davon,
darvon
Adv.
1.
Lokaladv. zum Ausdruck der Bewegungsrichtung einer Person / eines Gegenstandes von einer Bezugsgröße weg: ›von diesem Gegenstand, diesem Ort weg; hinweg‹; selten zum Ausdruck der Situierung von Personen / Gegenständen in einem mehr oder weniger großen Abstand zu einer Bezugsgröße: ›von diesem Ort entfernt‹.
Phraseme:
mit der unschuld davon gehen
›als Beklagter mit Hilfe des Unschuldseids obsiegen‹ ( Cirullies, Rechtsterm. Anh.
1981, 127
).
Gegensätze:
vgl.  1.
Syntagmen:
d. fliegen / fliehen / fliessen / gehen / laufen / rennen / segeln / springen / ziehen, sich d. machen, jn. d. jagen, jn. / etw. d. füren, etw. d. tun / werfen
.

Belegblock:

Alberus, Barf.
110, 6
(
Wittenb.
,
1542
):
Franciscus aber / verlies nicht allein all sein gut / Sondern warff auch von sich die Kleider vnd Niderkleider (femoralia) vnd lieff nacket dauon.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
484, 6884
(
Magdeb.
1608
):
Der Quelbrun selbst ist rein vnd schon / | Jhe weiter das Wasser fleust davon.
v. Keller, Amadis
380, 40
(
Frankf.
1571
):
Vnnd inn dem nun Barsiman entpfliehen vnd dauon rennen wolt, fiel er onmechtig danider.
Ebd.
400, 16
:
Folgendts ist er in das Schiff gestigen vnd daruon geseglet.
Dünnhaupt, Werder. Gottfr. v. Bullj.
23, 21
(
Frankf./M.
1626
):
nu was bi der insul Colcos ain clain insel, diu lag ainen clainen weg davon.
Kehrein, Kath. Gesangb.
1, 369, 38
(
Nürnb.
1631
):
Die Juͤnger fuͤrchten sich gar sehr, | Der gefahr wolt keiner warten mehr. | Einer mit Leinwath angethan, | Verließ dasselb vnd lieff darvon.
Schorer, Sprachposaun
13, 25
(o. O.
1648
):
dann der Wind fuͤhret die Wort davon.
Chron. Augsb.
1, 112, 8
(
schwäb.
, zu
1414
):
Anno dm. 1414 [...] kam unser herr der römisch kuͤnig Sigmund gen Kostencz uf das concili, und babst Johan drat ab und herczog Fridrich von Österreich wolt in haimlich dervon haun gefüert.
Memminger Chron.
18, 29
(
Ulm
1660
):
Am Freytag nach Nicolai zündten die von Ruggburg / das Schloß an / vnd giengen darvon / das man jhnen nicht wehren kundt.
Qu. Brassó
5, 421, 40
(
siebenb.
,
1609
):
Den 17. Augustii sein die Torrent oder Heuschrecken in Burtzeland kommen [...]. Den 19. Tag Augusti sein sie selber dorvon uber den Alt bei Meremberg.
Holland, H. J. v. Braunschw. V. e. vngerat. Sohn
276, 5
;
Peil, a. a. O.
134, 2836
;
152, 3355
;
234, 5864
;
Weise. Jugend-Lust
96, 23
;
Stambaugh, Friederich. Saufft.
45, 4
;
Moscherosch. Ges. Phil. v. Sittew.
11, 5
;
Stopp, Kochbuch S. Welserin
22, 12
;
Rauwolf. Raiß
22, 14
.
Vgl. ferner s. v.  3.
2.
partitiv, zum Ausdruck der Teilung oder der Reduzierung einer Bezugsgröße: ›von diesem Gegenstand, dieser Menge, dieser Sache weg, abgezogen, abgerechnet‹.
Syntagmen:
etw. d. blasen / schneiden / tun / werfen, jm. etw. d. geben
.

