, a. a. O.
669, 25
;
Doubek u. a., Schöffenb. Krzemienica
725a
;
Piirainen, a. a. O.
49
;
53
;
Rwb
2, 883
;
Dietz, Wb. Luther
1, 438
.
Vgl. ferner s. v.  2,  4,  5,  1,  1.
2.
›Geselle, Gehilfe in einer Handwerkerzunft‹;
vgl.  9,
1
 5.
Bedeutungsverwandte:
 9,  7.

Belegblock:

Toeppen, Ständetage Preußen
1, 62, 14
(
preuß.
,
1393
):
Vortmer von den smydeknechten und von allen dienstboten, das ez czu eyme ende gekomen.
Brunner, Rechtsqu. Krems u. Stein
246, 36
(
moobd.
,
1627
):
der handwerkergesellen, hauerpursch und allerley dienstpoten gewändtung soll nach unterschied und gelegenheit aller und jeder derselben [...] sein.
Rwb
2, 884
.
3.
›Polizeidiener‹.

Belegblock:

Rwb
2, 884
(a. 
1347
).