dazumal,
Adv.
1.
Temporaladv. zum Ausdruck eines vergangenen Zeitraumes: ›zu dieser (weit zurückliegenden) Zeit, damals‹.
Gegensätze:
.

Belegblock:

Allg. Schau-Buͤhne
33, 32
(
Frankf.
1699
):
IN Spanien regierte dazumal Koͤnig Philipp der III.
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
272, 36
(
thür.
,
1474
):
das dy were der alden Missener groschin, die dazcumal ganghafft waz, nach iczunt ganghafft ist.
Hoffmeister, Kuffstein. Gef.
A iijv, 22
(
Leipzig
1625
):
er [...] sprach: Durch Gott wer du auch seyest / bitt ich dich / das du mir [...] in so grosser Truͤbsal helffen wollest. Ich so dazumal mehr zu erschrecken als viel zu antworten Ursach.
Kehrein, Kath. Gesangb.
1, 179, 7
(
Nürnb.
1631
):
O wie viel wasser ist dazumahl | Auß jhren [Marias] Augen geflossen.
v. Birken. Erzh. Österreich
73, 52
(
Nürnb.
1668
):
dasselbe [Schloß Reichenstein] eroberte und verbrente er [Rudolphus] dazumal.
Chron. Augsb.
8, 378, 23
(
schwäb.
, zu
1550
):
understuenden sich etliche Spannier zuͤ gespött und verachtung der burger, die dazuͤmal zuͤ s. Ulrich in der evangelischen, lutterischen predig waren.
Rauwolf. Raiß
7, 14
([
Lauingen
]
1582
):
Den 29 auff Mittag / kamen wir gen Ast [...] / aldo der Koͤnig auß Hispania ain besatzung helt / welliche eben dazumal den newen Statthalter zu Mayland empfangen.
A. à S. Clara. Deo Gratias
15, 20
(
Wien
1680
):
Wie bist du gewest / du Schutzreiches Engelland Anno Christi 979? Antwort / mein Handel / mein Wandel stund dazumahl in immerwaͤrender Forcht und Zittern.
Ders. Glori
29, 12
(
Wien
1680
):
GEORGIUS Maminger ware ein heldenmuͤthiger Kriegsmann / deme Kaͤyser Maximilianus [...] ein schoͤne Kriegs⸗Guͤrtel gnaͤdigst ertheilt / welches dazumal ein sondere grosse Ehr war.
Grosch u. a., a. a. O.
257, 4
;
Thür. Chron.
7v, 19
;
Merk, Stadtr. Neuenb.
50, 10
;
Tobler, Schilling. Bern. Chron.
1, 7, 17
;
Chron. Augsb.
5, 351, 23
;
7, 50, 5
;
7, 221, 4
;
7, 263, 9
;
Moscouia
C 3v, 21
.
2.
Temporaladv. zum Ausdruck der Gleichzeitigkeit von Handlungen und Ereignissen: ›zur selben Zeit, zu dieser Zeit, zugleich‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  5.

Belegblock:

Reichmann, Dietrich. Schrr.
173, 18
(
Nürnb.
1548
):
Solches gewissen aber / wie oben gemeldet / kan anders nit / denn trawrigkeit / forcht / schrecken / vn̄ vnmut anrichten / Darum̄ muß man mit solchen gedancken dazumal nit vmbgehen.
A. à S. Clara. Glori
18, 9
(
Wien
1680
):
sollen demnach alle gegenwaͤrtige Kriegs⸗Beambten nach dreyen Tagen wieder unverzuͤglich erscheinen / und dazumahl reiffe Rathschlaͤg an die Haͤnd geben.
Winter, Nöst. Weist.
2, 564, 21
;
Henisch
666
.