Belegblock:

M. Cunitia. Ur. Prop.
248, 9
(
Öls
1650
):
wofern aber die summa der stunden uͤber 24 außlieffe; muͤsten 24 davon geworffen werden.
Lauchert, Merswin
9, 12
(
els.
,
1352
/
70
):
Nv nim dise biren vnd gehalt si vnd gip ǒch nieman keine dervon.
Anderson u. a., Flugschrr.
14, 3, 26
(
Straßb.
1524
):
Deute. iiij. da er [Moses] spricht. Jr sollent nichts zuͦthuͦn zuͦ dem wort das ich rede / vñ auch nichts daruon thuͦn.
Stopp, Kochbuch S. Welserin
4, 5
(
Augsb.
1553
):
nim rúckin brott, schneit die herten rinden darúon.
Ebd.
48, 3
;
203, 16
;
Winter, Nöst. Weist.
1, 259, 15
;
Grothausmann, Stadtb. Karpfen
82, 7
.
3.
Kausaladv.: ›aus diesem Grund, deshalb; durch dieses Mittel, diesen Sachverhalt, dadurch‹; auch relativer Gebrauch.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  2,  1,  5,  4,  5,  5,  3.
Syntagmen:
etw. d. empfangen / entstehen / haben / wänen, jm. etw. d. geschehen / werden
.

Belegblock:

Schützeichel, Mrhein. Passionssp.
359
(
mrhein.
,
um 1335
):
[Iesus] leite mir bit siner hant | die speicholter vf die augen min. | Do von wart mir gnade schin.
Thür. Chron.
7v, 15
(
Mühlh.
1599
):
Da lies er [Hannibal] viel Holtz faͤllen / vnnd grosse Fewr machen / damit erhitzt er den Felß / vnnd goß darnach Essig darauff / dauon zerspielten sich die Steine.
Roloff, Brant. Tsp.
49
(
Straßb.
1554
):
Als sie entbloͤßt wart stond die zween alten Priester auff und gond mittel under das VOLCK besehen SUSANNAM an allen orten do sie bloß was / das sie iren lust darvon empfiengen.
Wickram
4, 15, 18
(
Straßb.
1556
):
Des nachtos / schutten seine knecht allen unrhat [...] dem guͦten Roberto für sein hauß / davon dann summers zeit ein armer geschmack entstuͦnd.
Chron. Augsb.
1, 108, 6
(
schwäb.
, zu
1396
):
man sol wizzen, daz arm lüt grozzen kumer litten darvon, daz si nit allweg guͦtz gelt gehaben mochten.
Sappler, H. Kaufringer
13, 110
(
schwäb.
, Hs.
1464
):
der pader zuckt oun alle peit | aus dem gerechten wange her | ainen zan, davon vil ser | dem werden ritter aber geschach.
Dünnhaupt, Werder. Gottfr. v. Bullj.
8, 10
(
Frankf./M.
1626
):
küng Peleus [...] gedauht offt, wie er haimlich ettwaz erfinden möht, da mit Jason von seinem leben komen möht, und daz er davon nit möht werden geergert.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
114, 17
(
oobd.
,
1349
/
50
):
daz elliu mertier herteu augen habent [...] und habent hert häut dar ob, dâ von, daz daz gesalzen wazzer in dem mer ir waicheu augen iht verderb.
Baptist-Hlawatsch, U. v. Pottenst.
354
(
moobd.
,
A. 15. Jh.
):
Nu mochst du sprechen, die wasser sind flussig vnd vallen zetal, dauon mügen si nicht besten in den hochen dingen.
Fichtner, Füetrer. Trojanerkr.
356, 7
(
moobd.
,
1473
/
8
):
des schlueg er ors unnd lew͂te vil, | davon der plan mit pluet sich gunde rötten.
Schützeichel, a. a. O.
1054
;
Sermon Thauleri
4rb, 8
;
Menge, Laufenb. Reg.
4999
;
Chron. Augsb.
1, 221, 4
;
Pfeiffer, a. a. O.
102, 18
;
112, 33
;
141, 9
;
Klein, Oswald
19, 24
;
115, 52
;
Piirainen, Igl. Bergr. 34, b,
7
.
4.
zum Ausdruck des Gegenstandsbezugs kommunikativer Handlungen oder emotionaler und geistiger Zustände: ›über diesen Gegenstand, diesen Sachverhalt; darüber, im Hinblick darauf‹; gelegentlich in Distanzstellung (
da ... von
); auch relativer Gebrauch.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  3,  3,  3,  3,  6.
Syntagmen:
d. klagen / reden / schreiben / singen / sprechen, sich d. freuen, etw. d. hören / melden / sagen / wissen, jm. rat / rechenschaft d. geben
.

