1
derre,
dörre,
die
;
zu .
1.
›Malzdarre, Vorrichtung zum Trocknen (und Rösten) von Malz‹;
vgl. auch  1.

Belegblock:

Ermisch u. a., Haush. Vorw.
31, 31
(
osächs.
,
1570
/
7
):
Wann man malz will machen oder dörren, so soll man erstlich ein feuer unter die dörre machen, das sie wohl heiß wirdet, darnach malz darauf tragen.
Rössler, Stadtr. Brünn
352, 5
(
mähr. inseldt.
,
1. H. 14. Jh.
):
Wier gepieten sicherleich, daz vurbaz chain derre der malcz in der stat schol sein oder wer sei uber daz hat, der schol allen leuten ihren schaden aufrichten.
Öst. Wb.
4, 1767
2.
›Trockenheit‹; im Beleg vielleicht vor humoralpathologischem Hintergrund: ›Melancholie‹.

Belegblock:

Primisser, Suchenwirt
40, 99
(
oobd.
,
2. H. 14. Jh.
):
Tzwo pein dem neider sint erchorn, | Die derr auf erd, und dort die hell.
3.
›Schwindsucht, Lungentuberkulose‹;
vgl. auch  2.
Wortbildungen:
dersucht
.

Belegblock:

Follan, Ortolf. Arzneib.
109
(
rib.
,
1398
):
Ptysys heyszet de derre eder de swinsucht vnde comet eme von geswer eder van eyner vulnisze der lungen [...] vnde is eyn dotlich suche.
Leidinger, V. Arnpeck
593, 9
(
moobd.
,
v. 1495
):
aus grossem triebsal viel sy [frau Jacoba] in di krankayt der derrsucht.
Vgl. ferner s. v.  2.