deuhen,
deuchen,
dauhen,
1
däuen,
V.;
zu
mhd.
diuhen, tiuhen
›drücken, schieben‹
(Lexer
1, 442
).
1.
›etw. / jn. drücken, niederdrücken; etw. / jn. schieben, stoßen; sich wo hindurchzwängen‹.
Bedeutungsverwandte:
I, 19,  1; vgl.
2
 1,  2, ,  1, .
Syntagmen:
etw. / jn. durch etw. d
.

Belegblock:

Meijboom, Pilgerf. träum. Mönch
228
(
rib.
,
1444
):
Eyn doerlijn enge was gesat | In die mure van der stat, | [...] hei [der furste] neyman dar durch lies duwen | Dan alleyne die armen.
Eis, Albrants Roßarzneib.
129, 25
(
böhm.
, Hs.
1442
):
nym weyßen frischen ymber und galitzenstain [...] und stoß sy ze puluer und das puluer deucht durch ein weyß duch.
Thiele, Minner. II,
9, 84
(Hs. ˹
nalem.
/
sfrk.
,
1470
/
90
˺):
wirt ein grosser widersacz | do czwuschen den zweyen und ein hacz, | und darfs die fraw nit frolich zeihen. | er dutt sie drucken unnd deihen | mit schnurren und mit ubel sehen, | das ir nit leider mag geschehen.
McClean, Havich
1931
(
moobd.
, Hs.
15. Jh.
):
also straich er mit dem tüch dar | dem chaiser das antlicz gar. | für seine augen er es hie, [...] und daucht es mit paiden henden, | da ward sich dy haut verwenden.
Meijboom, a. a. O.
4034
;
Kurrelmeyer, Dt. Bibel
6, 6, 1
;
Lehmann, Rezeptb.
168
;
Pfälz. Wb.
2, 244
.
Vgl. ferner s. v.
1
 2.
2.
›Wein keltern, Weintrauben in der Kelter pressen‹; Spezialisierung zu 1.
Bedeutungsverwandte:
, ,  15; vgl.
2
, , , .
Syntagmen:
den wein d
.;
der gedeuchte wein
.
Wortbildungen:
deuherlon
›Kelterlohn‹ (a. 1608),
deuhwein
(17. Jh.).

Belegblock:

Kollnig, Weist. Schriesh.
100, 33
(
rhfrk.
,
1496
):
derselb sechsten teyl wyns wird gefurt [...] in unsers gnedigsten hern kelter, dorin mit andern zehenden, [...], gedyht und geteylt.
Brinkmann, Bad. Weist.
331, 26
(
rhfrk.
,
1551
):
Und seihen die undertonen zu Zuzenhaussen darin zu deihen, auszuwinden, auch zu keltern und dargegen ime junker Hansen den dreissigsten teil des weins zu kelterlohn zu entrichten schuldig.
Kollnig, a. a. O.
147, 29
;
Brinkmann, a. a. O.
217, 23
;
Schmidt, St. Kastorst.
2, 197, 33
;
Rwb
2, 786
;
Pfälz. Wb.
2, 244
;
Schwäb. Wb.
2, 181
.
3.
reflexiv: ›sich ducken, beugen, bücken‹; zumeist ütr.: ›sich vor etw. hüten‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.
1
 2,  23.

Belegblock:

Ettmüller, Heinr. v. Meißen
400, 5
(
md.
, Hss.
14.
/
15. Jh.
):
Ich rate iu, daz ir iuch vor schanden tuchet.
Jahr, H. v. Mügeln
1667
(
omd.
, Hs.
1463
):
die spis ich neme nach der maß: | dem slund ich nicht den zügel laß | und teugen williklichen mich, | wo übermut zuplinset sich.
Ebd.
1817
;
Thiele, Minner. II,
13, 276
.
4.
›sich bewegen, fließen, regen‹.

Belegblock:

Stackmann u. a., Frauenlob
13, 49, 3
(Hs. ˹
nobd.
,
3. V. 15. Jh.
˺):
Heimliche liebe diuhe in dich, | daz din geberde icht werde erkant.
Matthaei, Minner. I,
1, 84
(Hs. ˹
nalem.
,
1459
˺):
ich fand öch vil kalter brunnen, | die do flusßen durch den glast der sunnen | uß hohen felsen ab ze tal. | ir dauhen wit indem wald erhal.