2
burse,
2
bursche,
die
;
–/-n
;
zur Etymologie s.
borse
.
1.
›Gruppe, Gemeinschaft, Gesellschaft, z. B. von Handwerksgesellen, Kriegsleuten, Studenten‹; mehrfach negativ bewertet.
Bedeutungsverwandte:
vgl. .

Belegblock:

Chron. Magdeb.
2, 168, 31
(
nrddt.
, Hs.
1601
):
Do die bursse sach, das es Herr Jochim Klitzing wahr, dem sie wahren nachgelauffen, kehrten sie eilendts wieder nach dem kohre im Thumb.
Ebd.
191, 15
:
Dieselb weldige muttwillige lose bursse hat alhie zue Magdeburgk zum Thume auch in ander kirchen und Klöstern die Sprengkessel umbgeworfen.
Bobertag, Faust
252, 21
(
Frankf.
1587
):
Wie D. Faustus mit seiner Bursch in deß Bischoffen von Saltzburg Keller gefaren.
v. Keller, Ayrer. Dramen
2527, 17
(
Nürnb.
1618
):
Ich bin da vnten gewesen. | Ein wunderlich Pursch außerlesen | Die hat sich drausen zammen gerott.
Barack, Zim. Chron.
1, 493, 32
(
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
In summa, iren warn überal zwölf in einer purs.
Ebd.
2, 587, 22
:
Es trib aber der jung graf und die jung purs, die sich bei im anhieng, die abenteur so grob.
Bächtold, H. Salat
127, 23
(
Luzern
1532
):
Ich dacht: hettent ir also den curs, | So si der tüfel in üwer purs.
Jörg, Salat. Reformationschr.
754, 16
(
halem.
,
1534
/
5
):
da sij nun niemand fundend / zugends jns dorf Hitzkilch fiengend an die jungen ungewenten kriegslüt / schimpfen mit huͤner und gensen und die pursen jr morgenbrott samlen.
Bobertag, Schwänke
1555
(o. O.
1555
):
alle morgen samleten sich ein gůte burß von handtwercks gesellen vnd meistern vnd allerlei volcks bi seim gebrenten wein.
Lichtenstein, Lindener. Katzip.
268
(o. O.
1558
):
Die gantze bursche der universitet zu Fryburg wünschet allen [...] vil heils und alles gůtes.
Dasypodius
40v
;
Schöpper
107b
;
Serranus
45v
;
Maaler
83r
;
321r
;
Harsdoerffer. Trichter
2, 125, 9
;
Schmid, R. Cysat
6, 16
;
Schmid, Pilgerreisen.
1957, 407
;
Dietz, Wb. Luther
1, 364
;
Preuss. Wb. (Z)
1, 880
;
Shess. Wb.
1, 1241
;
Bad. Wb.
1, 377
;
Schwäb. Wb.
1, 1546
f.;
Schweiz. Id.
4, 1601
f.;
Öst. Wb.
3, 1455
f.;
Vorarlb. Wb.
1, 497
;
Rwb
2, 647
f.
2.
›Gemeinschaftsunterkunft mit gemeinsamer Verpflegung, z. B. für Handwerksgesellen, Kriegsleute, Studenten‹.

Belegblock:

Loesch, Kölner Zunfturk.
2, 92, 4
(
rib.
,
1494
):
beclagen sich die bruwere, dat men in den bursen as nemelich up dem Eygelsteine [...] ind in unser herren bursen hinder den Minerbroederen stetlich keute bruwe.
Buch Weinsb.
2, 143, 18
(
rib.
,
1566
):
A. 1566 den 14. jan. ist im rait besclossen, man sult ein neu bursa wie zu Antwerp in der Bolsgassn uffrichten.
Ebd.
3, 184, 2
(
rib.
,
1594
):
Eitzs raitschlagt man, wa ein bursa zu bauen, darin das folk dannest im drugen sich wist zu finden und anzusprechen.
Bolte, Pauli. Schimpf u. Ernst
2, 57, 6
(
Frankf.
1545
):
Eyn Bewrinn gieng zů Cöln vor der Juristen Burß her, wie die Lection auß war.
Kurz, Waldis. Esopus
4, 76, 18
(
Frankf.
1557
):
Hub an, an einem morgen fruh | Schloß sein bursen hinder jm zu.
Wolf, Gesetze Frankf.
382, 2
(
hess.
,
1504
):
sollen auch die wirt iren gesten nit verhengen, als ferre sie dafur gesin mochten, die wyne, die sie also hinder ine ligen hetten, umb gelt oder uff kerben oder sunst uszwendig iren bursen und geselleschafft usztzugeben.
Bolte, Pauli. Schimpf u. Ernst
1, 397, 27
(
Straßb.
1522
):
Es was in einer hohen Schůl oder in einer Burß ein Student.
Turmair
4, 433, 15
(
moobd.
,
1522
/
33
):
Zehen sein alweg under einem zelt und in einer herberg oder burs und losament gewesen mit irem rotmeister.
Goedeke u. a., Liederb.
141, 21
(
München
1571
):
Frisch auf! die bursch wil frölich sein.