derren,
dörren,
(
derren
ist fast nur bis zur,
dörren
ab der 2. H. 15. Jh. belegt),
V.
›etw. (z. B. Flachs, Heu) / jn. austrocknen, dörren, einem Stoff die Feuchtigkeit entziehen‹, auch mit Bezug auf die Humoralpathologie sowie ütr.: ›jn. / etw. entkräften, jm. / etw. das Leben entziehen‹.
Bedeutungsverwandte:
 3, .
Syntagmen:
den flachs / gänsemist / hanf / har
›Flachs‹
/ leib / weizen / wurm, die blust
›Blüte‹
/ gerste / haut / rinde, das brot / gras / har / heu d
.,
etw. an der luft / sonne
(häufig)
, auf dem ofen, in dem bachofen / ofen d
.; ˹
der knobelauch / nordenwind, die asche / hitze
˺ (Subj.)
(jn. / etw.) d
.;
der gederte
›trockene‹
kalk, das gedörte kraut
.
Wortbildungen:
derfleisch
›geräuchertes Schweinefleisch‹ (a. 1537),
derschok
›Dörrhaufen‹,
derwasser
(eine Arznei),
dörrer
›mit dem Dörren des Salzes betrauter Arbeiter‹.

Belegblock:

Chron. Köln
2, 179, 9
(
rib.
,
15. Jh.
):
gersten [...] derden die in dem oven dat si dorre wart, ind moilen si ind boicken broit davan.
Belkin u. a., Rösslin. Kreutterb.
122, 9
(
Frankf.
1535
):
Alle esch
(›Aschen‹)
hat die natur das sie reyniget / vnd doͤrret oder trücknet.
Jahr, H. v. Mügeln
556
(
omd.
, Hs.
1463
):
knobelouch [...] derret unde hitzet dich | und ist dir selden frumelich.
Strauch, Par. anime int.
131, 15
(
thür.
,
14. Jh.
):
,var hine, nordin wint, der da derrit‘.
Palm, Veter Buoch
46, 12
(
schles.
, Hs.
E. 14.
/
A. 15. Jh.
):
Von vasten ein dvrrer lib, der hebet die sele vf vz der vinstern vnd derret boese geluste.
Pyritz, Minneburg
2558
(
nobd.
, Hs.
um 1400
):
Nie gevangener wart gederret | In gevenkniße so swinde | Als ich.
Keil, Peter v. Ulm
168
(
nobd.
,
1453
/
4
):
Ein gut derrwasser zu den visteln.
Ebd.
238
:
Nym plut von einem fuchs: das derr wol an der sunnen vnd temperier das mit wein.
Bihlmeyer, Seuse
221, 31
(
alem.
,
14. Jh.
):
als der kalt rife in dem meien die wúnklichen bluͦst terret und veroͤset, also terret zerganklichú minne allen goͤtlichen ernst und geistlich zuht.
Ott-Voigtländer, Rezeptar
209v, 1
(Hs. ˹
nalem.
,
um 1400
˺):
Wjlt du das das har an den gemaͤchten oder an- / derswa abgange vnd nit me wahss, so / nim kalch, der nit nass sig worden, vnd bren- / ne den in ainem fúr flisseklich vnd nim denne / auripigmentum, das ist die gelw varw, vnd // den gederten kalch vnd tuͦ das in ainen núwen / hafen.
Cirurgia H. Brunschwig
24rb, 22
(
Straßb.
[
1497
]):
Wie wol etliche sprechent mann sol die würm zuͦ puluer brennen das doch nit die warheit ist sunder mã sol sie doͤrren in eine͂ bach offen.
Graf-Fuchs, Ämter Interl./Unterseen
279, 23
(
halem.
,
1513
):
weͣr der waͤre, der ein guͦtt maͤyte vor sant Johanß tag [...], der sol ein maden meyen und das hoͤw deren und in derschochen uffmachen.
Plant u. a., Main. Naturl. 297v, c,
7
(
ohalem.
, Hs.
E. 14. Jh.
):
Aber dawider so derret vñ swechit den lip luzil essen.
Lemmer, Brant. Narrensch.
52, 20
(
Basel
1494
):
Dann das er langzyt / wonen muͤst | By eym [...] boͤsen wib | Dann sie doͤrrt bald des mannes lib.
Bauer, u. a., Kunstk. Rud.
2667
(
oobd.
,
1607
/
11
):
Ein buch [...] ist voller gedörter frembder kreutter eingelegt.
Winter, Nöst. Weist.
2, 842b, 13
(
moobd.
,
1570
):
Es soll auch ain iedes hauß ain besondere harstubn haben [...], darinnen ein ieder sein haar törren mochte.
Mell u. a., Steir. Taid.
25, 25
(
m/soobd.
,
1568
):
Dieweil sich auch die traidhandler wider die urbarsleut, pfanhäuser-, dörrer- und dergleichen arbaiter nit wenig beschwert, als solten sich dieselben untersteen [...] merers traid als si zu irer hausnodturft von nöten zu erhandlen.
Valli, Baldemann
401
;
Froning, Alsf. Passionssp.
5155
;
Belkin u. a., a. a. O.
84, 12
;
14
;
v. d. Broek, Suevus. Spieg.
217v, 32
;
Gajek, Köler. Maÿen-Lust
66, 14
;
Pyritz, a. a. O.
1280
;
Chron. Nürnb.
2, 314, 7
;
Ott-Voigtländer, a. a. O.
208r, 20
;
209r, 2
;
214r, 14
;
Rohland, Schäden
384
;
Morrall, Mandev. Reiseb.
13, 1
;
107, 9
;
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
196, 23
;
350, 17
;
366, 2
;
417, 2
;
426, 27
;
Dirr, Münchner Stadtr.
420, 5
;
509, 1
;
Mell u. a., a. a. O.
33, 29
;
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
163, 12
;
Siegel u. a., Salzb. Taid.
13, 10
;
180, 16
;
Sexauer, Schrr. in Kart.
248, 32
;
253, 3
;
Pausch, Ital.-Dt. Sprachb.
186, 8
;
Dietz, Wb. Luther
1, 428
;
449
;
Barke, Spr. d. Chymie.
1991, 216
;
Patocka, Salzwesen.
1987, 207
;
227
;
Pfälz. Wb.
2, 360
;
Öst. Wb.
4, 1771
.
Vgl. ferner s. v.  1,  11, ,  1.