chrisam,
chrisma,
chresem,
der
,
das
;
-s/–
;
aus
griech.
chrisma
›Salbe‹
(Duden, Das gr. Fremdwb.
1994, 265
);
großer Formenreichtum.
1.
›am Gründonnerstag geweihtes Salböl für Zeremonien in der katholischen Kirche‹.
Phraseme:
an jm. ist chrisam und taufe verloren
›an jm. ist Hopfen und Malz verloren‹.
Bedeutungsverwandte:
 2,  6, , , .
Syntagmen:
jm. den ch. anstreichen / bringen / schenken, den ch. bestellen / bezalen / consecrieren / machen / weihen; jn. / etw. mit ch. bestreichen / salben, mit dem ch. zu jm. gehen; ch. des trostes, der tauf; ch. zur krönung / salbung; heiliger / garstiger / stinkender / trostheilbärender / werter ch.
.
Wortbildungen:
chresemfas
,
chresemkamer
,
chresemsbischof
›Weihbischof‹,
chrisamgeld
›Patengeschenk‹ (a. 1629).

Belegblock:

Fischer, Brun v. Schoneb.
2060
(
md.
, Hs.
um 1400
):
von oli und von palma | machet man uns den krisma.
Röhrich u. a., Cod. Dipl. Warm.
4, 343, 25
(
omd.
,
1430
):
die [...] bisschofe sollen dem pabste wedir schreiben die sache des vorsumenisses, worumbe der herre erczbisschofe den kreszem nicht hat consecriret.
v. Liliencron, Dür. Chron. Rothe
733, 5
(
thür.
,
1421
):
eyn weye bischouf [...] firmelte die kynder unde seynete den kresim.
Luther, WA
32, 350, 40
(
1532
):
das man des musse gewis sein [...] das uns Christus dazu geweihet und den Chrisem angestichen hat.
Chron. Nürnb.
3, 174, 24
(
nobd.
,
1488
):
Man sol allein den tauf auß lauterm waßer nemen on den kresem oder hailigen ölung.
Chron. Strassb.
514, 21
(
els.
,
A. 15. Jh.
):
er satte uf, das men alle jor am gruͤnen dunrestage sol den crisemen segen.
Bolte, Pauli. Schimpf u. Ernst
1, 21, 8
(
Straßb.
1522
):
Also sein vil junger Luͤt, an denen Chrisam und Tauff verloren ist.
Chron. Augsb.
7, 189, 8
(
schwäb.
, zu
1550
):
wann man mit der pfaffen sacrament [...] und mit dem crisam zuͤ den papistischen krancken gieng.
Spechtler, Mönch v. Salzb.
33, 72
(
oobd.
,
3. Dr. 14. Jh.
):
das tauffen geit der sele nar, | öl, chrisem machet sünden par.
Roth, E. v. Wildenberg
24, 16
(
moobd.
,
v. 1493
):
der kresm wirt [...] gepraucht zuͦ der kronung und salbung der konig in Franckreich.
Helm, H. v. Hesler. Apok.
6522
;
Krebs, Prot. Spey. Domkap.
1, 1023, 2
;
Luther, WA
41, 155, 29
;
Pyritz, Minneburg
3589
;
Bobertag, Schwänke
275, 24
;
Rennefahrt, Statut. Saanen
164, 14
;
Chron. Augsb.
7, 54, 15
;
Nyberg, Birgittenkl.
1, 410, 17
;
Drescher, Hartlieb. Caes.
298, 28
;
Reithmeier, B. v. Chiemsee
61, 3
;
Voc. inc. teut. n
vijr
;
Diefenbach, Mlat.-hd.-böhm. Wb.
241
;
Schwäb. Wb.
4, 761
;
Rwb
2, 676
;
Dietz, Wb. Luther
1, 373
.
Vgl. ferner s. v.  6,  3,  1.
2.
›Sprengel, Diözese‹.
Md.
Wortbildungen:
chrisamtum
(seit 1415).

Belegblock:

Chron. Köln
2, 178, 13
(
rib.
,
15. Jh.
):
do wairen die prelaten eins worden in dem cresem van Coellen.
Redlich, Jül.-Berg. Kirchenp.
1, 298, 24
(
rib.
,
1536
):
willen si rontlich sagen, ob irgent der sachen damit mocht geholfen werden, dwil die cleresi in m.g.h. cresom.
Krebs, Prot. Spey. Domkap.
2, 8075, 6
(
rhfrk.
,
1529
):
das nit umbghen werden mog, sein f.g. werde in prelaten in irem crisum beschreiben mussen.
Chron. Köln
3, 912, 32
;
Redlich, a. a. O.
2, 1, 7, 15
;
Struck, Klöster
584, 37
;
Rwb
2, 676
.