1
bote,
der
;
-n/-n
.
– Bedeutung 3 und 4 gehäuft in Urkunden und Rechtstexten.
1.
›Überbringer einer Botschaft, Läufer, (reitender) Bote‹.
Bedeutungsverwandte:
 3.
Syntagmen:
einen b. ansehen / aussenden / empfangen / haben / schicken / senden / vereiden; einem b. etw. geben; durch einen b. etw. verkünden; ein erenwerter / fremder / gehender / getreuer / guter / himlischer / reisiger / reitender / sanftmütiger b
.
Wortbildungen:
botenpferd
(a. 1486).

Belegblock:

Sattler, Handelsrechn. Dt. Orden
142, 33
(
preuß.
,
1400
/
2
):
dyͤ wir boten und unsern dyneren gegebin haben, dyͤ wir czu yͤm gesandt haben.
Große, Schwabensp.
113, a, 35
(Hs. ˹
nd.
/
md.
,
um 1410
˺):
Sendet eyn man eynen boten zů eynem tage, das her selben nicht comen ne mach, vnde der selbe bote de wirt gevangen.
Chron. Köln
1, 456
(
rib.
, Hs.
1. H. 15. Jh.
):
Sus sprach der keiser Constantin: | ,Bode, troiste dat hertze myn‘.
Lamprecht, Dt. Wirtschaftsl.
311, 27
(
mosfrk.
,
1509
):
vorter sol kein kelner [...] keinen zukoemenden, als reisigen boten aeder ander dener unsers genedichten herrn, foeder aeder mael geben.
Schützeichel, Mrhein. Passionssp.
963
(
mrhein.
,
um 1335
):
Herre, ir sint ein guder bode. | Ir sollent han zů bodenbrode | hundert mark vnd ein vil gut pert.
Tiemann, E. v. Nassau-S. Kgn. Sibille
119, 12
(
rhfrk.
,
um 1435
):
Da schickt Gerhart eyn bode voran da mit enbot er dem konnige Karle wie er des keysers dochter brechte.
Laufs, Reichskammergo.
124, 25
(
Mainz
1555
):
Es soll auch der bottenmeyster mit den botten gute ordnung und gleycheyt halten.
Froning, Alsf. Passionssp.
4449
(
ohess.
,
1501ff.
):
synt er zu mer hot den glauben, | ich byn uwer bode myt allen truwen.
Thür. Chron.
21
R, 12 (
Mühlh.
1599
):
Da daß der Botte hoͤret / sprach er / dies wort muͤssen mit viel Blute der Duͤringer / Reinlender vnd Francken gebuͤsset werden.
Luther. Hl. Schrifft. Est.
8, 14
(
Wittenb.
1545
):
die reitende Boten auff den Meulern ritten aus schnell vnd eilend.
Bechstein, M. v. Beheim. Evang. L.
9, 52
(
osächs.
,
1343
):
Und her sante boten vor sîme angesichte.
Weise. Jugend-Lust
115, 15
(
Leipzig
1684
):
Belieben sie noch was zu bestellen / so haben sie einen getreuen Boten.
Henschel u. a., Heidin
439
(
nobd.
,
um 1300
):
Der pote do hin nider reit | Der grave was da gemeit | Vn̄ enphiench den poten liplich.
Wendehorst, UB Marienkap. Würzb.
47, 2
(
nobd.
,
1386
):
wy ofte oder wye dicke sie gemant werden [...] mit boten oder mit briefen.
Baumann, Bauernkr. Rotenb.
431, 4
(
nobd.
,
1525
):
ist ain pfalzgrefischer bott nider geworfen, der hat in seim spießlin dis inhaltz ain brieflin an Wurzburgh getragen.
Chron. Strassb.
43, 15
(
els.
,
1362
):
do sante er balde boten an den Rin, daz man im schiere zů helfe keme.
Rieder, Gottesfr.
66, 18
(
els.
,
1390
/
1402
):
und koment dez mit iren gůten fruͤnden uͤberein, daz suͤ einen erbern botten uz santent zů dem herren.
