decke,
die
;
–/-n, -Ø
.
1.
›überdachender Gegenstand, Dach, Deckel, Baldachin, Zimmerdecke‹; in 1 Beleg (K. v. Megenberg): ›Blumenkapsel‹.
Bedeutungsverwandte:
, .
Syntagmen:
die d. auf der pfanne / über dem kessel
.
Wortbildungen:
deckefas
(Gefäß mit Deckel).

Belegblock:

Blümcke, Hans. Gesandtsch.
143, 8
(
nrddt.
,
1603
/
05
):
4 kleine Flaschenn an den ecken im Flassefutter und 4 deckefässer, alles von zinnen.
Luther, WA Bibel
9, 1, 415, 16
(
1523
):
er bawet hinden im Hause zwenzig ellen lang ein Cedern wand, vom boden an bis an die decke.
Röhrich u. a., Cod. Dipl. Warm.
4, 119, 23
(
omd.
,
1425
):
VI hoge trinkfas mit iren decken.
Lexer, Tucher. Baumeisterb.
298, 8
(
nürnb.
,
1464
/
75
):
item in derselben vorgeschriben kuchen zwu sauber kuffen gestelt, dorob 2 deck genagelt, doran an ieder deck das halbtail aufgett mit gelitten panten angehangen.
Eggers, Psalter
79, 7
(
thür.
,
1378
):
Dy kint aber der lute die getrvwen in der deche diner vlogele
(›Flügel‹).
Gille u. a., M. Beheim
99, 251
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
Die dek ober dem kessel waz durch löchert, das aim menschen das haubet da durch macht raichen.
Turmair
1, 425, 28
(
Augsb.
1517
):
operculum ,deck, spunt, überlit‘.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
414, 32
(
oobd.
,
1349
/
50
):
daz kraut
[Peonkraut]
[...] hât gar ain rôt pluomen mit mêr praiten pletern wan der rôsen pleter sint, und die pluomen pringt ez under ainer deck, diu ist nâhen sam der sêpluomen deck.
Bauer u. a., Kunstk. Rud.
2169
(
oobd.
,
1607
/
11
):
zimblich grosse vieregete uhr mit vier scheiben oder werckh, ist von getribner und oben die decke durchbrochner arbeit.
v. Tscharner, Md. Marco Polo
36, 25
;
Loose, Tuchers Haushaltb.
126
;
Buck, U. v. Richent. Chron. Conz.
99, 3
;
Stopp, Kochbuch S. Welserin
146, 6
;
178, 6
;
Rechn. Kronstadt
2, 595, 42
;
3, 279, 37
;
Schwäb. Wb.
2, 126
.
2.
Textilgegenstand, der etwas bedeckt, vor allem: ›Bettdecke‹; seltener: ›Tischdecke, Pferdedecke; Wandbehang‹; als Kollektivum: ›Kleidung‹, vor allem in den Syntagmen
futter und d., narung und d
.
Phraseme:
mit jm. unter einer decke liegen
›mit jm. gemeinsame Sache machen‹,
sich nach der decke strecken
›nach seinen bescheidenen Verhältnissen leben‹.
Syntagmen:
abgenähte / englische / füchsene / gestikte / gewirkte / grobe / gute / indianische / kitzene / raue / samtene / taftene / wüllene / zerrissene d
.;
d. an der wand / auf einem altar / zu einem bet / zu tisch
.

Belegblock:

Luther, WA
30, 1, 204, 15
(
1522
):
Wenn wyr aber futter vnd decke haben, so last vns benugen.
Pfefferl, Weigel. Gn. S. 
66, 17
(
um 1571
, Hs.
1615
):
Hie merkh doch daß die schrifft den ganzen Natierlichen leib als / Sichbar vnnd vnsichbar heisset einen fierhang oder dekhe.
Ziesemer, Gr. Ämterb.
136, 23
(
preuß.
,
1422
):
4 degken uff die altaria.
Schade, Sat. u. Pasqu.
3, 180, 8
(
obd.
1525
):
ein bischof sol [...] den armen und den kranken deck und narung mitteilen.
Bell, G. Hager
74, 2, 13
(
nobd.
,
1584
):
jr
(Maria Magdalena)
deck macht sÿ sauber vnd rein.
Loose, Tuchers Haushaltb.
103, 8
(
nürnb.
,
1513
):
Item adi 26 dito schenckt ich doctor Lorencz Pehem probst Laurenti ein tisch mit einem stainen plat und einer deck pro 4 fl.
Reichmann, Dietrich. Schrr.
227, 15
(
Nürnb.
1548
):
der Teuffel ligt mit jnen vnter der decke.
Vetter, Pred. Taulers
211, 15
(
els.
,
1359
):
Solt du sloffen, so leg dich uf das krúze und gedenke und begere das der minnenriche schos din bette si [...] und das die minneklichen arme das die din teckin sin.
Fuchs, Murner. 4 Ketzer
4536
(˹wohl
Straßb.
˺
1509
):
Der sattel ghoͤrt mit vff das rosß. | Die deck lasßt vnsren schymel bloß.
Merz, Urk. Wildegg
90, 9
(
halem.
,
1528
):
die 1000 Gl. sind auszurichten binnen 6 Monaten, nach dem vnd sie die deckin der hailigen ee beschlossen hat.
Barack, Zim. Chron.
4, 70, 16
(
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
Es manglt den grosen herren und den edelleuten kain andere kunst, dann das sie nit wol rechnen künden und das sie ire innamen und aussgaben nit bei zeiten überschlagen und sich nach der decke strecken.
A. à S. Clara. Glori
27, 12
(
Wien
1680
):
Soldaten / die lieber greiffen nach der Decken als nach dem Degen / seynd nichts nutz.
Luther, WA
32, 458, 38
;
33, 335, 28
;
49, 51, 28
;
51, 661, 481
;
Struck, Klöster
741a, 404, 29
;
Kopp, Volks- u. Gesellschaftsl.
123, 28
;
31
;
Franz u. a., Qu. hess. Ref.
4, 435, 16
;
Ziesemer, Gr. Ämterb.
280, 3
;
462, 23
;
Ders., Marienb. Ämterb.
37, 33
;
129, 6
;
Lippert, UB Lübben
2, 230a, 20
;
Spanier, Murner. Narrenb.
69
;
Boner, Urk. Aarau
406, 14
;
Chron. Augsb.
5, 405, 13
;
Nyberg, Birgittenkl.
1, 208, 21
;
Bauer u. a., Kunstk. Rud.
595
;
2399
;
Uhlirz, Qu. Wien
2, 3, 5276, 14
;
Starzer, Qu. Wien
1, 5, 5814, 280
;
286
;
Zingerle, Inventare
12b, 17
;
44b, 8
;
99a, 17
;
205a, 3
;
208b, 13
;
Brack
b 4v
;
Schöpper
87b
;
Dietz, Wb. Luther
1, 419
;
Matzel u. a., Spmal. dt. Wortschatz
1989, 72
;
Rwb
2, 741
.
Vgl. ferner s. v.  1,  1, , , .
3.
›Schicht, Belag‹, z. B. bei einem Kuchen oder auf der Zunge.

Belegblock:

Quint, Eckharts Pred.
1, 187, 9
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Diu zunge hât eine decke und ein kleit, dâ si mite enpfindet.
Stopp, Kochbuch S. Welserin
131, 6
(
Augsb.
1553
):
Birentorten zú machen [...] mach ain boden wie zú den andern torten, mach kain deckin daraúff vnnd bachs resch.
Ebd.
30, 6
.
Vgl. ferner s. v.  4.