brinnen,
V., unr. abl.,
zu
mhd.
brinnen
›brennen, leuchten, glänzen‹
().
– Vgl.
Dammers u. a., Flexion der st. und schw. Verben.
1988, 274
.
1.
›in Flammen stehen, brennen‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  1415.
Syntagmen:
der berg / ofen / spies, die kamer / kirche, das haus / kloster / schlos
(Subj.)
b
.

Belegblock:

Altmann, Wind. Denkw. (
wmd.
,
um 1440
):
in der selben wile do hüp es an zü prinnen in Perperian.
Palm, Veter Buoch (
schles.
, Hs.
E. 14.
/
A. 15. Jh.
):
Der bruder warf sin kint in den brinnenden oven.
Chron. Nürnb. (
nobd.
,
1439
):
und hub an zu prinen vor 3 oren in die nacht und pran ab.
Ebd. (
nobd.
,
1449
/
50
):
do zünten sie doch die weld an, daz sie zu zeiten an 5 oder 6 enten prunnen.
Ebd. (
nobd.
,
15. Jh.
):
da pran des Stangen, naglers, haus hinten am Kolben.
Baumann, Bauernkr. Rotenb. (
nobd.
,
n. 1525
):
es muß das schloß bald prynnen.
Sachs (
Nürnb.
1552
):
Es sindt etlich tausendt seel hinnen, | Die also bratten unde brinnen.
Bolte, Pauli. Schimpf u. Ernst (
Straßb.
1522
):
Und bran an Hend und an Fuͤssen und leid die Pein drei Tag und starb.
Sappler, H. Kaufringer
19, 43
(
schwäb.
, Hs.
1472
):
wär sein hauß vast prinnen säch, | im wär darauß ze fliehen gäch | das er da nicht würd schadehaft.
Brandstetter, Wigoleis
205, 29
(
Augsb.
1493
):
Er [...] sahe von verren prinen ein helles groß feüer.
Chron. Augsb. (
schwäb.
,
1523
/
7
):
da fieng es zu Biberach in der statt an zů brinnen und pran bis an andren tag.
Päpke, Marienl. Wernher (
halem.
,
v. 1382
):
Sant Peter in den hoff och kam | Zů dem fúre das da bran.
Stammler, Berner Weltger.
165
(
ohalem.
,
1465
):
So můß die welt leid gewinnen, | Wenn sy sicht die wasser brinnen | Vnd das ertrich überall.
Dirr, Münchner Stadtr. (
moobd.
,
um 1365
):
Da ez prinnet, wie man retten sol.
Turmair (
moobd.
,
1522
/
33
):
Hat ein perg, der print stäts, haissen wir Giblmont, die alten Aetna.
die stat Rom hat drei tag, drei nacht aneinander prunnen.
Bauer, Haller. Hieronymus-Br.
33, 27
(
tir.
,
1464
):
Der mensch der mag nicht verpergen das feür in seiner schossen, das seine chlaider nicht prinnen oder gen auf den prinnenden cholen, das die solen seiner fües nicht verprenntt werden.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron. (
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
Da sagt man, das die kirchen nicht prinnen hat wellen.
Schmitt, Ordo rerum
8, 10
;
Wiessner, Wortsch. Wittenw. Ring.
1970, 27
;
Baumann-Zwirner, Augsb. Volksb.
1991, 218
;
Öst. Wb.
3, 981
f.
2.
von Leidenschaften ›entflammt sein, glühen, brennen‹; ütr. zu 1.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  15.
Syntagmen:
die begierde / liebe / minne, das herzblut / herz
(Subj.)
b
.

Belegblock:

Strehlke, Nic. Jerosch. Chron. (
preuß.
,
um 1330
/
40
):
er [man] in gotis minne bran | alzuhandis in bereit.
Jostes, Eckhart
104, 9
(
14. Jh.
):
Du solt [...] in dich trinken daz prinnede hertzplůt, daz dú ewig minne uzgegossen hat.
Luther, WA (
1544
):
da er [Christus] mit seinem eigen blut besprenget war und bran im heissen fewr der hoͤhesten unaussprechlicher liebe.
Schönbach, Adt. Pred. (
osächs.
,
1. H. 14. Jh.
):
erchůle mir mine zungen, wann ich brinne und quele und lide grozze not in dirre flammen.
Asmussen, Buch d. 7 Grade
1004
(
nobd.
, Hs.
A. 15. Jh.
):
also peginnet der mensch innen wallen und prinnen.
Gille u. a., M. Beheim
59, 1
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
Mein hercz print mir | allczeit nach ir.
Sachs (
Nürnb.
1562
):
Ein züchting jüngling tugentsam, | Gen dem ich brann in liebe-flamm.
Goedeke u. a., Liederb. (
Nürnb.
16. Jh.
):
ir herz das bran recht wie ein glut, | die puls begund ir schlahen.
Eichler, Ruusbr. steen
23, 20
(
els.
,
sp. 14. Jh.
):
In dem verston bevindet der geist in ime ein ewig brinnen in minnen.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel (
Straßb.
1466
):
sy prunnen an ein ander in iren begirden.
tags vnd nachtz bran ich mit hitze.
Sappler, H. Kaufringer
19, 46
(
schwäb.
, Hs.
1472
):
so prinnt der mensch mit steter kraft | mit dem feur der unkeuschait.
Banz, Kreuztr. Minne
1386
(
alem.
,
1. H. 15. Jh.
):
Ich brinn nach dir nacht und tag, | Nieman mich erlöschen mag.
Bächtold, H. Salat (
Luzern
1532
):
Das lachen mocht ich kum verhan, | Wiewol ich ganz in sorgen bran.
Goldammer, Paracelsus
2, 255, 18
(
um 1534
):
so das herz brint, daß es wie ein prinend haus zu löschen gericht sei.
Fichtner, Füetrer. Trojanerkr.
566, 2
(
moobd.
,
1473
/
8
):
Der frawen süesses hertze | von minne few͂re pran.
Kehrein, Kath. Gesangb. ; ; .
3.
von Lichtspendern, z. B. Kerzen, Lampen, ›glühen, leuchten, brennen‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  16.
Syntagmen:
der rubin, die ampel / fackel / kerze, das licht
(Subj.)
b
.

Belegblock:

Quint, Eckharts Pred. (
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Ein lieht daz brinnet.
Chron. Nürnb. (
nobd.
,
1438
):
man het in der kirchen hinten ein schwartz grab aufgemacht, do prunen auf mer dann 400 wechsen kirtzlein.
Ebd. (
nobd.
,
1449
):
und sahen auch die fackelen bei den toren prinnen.
Bell, G. Hager
173, 3, 3
(
nobd.
,
1597
):
Die amplen Branen alsant | jn Den krügen.
Karnein, Salm. u. Morolf
2, 24
(
srhfrk.
, Hs.
um 1470
):
ir münt recht als ein robin bran.
Chron. Augsb. (
schwäb.
, zu
1378
):
da prunnen wol 5 hundert kertzen.
Fuchs, Kart. Aggsbach (
moobd.
,
1399
):
ein ewigs licht, das tag und nacht prunn in den eren der hochgelobten kuͤniginn Marie.
Mollay, H. Kottanerin
11, 11
(
moobd.
,
1439
/
40
):
oben auf der kisten lag ain plaber, samedeinerr polster, do pran ain lukchen in grosser denn spanen.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat. (
oobd.
,
1349
/
50
):
sô gibt er [stain] ainen prinnenden schein von im.