Schlosser, H. v. Sachsenh.
2880
(
schwäb.
,
1453
):
Der bot hett an ain kostlich klaid, | Ain kürsin nǎch dem alten sitt.
Brandstetter, Wigoleis
225, 23
(
Augsb.
1493
):
ward von stundan in alle land geschriben vnd durch boten verkündet.
Chron. Augsb.
8, 145, 11
(
schwäb.
, zu
1562
):
Am sambstag adj. 7. februarii hat Jörg Suiter, venedischer bot, gen Venedig reiten wollen.
Barack, Zim. Chron.
1, 208, 33
(
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
welches sie aim bekannten potten aufgeben, mit bevelch, sollichs one verzug gen Pfullendorf zu tragen.
Merk, Stadtr. Neuenb.
121, 20
(
nalem.
,
1616
):
Die leufer und poten sollen einen leiblichen eid zue gott und allen heiligen schweren.
Edlib. Chron.
13, 31
(
ohalem.
,
um 1500
):
da wurden botten von den von zürich uss jrem rat usszogen, die den zum küng sölttend ritten und die von zürich verantwortten.
Rennefahrt, Zivilr. Bern
237, 35
(
halem.
,
1408
):
die bürgen alle oder enteil manent mit botten oder mit briefen.
Welti, Stadtr. Bern
132, 19
(
halem.
,
1426
):
das wir vnsern amptluͥten, den wir jerlich roͤgk von vnser stat geben, es sin zimerluͥt, murer, weibel, spilluͥt, lǒffende botten [...] zwö farwen geben wellen, nemlich rot vnd swartz.
Dirr, Münchner Stadtr.
192, 16
(
moobd.
,
um 1310
/
2
):
Ez suͤlen man und frawͤn in dem haus schenchen [...] und aus dem hause den poten geben daz gesatzte und daz rehte mas, volles.
Hohmann, H. v. Langenstein. Untersch.
101, 17
(
moobd.
,
1. H. 15. Jh.
):
die chuͤndung vnd offenparung geschicht etwan mit iren gegenwurtigen vnd aigen worten, etwann mit der sentung irr poten oder prieff.
Fichtner, Füetrer. Trojanerkr.
99, 2
(
moobd.
,
1473
/
8
):
so er zue pette käme | ir pot wurd zue im chummen.
Mollay, H. Kottanerin
32, 16
(
moobd.
,
1439
/
40
):
Wo der tewfel nicht hin mag, do sendt er seinen poten dar.
Spiller, Füetrer. Bay. Chron.
53, 18
(
moobd.
,
1478
/
81
):
sy sante poten zu dem künig und pat in gelaits.
Bastian, Runtingerb.
2, 274, 4
(
oobd.
,
1393
):
ainem poten 56 dn. gein Nordling von der von Freiberkch wegen.
Rechn. Hermannst.
366, 3
(
siebenb.
,
1503
):
es ist eyn etliger pot kommen aus Bleschen lant.
Röhrich u. a., Cod. Dipl. Warm.
4, 203, 34
;
328, 15
;
370, 25
;
Wendehorst, a. a. O.
158, 36
;
236, 17
;
368, 47
;
Bell, G. Hager
274, 1, 5
;
381, 2, 14
;
Kehrein, Kath. Gesangb.
1, 198, 2
;
203, 29
;
2, 388, 5
;
Morrall, Mandev. Reiseb.
26, 16
;
66, 1
;
145, 21
;
Heydn. maister
14
R, 18;
21
;
240
;
31
V, 23;
Müller, Grafsch. Hohenb.
2, 126, 23
;
235, 28
;
Edlib. Chron.
13, 31
;
Bihlmeyer, Seuse
102, 8
;
294, 20
;
Lemmer, Brant. Narrensch.
80, 4
;
80, 31
;
80, 33
;
Dirr, a. a. O.
194, 2
;
230, 22
;
231, 18
;
Hohmann, a. a. O.
95, 71
;
95, 74
;
97, 87
;
Fichtner, a. a. O.
