1
brechen,
der
;
–/-Ø
.
1.
›Mangel, Fehler, Übelstand‹;
vgl.
4
 10.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  1.

Belegblock:

Kurz, Waldis. Esopus (
Frankf.
1557
):
ein frommer Hirt | Sol seine Schaͤflin, die geirt, | An jren brechen trewlich heylen.
Opitz. Poeterey
48, 18
(
Breslau
1624
):
Die Lieb‘ hat erstlich Gott geruͤhrt | Das er der dinge grund vollfuͤhrt; | Sie ist es die den baw der welt | Vor allem brechen frey behelt.
Mon. Boica, NF. (
nobd.
,
1. H. 15. Jh.
):
Zu merken von mancherley brechen wegen des dorffs.
Baumann, Bauernkr. Rotenb. (
nobd.
,
n. 1525
):
Auch das soll gepraucht werden, in ain gemainen nutz, warzu mans notturftig ist als raisen oder ander prechen in der gemaind.
Chron. Augsb. (
schwäb.
, zu
1379
):
do ward diu stat Augspurg mit der pfaffhait uberain umb die grozzen prechen, die got uber die welt liezz gaun.
Ebd. (
schwäb.
, zu
1397
):
desselben jars ward gar ain über dürrez jar, also daz daz fich grozzen prechen gwan an fůr.
Anderson u. a., Flugschrr.
2, 12, 27
([
Augsb.
]
1523
):
eroͤffne inen jr gewissen / daz sy jre brechen vñ jamer erkennẽ.
Auer, Stadtr. München (
moobd.
,
1343
):
daz wir erynnert sein worden durch unser erber rät und amptleut solliches grozen brechern, den wir gehabt haben in unsern lande und gerichten.
Dirr, Münchner Stadtr. (
moobd.
,
1363
):
daz wir angesehen haben grozzen brechen und irrsal, der seyt unsers lieben vettern [...] säligen töd in unserm land zu Obernbayern gewesen ist.
Boot, Cassiodor. Hist. Eccl.
82, 18
(
moobd.
,
um 1385
):
so ist auch der vater albeg wesund an allen prechen, und volchomen.
UB ob der Enns
10, 356, 22
f. (
moobd.
,
1386
):
tun kunt offenlich, datz wir gnedicleich angesehen haben die geltschuld und pawuell und ander grass verderbleich prechen, die unsern hotzhaus ze Pawngartenperg anliegend sind.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron. (
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
Wann der pawm an seynen essten dorett, so ist der prechen an der wurtzen.
Schmitt, Ordo rerum
362, 1
;
Baumann-Zwirner, Augsb. Volksb.
1991, 95
;
Öst. Wb.
3, 803
.
2.
›Krankheit, Gebrechen, Seuche, z. B. Ruhr, Pest‹;
vgl.
4
 19.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  2.
Syntagmen:
den b. haben, am b. krank sein / sterben
.

Belegblock:

Kurz, Waldis. Esopus (
Frankf.
1557
):
Seht, wie bleych ist er vmb den mundt: | Das kompt jm als von kelt des Magen. | Laßt jn sein brechen erst vertragen.
Gille u. a., M. Beheim
71, 396
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
Das ander merken sam das er | all ding von got hab und sein swer | und aigen prechen merket.
Ebd.
111, 405
:
Und er hot nit gnumen an sich | pesunder prechen oder swich | der menschen, als da seine | Vieber, aussmerklichkaite, | augen geswer, griess und vergicht | noch podegraw.
Fastnachtsp. (
nobd.
,
15. Jh.
):
Wer prechen an den augen het | Und dem sein gesicht wee thet.
Chron. Augsb. (
schwäb.
,
E. 15. Jh.
):
Des jars was ain sterbet hie der mentschen an dem prechen der pestelentz.
Ebd. (
schwäb.
,
1521
):
hat ain rat auserhalb der stat für die armen kranken menschen am brechen 2 häuser laussen machen.
Ebd. (
schwäb.
,
1523
/
7
):
die leutt, die den brechen gehabt haben, die torften nicht in die kirchen gon.
Ebd. (
schwäb.
, zu
1563
):
Wir hetten auch ainen artzet [...] der ward gar heftig krank am prechen.
Mollay, H. Kottanerin
10, 9
(
moobd.
,
1439
/
40
):
nicht lang dar nach ward der edel kung krankch an dem prechen, genant die Ruer.
Leidinger, V. Arnpeck (
moobd.
,
v. 1495
):
als aber des selben jars was ain pestilentz do floch er den prechen.
Turmair (
moobd.
,
1522
/
33
):
Von deswegen haben alle prechen krankhait unglück schwachait fiber pestilenz drües und peul, hunger und durst [...] den menschen überfallen.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron. (
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
ist gestorben derselb grosmechtig kunig Karll an leiberben an dem prechen, den man nennt mala Franntzos.