desgleichen,
seltener
desgleich,
Konj.
(1), Adv./Partikel (2),
Pron.
(3).
– Mittleres und spätes Frnhd.
1.
koordinierende Konj.: ›und ebenso, und gleichfalls, und außerdem, sowie‹. Die Konjunktion verbindet Nominal- und Präpositionalphrasen, oft bei einer Ausklammerung; offen zu 2 und 3.
Bedeutungsverwandte:
(Adv.).

Belegblock:

Beckers, Bauernpr.
51, 31
(
Köln
1515
/
18
):
Gefelt kerstach an dem donnerstach / soe wyrt der wynter guyt mit regen. [...] vñ wyrt korn vñ alle frucht in dem erdtrijch genoichsam. Wyn tzo mydler maiß. des gelijchen oly vñ botter genoichsam.
Belkin u. a., Rösslin. Kreutterb.
94, 11
(
Frankf.
1535
):
Arsenicum hat vil gifft inn jm / vnd ist schedlich damit vmzugehn / vnd blaset vff das antlitz gleich ob es zerschwollen were / desßgleichen die hende.
Kehrein, Kath. Gesangb.
1, 4, 6
(
Bautzen
1567
):
Dir Gott Vater im hoͤchsten Thron, | Sey Lob vnd Ehr mit sampt deim Son, | Deßgleichen dem heiligen Geist.
Skála, Egerer Urgichtenb.
36, 2
(
nwböhm.
,
1562
):
Alt Prunstel Hans ameling genanth, Sagt vff den Ersten articul Ia sein, Den anderen articul widerrufft Er Des gleichen alle andere articul bis vff denn Neundtenn.
Edlib. Chron.
3, 16
(
ohalem.
,
um 1500
):
unss wil nüt zwifflen jr sigend berich der stöss und spin die den unsser herren von zürich an einem dessglich schwitz und glariss am andren teill lang zit gehept und noch hand.
Lauater. Gespaͤnste
15v, 1
(
Zürich
1578
):
Die wyber [...] überrede͂d sich vil mee dañ die mañ / sy habind dises od’ yenes gsaͤhen oder gehoͤrt. Deß glyche͂ jung lüt.
Barack, Zim. Chron.
1, 369, 26
(
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
Als sollichs ire brüedere, dessglichen herr Diepolt, ir schwager, bericht, wurden sie nit zu clainer ungedult bewegt.
Anderson u. a., Flugschrr.
20, 5, 5
([
Augsb.
]
1525
):
ob sye aber jre Schloͤsser weyter dañ bißher beschehen besetze͂ wolten / das solle͂ sie thŭn mit leütten so diser verainung verbunden vnd zuͦgehoͤrig seind auff jrenn Costen / des gleichenn dye Cloͤster.
Grothausmann, Stadtb. Karpfen
5, 14
(
mslow. inseldt.
,
1569
):
So śoll ein Jeglicher Einwoner [...] śeine gePürende Lośung Jnnerhalb vier Zehen tagen. Als Acht tag vor Weinachten, vnnd Acht tag hernach, deßglaichen auch auff Georgy Ane lengern auffśchueb, dem Herrn Richter erlegen.
Rauwolf. Raiß
8, 12
;
Kehrein, a. a. O.
1, 75, 8
;
M. Cunitia. Ur. Prop.
177, 7
;
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
81, 34
;
Skála, a. a. O.
107, 10
;
Roloff, Brant. Tsp.
2477
;
Heidegger. Mythoscopia
27, 6
;
Piirainen, Stadtr. Kremnitz
1
;
26a
.
Vgl. ferner s. v. ,
2
 2, (
das
2.
2.
Fokusadv. zur Kennzeichnung der Erweiterung bzw. koordinativ-inklusive Gradpartikel: ›ebenfalls, gleichfalls, außerdem‹. Die Partikel bezieht sich auf einen Satz, den sie mit dem vorhergehenden verbindet. Bisweilen auch als Modaladv. mit der Bedeutung ›ebenso, genauso, in derselben Weise‹ klassifizierbar.
Bedeutungsverwandte:
vgl. (Adv.).

Belegblock:

Belkin u. a., Rösslin. Kreutterb.
112, 19
(
Frankf.
1535
):
Der rot [steyn] macht seinn beitrager lieblich vnd geschickt / würt allen menschen wolgefellig. Deßgleichen der schwartz getragen machet ein guͦ ende / vnd zu allem zorn der künig vnd herren ist er guͦt.
Ebd.
134, 1
:
Exebenos hilfft den magensüchtigen getruncken mitt mertreibel wasser / deßgleich so hilfft er den vnsinnigen getruncken.
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
279, 25
(
thür.
,
1474
):
dy beschuldigeten darwedder setczen, daz sy [...] eyne zcal haffern zcu gebin angeslayn unde gesatczt habin, unde desglichin habin sy Hannßen vom Stege uff syne guttere [...] auch eyne zcal haffern gesatczt zcu gebene.
Gilman, Agricola. Sprichw.
2, 162, 32
(
Augsb.
1548
):
Der Reiche verachte den Armen nicht [...] / Deßgleichen so sol der Arme den Reichen nicht anfeinden.
Meisen u. a., J. Eck
23, 28
(
Ingolst.
1526
):
Ewer regell nach so miest ir den heiligenn sonntag verliern; dann ewer predicanten haben den nit funden im hellen klaren evangelium noch ir darzuͦ. Deßgleich werdent ir verlieren die rain junnckfrawschafft der hymel küngen Marie.
Piirainen, Stadtr. Kremnitz
18
(
mslow. inseldt.
,
1492
):
wer eß aber sach das die czech kem aus dem hangund(e)n : durch twr(e)n stein : So mag er ÿm eß vorsecz(e)nn das dem schacht nit mer bleÿbt : wen ein halbs leh(e)nn : deßgleich(e)nn kem die czech auß dem ligunden : So mag er im auch vorsecz(e)nn daß dem schacht nicht mer beleibt daß ein halbs leh(e)nn.
Roloff, Naogeorg/Tyrolff. Pamm.
203, 1899
;
Kurz, Murner. Luth. Narr
2226
;
Lemmer, Brant. Narrensch.
11, 33
;
Meisen u. a., a. a. O.
33, 10
;
Spechtler, Mönch v. Salzb.
32, 12
;
Piirainen, a. a. O.
6
;
16
;
Grothausmann, Stadtb. Karpfen
6, 1
;
Rot
322
;
Henisch
681
;
Dietz, Wb. Luther
1, 429
.
Vgl. ferner s. v. , .
3.
Demonstrativpron.: ›dies, es, dasselbe‹. Das Pronomen wird zur Wiederaufnahme vorher erwähnter Dinge oder Sachverhalte verwendet; zumeist in alleinstehender Verwendung, selten attributiv.
Phraseme:
und / oder desgleich
›und so weiter; oder Ähnliches‹.
Syntagmen:
d. ansagen / bereiten / tun
(mehrmals);
d.
(Subj.)
jm. beschehen
.

Belegblock:

Luther, Hl. Schrifft
Luc. 10, 37
(
Wittenb.
1545
):
Da sprach Jhesus zu jm / So gehe hin / vnd thu des gleichen.
Ders. WA Schriften
23, 208, 11
(
1527
):
Darnach kompt er allererst ynn grosse not, ob das brod eddeler sey denn der Jungfrawen leib, Vnd des gleichen geschwezts ist vber die mas viel ynn yhren buchern.
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
174, 9
(
thür.
,
1474
):
so mussen dy geczugen sweren, daz uwer eyd reyne unde nicht meyneyde sy. Deßglichen mogen auch dye knechte thun.
Langen, Myst. Leben
157, 2
(
nobd.
,
1463
):
Dar vmb so thut der tewfel fleiß [...] daz er den menschen abbend von dem gelauben [...], vnd gibt ym ein: O het ich mir den seng oder daz dirg gethun, so wurd ich gesunt oder des geleich.
Goedeke, Fischart Flöh Haz
256
(
Straßb.
1594
):
wann sich die [binen] an leuten rechen, | Lan sie den angel zu dem stechen: | Welches dann ist ain solches weh, | Desgleichen nicht thun tausent flöh.
Dict. Germ.-Gall.-Lat.
116
(
Genf
1636
):
Deßgleichen Sommers haben wir vor zehen Jahren auch gehabt.
Chron. Augsb.
5, 386, 5
(
schwäb.
,
um 1530
):
Wie nun der kaiser solches innen ward, da ließ er in der nacht seinen landsknechten ansagen, daß die auf der wacht [...] zuͦsamen khemen [...]. desgleichen ließ der kaiser den burgundischen reittern [...] ansagen.
Klein, Oswald
68, 19
(
oobd.
,
1417
):
Mein höchster hort, das [die treu] lass dir teglich wesen neu, | und desgeleichen ich berait | mit ganzer stetikait.
Ebd.
112, 299
:
wem man bevilcht lant oder leut, | ampt, pfleg, gericht und desgeleich, | zu straffen, richten arm und reich.
Munz, Füetrer. Persibein
179, 7
(
moobd.
,
1478
/
84
):
So sicht er nach im iagen | zwen ritter kúen vnd werd, [...] mit thioste ers paid vallte zúe der erd. | nach den man sach ir zwelff geschwind her streichen | vnd mainten zúe rechen dise zwen. | recht alls den vodernn pschach in auch deßgleichen.
Bechstein, M. v. Beheim. Evang. Mt.
20, 5
;
Bauer, Geiler. Pred.
96, 26
;
Klein, a. a. O.
103, 35
;
Grossmann, Unrest. Öst. Chron.
202, 27
.
Vgl. ferner s. v.  6.