dank,
der
;
-(e)s/-en
(1),
+ Uml. (4), Pl. ansonsten ungebräuchlich.
1.
›Gedanke‹, auch: ›Vorstellung, Idee‹, auch speziell: ›Schöpfungsplan‹;
vgl. auch .
Syntagmen:
danken machen
;
jn. aus danken erwecken, zu danken kommen
;
der böse / eigene / himlische / schwere d
.;
sinn und d
.;
danken, wort und werk
.
Wortbildungen:
dankhaus
›Raum für die geheimen Beratungen der Richter‹ (a. 1694, ).

Belegblock:

Enders, Eberlin (
1524
):
den selben gibt er auch durch sein wort ein andern geist, das er gantz verwandlet wirt, und ein andern synn und dancken überkompt.
Fischer, Brun v. Schoneb. (
md.
, Hs.
um 1400
):
bi den zegen di do krigen [...] bezeichent sint di hemilischen danken.
wen uns saget di schrift also, | daz von danken alle ding komen.
Kurz, Waldis. Esopus (
Frankf.
1557
):
Auß dem sie machten jn ein Bildtnuß; | Wie jn jr eygen dancken malt.
Jungbluth, J. v. Saaz. Ackermann
18, 20
(Hs. ˹
omd.
,
1465
˺):
Uns verwundert an dir, do du keiser Julium in einem rören schiff über das wilde mere furest on dank aller sturmwinde.
Klag, das du prachst an disem ort | Sein gpot mit dancken, werck und wort.
Andreae. Ber. Nachtmal
51, 21
([
Augsb.
]
1557
):
Dann es nicht allain ain danck ist / sonder des warhaftigen Leybs Christi gemeinschafft vnd gegenwertigkait.
Goedeke u. a., Liederb. ;
Kurz, a. a. O. ;
Bächtold, H. Salat ;
Jörg, Salat. Reformationschr.
391, 3
;
435, 6
;
Barack, Zim. Chron. .
2.
›Wille, Absicht, Zustimmung, Geneigtheit‹, vor allem in formelhaften Wendungen.
Bedeutungsverwandte:
.
Syntagmen:
keinen d. (dazu) haben
(vgl.
O. Brenner, Und keinen Dank dazu haben.
1917, 72-78
);
der arge / eigene d
.; ˹
für / one / sonder / über / unter / wieder (js.) d
.˺ jeweils: ›gegen (js.) Willen, ohne (js.) Zustimmung; ohne Absicht, versehentlich, zufällig‹;
zu d
. ›in annehmbarer Weise‹;
jm. etw. zu d. sein
›jm. etw. angenehm, willkommen sein‹,
jm. etw. zu d. tun
›etw. zu js. Zufriedenheit, jm. zum Gefallen tun‹,
unter js. d. bringen / zwingen
.

Belegblock:

Aber gott lacht seyn und lest yhn nit ynn seyne hand kommen. Solch spruche muß Herodes hie on seynen danck war machen.
Karnein, Salm. u. Morolf
3, 2
(
srhfrk.
, Hs.
um 1470
):
Ir vatter hieß Crispian. | Salmon im sie sunder sinen danck nam.
Froning, Alsf. Passionssp.
3924
(
ohess.
,
1501ff.
):
hebet euch snelle und zu dangk | und nemet die baner in euwer handt!
Neumann, Rothe. Keuschh.
1314
(
thür.
,
1. H. 15. Jh.
):
wanne gote ist zu dancke vil bass | das man ym von willen oppherte etzwas | das man ym nicht ist schuldig.
Anderson u. a., Flugschrr.
13, 11, 8
(
Leipzig
1522
):
Dw arme Saw / wild vber vnsern danck / yn vnser christlichenn kyrchen whulen.
Mönch v. Heilsbronn. Fronl.
37b, 24
(
nobd.
,
E. 14. Jh.
):
Dise rede ist vber meine͂ tanc zelanc worden.
v. Groote, Muskatblut (
nobd.
,
1. H. 15. Jh.
):
Dar vmb han ich betrachtet mich | vnd wil gesang vur argen dang | den dommen leyen singen.
Bihlmeyer, Seuse (
alem.
,
14. Jh.
):
der lip seig nider gen der erde wider sinen dank als ein mensch, dem von unmaht wil gebresten.
Koppitz, Trojanerkr. (Hs. ˹
noschweiz.
,
15. Jh.
˺):
Der ochse hette sin wol enborn, | Won daz in under sinen dank | Sin maister erren betwank.
Gierach, Märterb.
6902
(Hs. ˹
moobd.
,
A. 15. Jh.
˺):
Gottes chreft ist so vil, | er pringet in wol da her in | für war under denn dankch dein.
Winter, Nöst. Weist. (
moobd.
,
1561
/
77
):
Welches nachpaurn viech ân dank auf die wait kumbt vor sant Georgen tag, das ist pfantmasig und nichts mer.
Froning, Alsf. Passionssp.
3875
;
3961
;
3967
;
Mönch v. Heilsbronn. a. a. O.
34b, 10
;
Kurz, Waldis. Esopus ;
Päpke, Marienl. Wernher ; ;
Lindqvist, K. v. Helmsd.
2156
;
Dirr, Münchner Stadtr. ;
Auer, Stadtr. München ;
Dietz, Wb. Luther ;
Wiessner, Wortsch. Wittenw. Ring.
1970, 28
;
Türk, Wortsch. Dietr. v. Gotha.
1926, 18
;
Vgl. ferner s. v.  1.
3.
›Dankbarkeit; Dank, Dankbezeugung, Belohnung‹.
Syntagmen:
jm. d. abstatten / bieten / erweisen / erzeigen / geben / künden / sagen / schuldig sein / singen / sprechen / tun / wissen
›dankbar sein‹,
d. haben / verdienen / verlieren
,
an jm. d. begehen
›jm. danken‹;
noch dankes noch lones begeren
;
zu d. geben / haben / zalen
;
demütiglicher / doppelter / freundlicher / großer d
.;
gnade und d., lob und d
.
Wortbildungen:
˹
dankampt
,
dankchor
˺ ›Chor der Leviten beim Gottesdienst‹,
dankbezeigung
,
dankbrief
,
dankfest
,
dankgelübde
(a. 1530),
dankpflicht
,
dankpredigt
(a. 1534),
dankpsalm
,
dankrede
,
dankung
›Danksagung‹,
dankweise
(a. 1537),
dankzeichen
.

