deuteln,
V.
›etw. auf gezwungene oder kleinliche Art auslegen‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  11 (abwertend),  6, , ,  2, .
Wortbildungen:
deuteldürftig
›einer künstlichen Auslegung bedürftig‹,
deutelmeister
›Ausleger, Exeget‹,
deutelwerk
›nichtiges, falsches, verdrehtes Deuten (der Bibel)‹,
deutelwort
›Wort mit figürlicher Bedeutung‹.

Belegblock:

Luther, WA
23, 485, 17
(
1527
):
damit dem lesterer Porphyrio redliche ursachen gegeben wurden, die Christen zu spotten, als were yhre lere eitel solch deutelwerck.
Ebd.
23, 485, 18
:
also wil auch itzt ein iglicher ein newer deutelmeister sein, dieser nympt Daniel, ihener apocalypsin fur und so fortan.
Ebd.
26, 283, 9
(
1528
):
Nu wollen wir auch sehen, wie der zarte geist aus den thettel worten ,Jst‘ zum deutel wort machen und unsern verstand nemen wil.
Ebd.
41, 89, 27
(
1535
):
Aber Gottes wort lesst sich nicht also mit drehen und deuteln umbstossen, Es ist zu klar und zu gewaltig.
Ebd.
53, 233, 11
(
1542
):
Und sind hie nicht tunckele noch deutelduͤrfftige wort, Sondern durre und helle spricht Gott selbs ein urteil daher und frey heraus.