188, 1
;
393, 4
;
443, 3
;
Steinberger u. a., Urk. Hochst. Eichst.
428, 28
;
498, 27
;
Bastian, a. a. O.
2, 34, 18
;
119, 17
;
431, 7
;
Schmitt, Ordo rerum
107, 29
;
31
;
Bremer, Voc. opt.
1, 222
;
Voc. inc. teut. d iv; t vv;
Dasypodius
9r
;
313r
;
Serranus
41r
;
Maaler
75r
;
Hulsius B ivr;
Wiessner, Wortsch. Wittenw. Ring.
1970, 26
;
Cirullies, Rechtsterm. Anh.
1981, 119
;
Türk, Wortsch. Dietr. v. Gotha.
1926, 17
;
Weber, Oswald.
1847, 403
;
Bücher, Berufe Frankf.
1914, 32
f.;
Dietz, Wb. Luther
334
;
Preuss. Wb. (Z) 1, 742;
Brinckmeier
1, 406
;
Bad. Wb.
1, 301
;
Schwäb. Wb.
1, 1323
;
Schweiz. Id.
4, 1882
f;
Öst. Wb.
3, 672
f.;
Rwb
2, 426
f.
2.
›Bote (Gottes), Verkündiger, Apostel‹.

Belegblock:

Helm, H. v. Hesler. Apok.
10971
(
nrddt.
,
14. Jh.
):
Do dachte her sie vorleiten | Von iren gewonheiten | Mit tougen glizzeren, | Die sich den vil geweren | Gotes boten glichen | Und die lant durch strichen | In englischen geberen.
Dubizmay, kurß zu Teutze
7, 10
(
hess.
,
1463
):
Dv [Maria] bist gesegent von dem | hymelischen botten.
Froning, Alsf. Passionssp.
3624
(
ohess.
,
1501ff.
):
ich byn eyner gewest der zwelff botten: | mynen meinster und herren hon ich voraidden.
Quint, Eckharts Pred.
1, 87, 4
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
wan er ist gewesen ein bote von gote ze uns.
Strauch, Par. anime int.
16, 9
(
thür.
,
14. Jh.
):
den namen Gabriel den nam he von dem werke des he ein bode was, wan Gabriel sprichit craft.
Luther, WA
41, 130, 31
(o. J.):
Darumb sie auch Apostel heissen [...] das ist ,Gesandte‘oder auff recht alt Deutsch ,Boten‘.
Stackmann u. a., Frauenlob
1, 19, 11
(
schles.
, Hs.
14. Jh.
):
niur zwelfe sint der boten, die des cristentumes walden.
Reichmann, Dietrich. Schrr.
206, 6
(
Nürnb.
1548
):
der son des himlischen Vatters / selb muß der bot vnd knecht zu diser lehr sein.
Rieder, Gottesfr.
80, 13
(
els.
,
1379
):
ich bin ein gesanter engel und ein botte von der heilgen hohen ewigen drivaltikeit.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel
3, 5, 13
(
Straßb.
1466
):
paulus der xij pote: daz vas der auserwelung vnd der meister der heiden.
Michels, Murner. Badenf.
1, 59
(
Straßb.
1514
):
Got hat vns [...] Zwoͤlff frumer botten hin gesendt | In alle welt.
Sappler, H. Kaufringer
17, 176
(
schwäb.
, Hs.
1464
):
ain engel ist ain edler gaist | und ain bot, von got geraist | umb unser hail und glück hernider.
Lindqvist, K. v. Helmsd.
3030
(
halem.
, Hs.
um 1435
):
Der hailig gaist [...] erlucht gar foͤllenklich | All Gottes botten sunderlich.
Hohmann, H. v. Langenstein. Untersch.
95, 69
(
moobd.
,
1. H. 15. Jh.
):
die entphahent vnd nement auff die poten gots.
Bauer, Haller. Hieronymus-Br.
122, 10
(
tir.
,
1464
):
Ich pin gewesen ain vorlauffentter pot des christenleichen gelaubens vnd ain lader vnd rueffer des volkches.
