derselbe,
dieselbe,
dasselbe,
Demonstrativpron.
– Vorwiegend mittleres und spätes Frnhd.
1.
Demonstrativpron. in alleinstehender Verwendung. Das Pronomen wird zur Wiederaufnahme vorher erwähnter Personen, Dinge oder Sachverhalte verwendet: ›dieser, diese, dies; er, sie, es‹.
Syntagmen:
eben d
.

Belegblock:

Holland, H. J. v. Braunschw. V. e. Weibe
284, 28
(
Wolfenb.
1593
):
Ich bin bey dem Balbierer gewesen, derselbe bleibet noch feste auff seinem bericht.
Kehrein, Kath. Gesangb.
1, 107, 36
(
Köln
1619
):
Bey Jesn Fuͤssen wil ich stahn, | Mit Magdalena nit ablahn, | Dieselben zu begiessen.
Belkin u. a., Rösslin. Kreutterb.
92, 14
(
Frankf.
1535
):
Wan quecksilber in ein fewer kumpt / so gibt es vil rauch / der selb ist gar schedlich.
M. Cunitia. Ur. Prop.
222, 37
(
Öls
1650
):
weil die æqvatio menstrua die intervalla der Erden und des Monds fast unzehlicher massen und weise variiret, und dannhero auch unvermeidlicher nothwendigkeit nach die parallaxes eben denselben nach variiren muͤsten.
Menge, Laufenb. Reg.
3114
(Hs. ˹
nalem.
,
um 1470
˺):
Zeuil soltu nit sloffen | Weder nacht noch den tage | Dasselbe ich ouch von wachen sage.
Edlib. Chron.
18, 6
(
ohalem.
,
um 1500
):
ze keinnem end oder vfftrag, denn mit vnsser botten willen vnd wüssen, wir hetten denselben unssren botten wol befolchen, die sach anderst für zenemen [...], den wir aber gethan hand.
Klein, Oswald
111, 5
(
oobd.
,
1436
):
ain hoher küng [...] sein her verlos, | baid manne und auch frauen. | durch zwo person dasselb beschach.
Winter, Nöst. Weist.
3, 740, 7
(
moobd.
,
E. 16. Jh.
):
ob ainer den andern antastete und derselb in aines burgers hauß flüchtig wuert.
Belkin u. a., a. a. O.
172, 7
;
Allg. Schau-Buͤhne
28, 40
;
50
;
Hoffmeister, Kuffstein. Gef.
A iijr, 8
;
viijr, 17
;
M. Cunitia. a. a. O.
149, 2
;
150, 30
;
232, 22
;
Toeppen, Ständetage Preußen
5, 456, 13
;
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
333, 2
;
Klein, a. a. O.
112, 251
;
Grothausmann, Stadtb. Karpfen
50, 6
;
112, 2
;
Pfälz. Wb.
2, 226
;
Dietz, Wb. Luther
1, 428
.
Vgl. ferner s. v.  1,  4.
2.
Demonstrativpron. in attributiver Verwendung. Das Pronomen wird zum Ausdruck der Determiniertheit von Substantiven verwendet, die zuvor schon erwähnte Gegenstände oder Sachverhalte bezeichnen oder durch einen folgenden Nebensatz spezifiziert werden: ›dieser, diese, dieses; der, die, das‹.

Belegblock:

Holland, H. J. v. Braunschw. V. e. Weibe
272, 23
(
Wolfenb.
1593
):
Ich bin heute alhie in der Stadt bey einem Balbierer gewesen [...]. Derselbe Kerl hats vngeschewet fürgeben, Mich auch gewarnet.
Beckers, Bauernpr.
56, 7
(
Köln
1515
/
18
):
ITem regenet es an vnser lieuen frauwen dach als sy oͤuer dat geberch ginck. soe wyrt dat selff regen wedder viertzich daich na eynand’ weren.
Toeppen, Ständetage Preußen
5, 769, 5
(
preuß.
,
1525
):
Unser g. h. aber ist denselten tag, als wir, auch von Krackau mit den beyden hertzogen noch der Lignitz getzogen und da bas umb die Pfingsten geblieben.
zu Dohna u. a., Staupitz/Scheurl
144
(
Nürnb.
1517
):
Und zugleicherweis alle dingk geschaffen sein im natürlichen wesen durch das ewig wort, also sein sie im sitlichen wesen gemacht durch dasselb gemenschet wort, von des volkummenheit wir all genomen haben.
Edlib. Chron.
4, 6
(
ohalem.
,
um 1500
):
Darwider die von schwitz und glaris also redend [...], besunder wz friden von unsser eignossen botten beret oder gemachtt sind, dz wir dieselben friden getrülich und angserd redlich und gäntzlich gehalten hand.
Toeppen, a. a. O.
5, 465, 9
;
Bindewald, Texte schles. Kanzl.
10, 25
;
zu Dohna u. a., a. a. O.
228
;
Spechtler, Mönch v. Salzb.
48, 66
;
Klein, Oswald
19, 51
;
Piirainen, Stadtr. Kremnitz
22
;
Piirainen, Igl. Bergr.
28b, 25
;
30b, 3
;
37b, 25
;
42b, 21
;
Dietz, Wb. Luther
1, 428
.
3.
Demonstrativpron. im Genitiv in attributiver Verwendung, oft nachgestellt. Das Pronomen fungiert als rückverweisendes Element und Ersatz für eine genitivische Nominalphrase;
vgl.  9.
Spätes Frnhd.

Belegblock:

M. Cunitia. Ur. Prop.
148, 3
(
Öls
1650
):
Zweyerley wolle der Leser bey angehender Lesung dieses Buches zu desto besserem verstande desselbten wol anmercken.
zu Dohna u. a., Staupitz/Scheurl
58
(
Nürnb.
1517
):
von dem höchsten himel ist sein außgang und sein begegnung bis zu der höhe desselben.
Eschenloher. Medicus
3, 9
(
Augsb.
1678
):
wie das [...] dises H. Sacrament in blutrother Gestalt gesehen wird / vnd deroselben Verehrer taͤglich mit vilen Gutthaten begnaͤdigt werden.
Siegel u. a., Salzb. Taid.
155, 31
(
smoobd.
,
1585
):
so soll er also im länzing alle sein notdurft, es sei egen, wagen, pflueg, viech [...] über desselben seines nachtbarn gründ [...] füeren.
Luther, WA
36, 632, 39
;
Thür. Chron.
4r, 4
;
Piirainen, Stadtr. Kremnitz
30
;
Grothausmann, Stadtb. Karpfen
19, 23
.
Vgl. ferner s. v.  1, (
der
1, .