Belegblock:

Holland, H. J. v. Braunschw. V. e. vngerat. Sohn
269, 4
(
Wolfenb.
1594
):
THOMAS. [...] Ich habe so einen grossen schaden an diesem Auge, Vnd ich wolte gerne mit euch dauon reden, Ob jhr mir nicht köndten rath darzu geben.
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
327, 10
(
thür.
,
1474
):
die Kegische wyße, dorvon in beyder pardt schrifften besagit ist.
Kehrein, Kath. Gesangb.
1, 261, 2
(
Leipzig
1537
):
Auch aller Engell schar, | Singen daruon so klar, | Das er [Christus] Triumphiret.
Menge, Laufenb. Reg.
3436
(Hs. ˹
nalem.
,
um 1470
˺):
Das vnwille vnd erbrechen | Sye ouch ein purgacion | Die artzot wissent wol dauon.
Plant u. a., Main. Naturl. 293r, a,
3
(
ohalem.
, Hs.
E. 14. Jh.
):
Dez m̄schin lip ist gemachet vz vier elemente davon so wil ich dir sagen welhes siv sint.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
90, 30
(
oobd.
,
1349
/
50
):
sôkümt daz himelprôt, dâ ich nu von sag, von nâtürleichen werken.
Baptist-Hlawatsch, U. v. Pottenst.
287, 24
(
moobd.
,
A. 15. Jh.
):
Aber der glaubt an got, der da glaubt daz er ain pesserer sey der pösen vnd ain beloner der guten dauon ee geredt ist.
Bauer, Haller. Hieronymus-Br.
30, 32
(
tir.
,
1464
):
Wildu, das deine werch got gefallen, so soltu pauen, das sich die armen menschen da von freüen.
Piirainen, Stadtr. Sillein
154, 8
(
sslow. inseldt.
,
1378
):
alle dy dy wedir got streben dy werdin de sim bwche gram vnd in ist leid daz recht ymm geoffenbart wirt wen ir vnrecht dovon gemeldit wirt.
Fischer, Brun v. Schoneb.
3010
;
Schützeichel, Mrhein. Passionssp.
325
;
Jungbluth, J. v. Saaz. Ackermann
9, 20
;
Thür. Chron.
6v, 3
;
M. Cunitia. Ur. Prop.
220, 11
;
zu Dohna u. a., Staupitz/Scheurl
162
;
v. Keller, Ayrer. Dramen
3005, 11
;
Spiller, Füetrer. Bay. Chron.
22, 17
;
Piirainen, Igl. Bergr.
22b, 29
.
5.
zum Ausdruck der (meist abstrakten) Ausgangsgröße von Erkenntnissen, Einsichten, Konsequenzen, Vorgängen, Handlungen u. ä.: ›von diesem Sachverhalt (als Ausgangspunkt)‹.
Syntagmen:
d. lassen, jn. d. abhalten, etw. d. bringen / halten
.

Belegblock:

Allg. Schau-Buͤhne
36, 15
(
Frankf.
1699
):
Nach dem nun die Algierer die Spanische Haͤfen und Schifffahrten sehr unsicher gemacht / hat Kaͤyser Carl der V. einen Versuch auf die Stadt gethan / ist aber durch ein grausames Ungewitter [...] davon abgehalten worden.
Reichmann, Dietrich. Schrr.
199, 30
(
Nürnb.
1548
):
das einig wort das Got jm [Abraham] zusagt: Jch will dein Got sein [...]. Dz ist der schatz gar / aber die welt helt nichts dauō.
Bauer, Imitatio Haller
73, 25
(
tir.
,
1466
):
Aber ir sint vil, die da vil mer lernen sein vnd kchünden wellen, denn das sy recht vnd wol lebten. Vnd darumb so sint sy oft irren vnd pringen gar lüczel gueter frücht daruon.
Opitz. Poeterey
21, 32
;
M. Cunitia. Ur. Prop.
183, 7
;
Fischer, Eunuchus d. Terenz
161, 8
;
Bauer, Haller. Hieronymus-Br.
117, 13
.
Vgl. ferner s. v.  10.
6.
Modaladv. zum Ausdruck eines Gegenwertes für eine Bezugsgröße: ›für diesen Gegenstand, dafür‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  3,  4.

Belegblock:

Rechn. Kronstadt
3, 73, 32
(
siebenb.
,
1542
):
Mir haben ein Nay Zeg lassen mochen, dar von haben mir macherlon gegeben fl. 4.
7.
›vor diesem Sachverhalt, davor‹; relativer Gebrauch.

Belegblock:

Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
123, 31
(
m/soobd.
,
nach 1618
; Hs.
1681 f.
):
da aber was witeriges beschehen, davon unß gott gnediklich behieten wölle.