brest,
der
;
–/-e
,
breste,
der
;
-n/-n
;
zu
mhd.
brëste
›Mangel, Gebrechen, Abbruch‹
().
1.
›Bruch, Brechen, Hervorbrechen‹;
zu  1.

Belegblock:

Ziesemer, Proph. Cranc Jes.
24, 19
(
preuß.
,
M. 14. Jh.
):
mit bresten wirt di erde zubrochin, mit stosin wirt di erde zustosen.
Boos, UB Aarau (
halem.
,
1336
):
also mit dem gedinge, daz wir ane ir schaden und kosten daz selb wasser wa es bresten gewunne.
2.
›Mangel, Schaden, Fehler‹;
zu  2.
Bedeutungsverwandte:
1
 2.
Syntagmen:
b. abwaschen / anrüren / ausreuten / besehen / geschehen lassen / haben / leiden / spüren / verlieren / vertreiben
.

Belegblock:

Quint, Eckharts Pred. (
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
du es nit beschult haust mit töttlichen bresten.
Schützeichel, Mrhein. Passionssp.
30
(
mrhein.
,
um 1335
):
Reines wip vnd mutter min, | waz ruret mich der breste sin.
Chron. Nürnb. (
nobd.
,
um 1440
):
daß man noch kein vich hett außgetriben und lied großen hunger und bresten am futter.
Goedeke u. a., Liederb. (
Nürnb.
um 1523
):
dein wort ist vest, | on allen brest | und stark ob allen dingen.
Vetter, Pred. Taulers (
els.
,
E. 14. Jh.
):
dis und manigen verborgen bresten die berespet und bestroffet der heilige geist.
Chron. Strassb. (
els.
,
A. 15. Jh.
):
do sü in des herzogen lant koment, do möhtent sü von bresten wegen der spisen nüt lange do bliben.
Wickram
4, 43, 14
(
Straßb.
1556
):
damit keinerlei mangel noch bresten bey inen gespürt würde.
Haltaus, Liederb. Hätzlerin (
schwäb.
,
1471
):
Nyemant hatt die masz so recht, | Es werd prest von Im gesaitt.
Kläui, Schweiz. Urbare
2, 168, 4
(
halem.
,
1331
):
der Marschalch git 2 viertel kernen von der obren juchert in Waletal und ist brest umb 1 viertel kernen.
Päpke, Marienl. Wernher (
halem.
,
v. 1382
):
Der altar schone phlegen wol | Mit gezierde, als man och sol, | [...] Das soͤltend sú vil wol versechen | Und kainen bresten lan geschehen.
Adrian, Saelden Hort
455
(
alem.
, Hss.
E. 14.
/
15. Jh.
):
so haben wir gesellen | liden, presten, arbait.
Buck, U. v. Richent. Chron. Conz. (
alem.
,
um 1430
):
da [...] ward an holtz nie kain brest.
Bernoulli, Basler Chron. (
alem.
,
1448
):
in 100 joren groͤsser brest an vassen nie wart.
V. Anshelm. Berner Chron. (
halem.
,
n. 1529
):
Hie ist ein grosser brest an gelt, darum gůt waͤre, dass der gmein pund zů fuͤrgang kaͤme, damit den knechten gelt wurde.
Hör, Urk. St. Veit
83, 17
(
moobd.
,
1362
):
wann prest in dem land ist, so sol er in den sechczkg pfenning auch mit dem conuent leiden.
Turmair (
moobd.
,
1522
/
33
):
ein grosser sterb, teuerung oder krieg oder dergleichen presten und wedl gewesen ist.
Päpke, a. a. O. ; ; ;
Cirullies, Rechtsterm. Anh.
1981, 120
;
Schmidt, Hist. Wb. Elsaß ;
3.
›körperlicher oder geistiger Mangel, Krankheit, Gebrechen‹;
zu  2.
Syntagmen:
b. haben / heilen / sehen
.

Belegblock:

Schöpper (
Dortm.
1550
):
Kranckheit kräncke weetag weethumb Sucht schwäche schwacheit seuche bresten suͤchtigheit.
Belkin u. a., Rösslin. Kreutterb.
136, 11
(
Frankf.
1535
):
Welcher den bresten hett das eim fleysch wechst in der nasen / der nem Aes ustum cnd strewe es vff ein pflaster.
Chron. Strassb. (
els.
,
A. 15. Jh.
):
Also nu Adam und Eva in dem paradyse worent, do zougete in got manige hande krüter und boume, der obes und fruht hant aller spisen gesmag und gůt sint für allen bresten und siechtagen.
Barack, Teufels Netz (
Bodenseegeb.
,
1. H. 15. Jh.
):
Lieber man guot, | Du hast sicher bœs pluot, | Du muost ietz zuo dem milz lan, | So wirt dir all din brest hin gan.
Henisch (
Augsb.
1616
):
Wer sich der artzney nimpt an / Vnd doch kein bresten heilen kan / Der ist ein guter Gauckelsman.
Geier, Stadtr. Überl. (
nalem.
,
A. 16. Jh.
):
under dem vech kain prest oder sterbend gewesen sige.
Adrian, Saelden Hort
5499
(
alem.
, Hss.
E. 14.
/
15. Jh.
):
do Jesus den bresten sach, | er zu den ambachteren sprach.
Bernoulli, Basler Chron. (
alem.
, zu
1490
):
uff zinstag vor der fronvasten do schlůg der brest frow Angnes Zendern.
Goldammer, Paracelsus
7, 178, 7
(
1530
):
wann der sein frau verlässet von leiblicher gebrechen wegen oder dergleichen, und wolt nit, so er ein sollichen bresten hette, daß ihm beschehe von ir der ist ein ehebrecher.
Eis u. a., G. v. Lebenstein
45, 7
(
oobd.
,
15. Jh.
):
Wellicherlay presten der mensch in im hat, der trinck das wasser, so wirt er gesunt.
Schade, Sat. u. Pasqu. (
obd.
,
1521
):
wo ein offner brest ist an einem lib, als an dem haupt oder angesicht, der unverborgen wil sin, dem kan kein wundarzt zů hilf komen.
Schmid, R. Cysat
6, 15
;
Schmid, Pilgerreisen.
1957, 423
;
Gleinser, Anna v. Diesb. Arzneib.
1989, 68
;
Bad. Wb.
1, 322
;
Öst. Wb.
3, 906
f.