Spechtler, Mönch v. Salzb.
13, 26
(
oobd.
,
3. Dr. 14. Jh.
):
zeuch hin, pot, gotes knecht, | und entsleus dise gab.
Rechn. Kronstadt
3, 83, 38
(
siebenb.
,
1541
):
Am abent thomae XII. Bottes haben mein herren verrechent dÿ Fierteil der Stat von allem einnemen.
3.
›Bevollmächtigter, Beauftragter, (offizieller) Vertreter einer Amtsperson, Institution, Partei, Zeuge‹.
Syntagmen:
b. bieten / manen; dem b. folgen; gewisse
(›beglaubigte, bevollmächtigte‹) /
geschworene / kundliche / wissenliche
(›mit einer Legitimation versehene‹)
b
.
Wortbildungen:
botenrecht
(a. 1365),
botentraktat
.

Belegblock:

Toeppen, Ständetage Preußen
2, 414, 9
(
preuß.
,
1442
):
von dem ablasgelde, das der herre von Weynsberg durch seynen dyener und boten hat laessen werben.
Lau, Qu. Neuß
109, 42
(
rib.
,
1382
):
Vort so mogen die burgermeistere ind zijssmeistern van uns [...] uns doin heischen mit unsern geschworen boden.
Aubin, Weist. Hülchrath
133, 23
(
rib.
,
v. 1593
):
es sollen auch kein andere boten, dan allein der hofbot auf den latenguteren gebot noch verbot wegen meines gnädigen herren zu tuen macht haben.
Lamprecht, Dt. Wirtschaftsl.
246, 38
(
mosfrk.
,
1380
):
gemanet oder ersucht wurden mit kuͤntlichen boden oder brieven eins erzbischofs zu Trire.
Laufs, Reichskammergo.
136, 7
(
Mainz
1555
):
so eynem botten edicta, acht und dergleychen offene brieffe zu verkünden befolhen würde.
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
175, 44
(
thür.
,
1474
):
konnen sy daz also geczugen met den botin unde met zcwen fromen mennern.
Ermisch, Freib. Stadtr.
79, 3
(
osächs.
, Hs. 
v. 1325
):
Den boten sal der richter gebiten.
Ebd.
98, 12
:
der widersache sal boten biten zu deme gezuge dri man.
Bindewald, Texte schles. Kanzl.
46, 20
(
schles.
,
1344
):
des sint Botin her Ticze von Borsnicz vnde her Hannus von der Wede.
Leman, Kulm. Recht
2, 63
(
Thorn
1584
):
in deme ouch tzwene scheppen tzu boten stunden geschreben.
Dinklage, Frk. Bauernweist.
112, 24
(
nobd.
,
15. Jh.
):
ob es sich begebe, daz man in dem ampt zu Lantzperg angreift, so sal die herschaft einen wissenlichen boten darschicken gein Weigenheym.
Williams u. a., Els. Leg. Aurea
77, 30
(
els.
,
1362
):
Do wurdent des kúniges botten zů Rome nút verhoͤrt, do von koment sú one antwurte heim.
Geier, Stadtr. Überl.
20, 19
(
nalem.
,
14. Jh.
):
haisset er im denne den amman oder der raͤt ain oder der zunftmaister ain ainen botten erloben.
Merk, Stadtr. Neuenb.
23, 5
(
nalem.
,
1331
):
daz ir den obgenanten unsern oͤheimen oder iren gewissen boten huldent und swerent und in gehorsam sint.
Edlib. Chron.
15, 27
(
ohalem.
,
um 1500
):
Darnach sind aber gemeiner eignossen botten kommen gan zürich für den gesessnen rat zürich.
Rennefahrt, Stadtr. Bern
119, 27
(
halem.
,
1343
):
suͥllent die schultheizzen und raͤte ir eit och ernuͥweren jerlich, so si gesetzent werdent und swerren, stête ze haltenne ze Berner botten gegini.
Leisi, Thurg. UB
5, 456, 11
(
halem.