Belegblock:

Peil, Rollenhagen. Froschm.
567, 1924
(
Magdeb.
1608
):
Kein tapffer that ist ohn gefahr / | Danck hab / der es nur wagen dar.
Hübner, Buch Daniel (
omd.
, Hs.
14.
/
A. 15. Jh.
):
Mensche, sust saltu kunden | Gote lob, dem priestre danc.
Göz. Leichabd. (
Jena
1664
):
Jnzwischen ist hohes Ruhms / und aller moͤglichsten Dankbezeigung wuͤrdig / daß ihre Herrlichkeiten [...] sich [...] mitleidig gegen die Hochbetruͤbtesten Eltern [...] erweisen.
Dank-Rede / Bei Des Hn. Horstens.
Roloff, Naogeorg/Tyrolff. Pamm.
249, 2346
(
Zwickau
um 1540
):
Hab ich verlorn / den danck / der wolthat lohn.
v. Ingen, Zesen. Ged.
395, 10
(
Breslau
1641
):
Und weil ich Ihm noch nicht erwiesen | Vor solche Gutthat Ehr und Danck.
Gille u. a., M. Beheim
62, 42
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
Des wil ich lank | gross lob und dank | sprechen und singen.
v. Birken. Erzh. Österreich (
Nürnb.
1668
):
Der Churfuͤrst von Maintz [...] erinnerte sich seiner Dankpflicht gegen diesem Graven.
Memminger Chron. (
Ulm
1660
):
Ich solte mich zwar mit einer ansehnlichen Gegengab / oder wenigst mit einem zierlichen Danckbriefflein einstellen / es mangelt mir aber an beeden.
Koller, Ref. Siegmunds (Hs. ˹
Basel
,
um 1440
˺):
zuht, er, lob und danck sol man ynnen [die priester] menglich bieten und tuͦn durch des oͤbersten herren willen.
Spechtler, Mönch v. Salzb.
24, 8
(
oobd.
,
3. Dr. 14. Jh.
):
dankch sei dir, milter got.
Buijssen, Dur. Rat.
26, 8
(
moobd.
,
1384
):
mag man die mess getailn in vıͤr tail, [...] in flegung, petten, foderung und lob oder dankchung got.
Weber, Füetrer. Poyt.
92, 5
(
moobd.
,
1478
/
84
):
Er sagt den fürsten dannck mit grossen trewen.
A. à S. Clara. Deo Gratias (
Wien
1680
):
dessenthalben ein allgemeines Dank-Fest mit gesamtem Eyfer begehen.
Mieder, Lehmann. Flor. ;
ders., WA Bibel ; ;
Holland, H. J. v. Braunschw. V. e. Weibe
269, 2
;
Peil, a. a. O.
51, 246
;
572, 2084
;
Haase u. a., Malagis
1781
;
11073
;
Küther, UB Frauensee
244, 12
;
286, 24
;
Quint, Eckharts Trakt. ;
ders., Eckharts Pred. ;
Weise. Jugend-Lust ;
Bauer, Geiler. Pred.
112, 18
;
Päpke, Marienl. Wernher ; ; ;
Jörg, Salat. Reformationschr.
435, 15
;
712, 3
;
Dreckmann, H. Mair. Troja
17, 2
;
25, 13
;
Dietz, Wb. Luther f.
Vgl. ferner s. v.  5,  1,  1, ,  19,  1,  14.
4.
›Preis, Wettkampftrophäe‹; Spezialisierung zu 3.
Syntagmen:
den d. erstechen / erstehen,
˹
dänk ausgeben / hingeben
˺ jeweils: ›Preise verleihen‹;
der beste d
.

Belegblock:

Knape, Messerschmidt. Bris.
13, 20
(
Frankf./M.
1559
):
er wolt ehr einlegen / und den danck erstehen.
Ebd.
16, 2
:
Wie die Herren bey dem Fuͤrsten zu nacht essen / vnd demnach Brissoneten der beste danck gegeben warde.
Sachs (
1541
):
Auch gab man auß die denck allsand | Den besten rennern und den stechern.
Lienert, Frau Tugendreich
9, 105
(
oschwäb.
,
A. 16.  Jh.
):
Solchs vrtail namen auch die zwen hoͤlden gar geren auff, dann yettweder vermaint, den danck zuͦ gewinnen.