daheim,
daheimen,
selten
daheimet,
Lokaladv.;
daheim
erscheint im gesamten Zeitraum,
daheimen
nur im 15. und 16. Jh.
1.
›zu Hause; in der eigenen Wohnung, im eigenen Haus, auf dem eigenen Grundstück‹.
Bedeutungsverwandte:
 3.
Gegensätze:
(s. v.  1).
Syntagmen:
d. bleiben
(häufig)
/ essen / sein
(häufig)
/ trinken, jn. d. haben, etw. d. lassen
.

Belegblock:

Jostes, Eckhart
36, 24
(
14. Jh.
):
Swaz auz gegangen ist, daz ist daheim nicht.
Goedeke, P. Gengenb. (o. O.
1516
):
Du armer gouch wie bist so blind, | Hast du do heimen wyb vnd kind, | Vnd wilt erst yff die guochmat gon.
Mieder, Lehmann. Flor. (
Lübeck
1639
):
Daheim ist mancher ein Mann / daheim ist einer ein Herr vnd Koͤnig / draussen ein Diener.
Wer bleibt im Haus daheim / bricht nicht die Schuh vnd stoͤsset kein Bein.
Luther, WA (
um 1535
):
Weis nicht wo er daheym ist
(›weiß nicht, wo er hingehört‹).
Schade, Sat. u. Pasqu. (
md.
1521
):
sie [die pfaffen] wöllent aber iezunt niergen hin zuͦ predigen, sunder bleiben sie da heimet, pflegen guͦter ruͦ.
Wyss, Limb. Chron. (
mfrk.
, zu
1354
):
jungfrauwe Else [...] was ein betjungfrauwe zu Kaufungen unde was bi der lantgrebinne zu Hessen daheime.
Froning, Alsf. Passionssp.
1432
(
ohess.
,
1501ff.
):
gebet mer, lieben lude gemeynn, | die eyer und losset das nest doheym!
Mylius (
Görlitz
1577
):
Der nicht daheim bleibt.
Reichmann, Dietrich. Schrr.
87, 8
(
Nürnb.
1548
):
dem gehet jrer Tochter vnrath dermassen zu hertzen / das sie nicht kan daheym bleyben / sie laufft auß dem hause.
Banz, Christus u. d. minn. Seele
896
(
alem.
,
1. H. 15. Jh.
):
Gangist nit zü der kilchen, so belib dahaim | Und sitz zü dem ofen uf den stain.
Rieder, St. Georg. Pred. (Hs. ˹
önalem.
,
1387
˺):
da von beschiht ús als den spil lúten, die allweg in froͤmder herberg sint und selten da haim.
Bolte, Pauli. Schimpf u. Ernst (
Straßb.
1522
):
Diser Jung sagt es seinem Vatter daheiman.
Sappler, H. Kaufringer
8, 146
(
schwäb.
, Hs.
1464
):
ich haun dahaim in meinr gewalt | ain erber weib frumm und gut.
Chron. Augsb. (
schwäb.
, zu
1549
):
daß ein jeder in seinem haus dahaimen bleiben solle.
Andreae. Ber. Nachtmal
370, 15
([
Augsb.
]
1557
):
Dan̄ wer in dem Nachtmal nicht mehr suchet dann Brot vnd Wein / der esse vnd trinke [...] dahaymen.
Siegel u. a., Salzb. Taid. (
smoobd.
,
1694
):
an den feiertagen dahaimet bei ihren heüsern.
Piirainen, Stadtr. Sillein
72a, 13
(
sslow. inseldt.
,
1378
):
Nu hoͤrt ist der schultez do heym nicht vnd geschicht ein vngerecht so suͤllen dy schepfen chisen einen richter.
Strauch, Par. anime int.
51, 35
;
Gille u. a., M. Beheim
124, 398
;
Vetter, Pred. Taulers ;
Roloff, Brant. Tsp.
1478
;
Wickram
4, 17, 29
;
Sappler, a. a. O.
3, 312
;
Dietz, Wb. Luther ;
2.
›in der Heimat; in der Gegend, aus der man stammt oder in der man lebt‹.
Syntagmen:
d. bleiben / sein
.

Belegblock:

Koller, Ref. Siegmunds (Hs.
um 1474
):
so sol man [...] allen fürkeuffernn, dye da faren auß einem lande in das anderr und korn oder fleisch kauffen [...], verordnen, das sye daheymen bleyben und nirgent hinfaren.
Baumann, Bauernkr. Rotenb. (
nobd.
,
n. 1525
):
Am montag nach Trinitatis sind [...] churfursten und fursten mit irem kriegsvolk wider uffprochen [...] und furter ain jeder, dahin er gehörte oder daheim was, gezogen.
Kehrein, Kath. Gesangb. (
Nürnb.
1631
):
Ach bleibt daheimb jhr Roͤmer hie.
v. Birken. Erzh. Österreich (
Nürnb.
1668
):
Mit dem Reichstag [...] ist es nichts worden [...] weil der Pfaltzgrav und andere [...] daheim zuschaffen bekommen.
Wickram
4, 10, 16
(
Straßb.
1556
):
etwan bleiben wir gar daheymen / wissend mehr und haben mehr erfaren / dann alte und gewanderte gesellen.
Klein, Oswald
111, 21
(
oobd.
,
1436
):
Sein herrlich krafft | herscht aller macht volkomenlich allmächtig | dahaim in seines vatter reich.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron. (
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
Do warn dye pundtlewdt in ainer pesammung [...] und wolten da der Turckhen warttn und mit in vechten, des sy doch nicht wol kunden und warn pas dahaym beliben.
Turmair (
moobd.
,
1529
):
Dan vil pesser ist den feind dahaim in seinem land zu suechen, dan das man ward, piß uns der feind dahaimet suech.
Wyss, Limb. Chron. ;
Thiele, Chron. Stolle ;
Gille u. a., M. Beheim
99, 1051
;
Sappler, H. Kaufringer
4, 3
;
Klein, a. a. O.
115, 96
.
3.
›gegenwärtig, anwesend‹; in den Belegen v.a. auf Christus bezogen.

Belegblock:

Luther, WA (
1531
):
aber wen es kompt zur Anfechtung, das sie schaden sollen leiden am leibe, ehre oder gutt [...], do ist Christus nicht doheim.
Vgl. ferner s. v. (Präp.) 3.