,
1353
):
das er mins herren, des abbtes, und des gotzhus ze den Ainsidellen gewisser bot waͤre.
Ebd.
6, 331, 36
(
halem.
,
1364
):
Tet er aber dz niht, so haben die egnanten klosterfrawn oder ir gewisser bot gewalt, ze manen die vorgnanten búrgen.
Dirr, Münchner Stadtr.
182, 11
(
moobd.
,
um 1310
/
2
):
Nach swem di zwelf sendent, ist er daheim, er sol zehant mit dem boten choͤmen.
Ebd.
326, 12
(
moobd.
,
1340
):
Verantwurt dann der gast oder sein gewizzner pot daz gelt nicht inner iarsvrist, so sol der chlager mit dem gelt seinem frum schaffen.
Bischoff, Steir. Landr.
207
(
m/soobd.
, Hs. 
v. 1425
):
die poten sullen pider lewt sein. So sol der richter den poten nicht gelawben; si sullen zwen ayd sweren.
Nyberg, Birgittenkl.
1, 314, 26
(
oobd.
,
1558
):
Die erwirdig frau abbtissin von sant Clarn schickt hiemit ein eygen poten von der armen trostlosen leut wegen.
Lamprecht, a. a. O.
264, 36
;
520, 36
;
523, 12
;
Küther, UB Frauensee
142, 31
;
164, 31
;
171, 33
;
Ermisch, a. a. O.
79, 9
;
80, 30
;
83, 21
;
86, 16
;
89, 28
;
90, 13
;
90, 23
;
98, 17
;
107, 3
;
111, 23
;
130, 13
;
137, 15
;
176, 22
;
187, 9
;
191, 14
;
230, 1
;
288, 20
;
Bindewald, a. a. O.
23, 12
;
64, 18
;
69, 12
;
83, 13
;
94, 9
;
138, 14
;
Leisi, a. a. O.
5, 213, 32
;
233, 16
;
391, 8
;
539, 6
;
545, 16
;
564, 15
;
792, 34
;
6, 18, 5
;
281, 19
;
357, 10
;
363, 13
;
765, 4
;
821, 35
;
873, 27
;
Welti, Stadtr. Bern
80, 22
;
493, 10
;
526, 25
;
Boos, UB Aarau
258, 29
;
265, 25
;
265, 38
;
Dirr, a. a. O.
213, 10
;
244, 5
;
310, 14
;
442, 3
;
Moscouia B,
3r, 12
; C,
2v, 24
; D,
4r, 12
;
Siegel u. a., Salzb. Taid.
227, 23
;
235, 23
;
236, 41
;
Grossmann, a. a. O.
89, 39
;
199, 20
.
4.
›Gehilfe des Gerichts, Gerichtsbote, Büttel‹.
Wortbildungen:
fronebote
.

Belegblock:

Große, Schwabensp.
51, l, 5
(Hs. ˹
nd.
/
md.
,
um 1410
˺):
sendet her auer eynen boten dar, der im lobe an siner stad, dar sal her luͤte zuͤ nemen.
Ebd.
76, l, 36
:
wa sal iener sin gůt vorderen? mid des richteres boden, swa her sin gůt vindet.
Buch Weinsb.
1, 147, 14
(
rib.
,
um 1560
):
Diss wart erleubt, der bot zu Kodinkhoven neigst darbei nam sin gerechtigheit und lacht das gut in namen der kirchmeister in einen kommer.
Laufs, Reichskammergo.
143, 26
(
Mainz
1555
):
Von des cammergerichts pedellen und botten besoldung.
Ebd.
230, 5
:
eyn gleychformig copei, darauf die execution durch den geschworn botten oder notarien, der solch verkündung gethan, geschrieben.
Chron. Mainz
1, 4
(
rhfrk.
,
15. Jh.
):
Da nam Heinrich Keyßer den richter unde dye schepphin unde botin hinder der bang, als viel er bedorffte der zcu rechte.
Ermisch, Freib. Stadtr.
32, 2
(
osächs.
, Hs. 
v. 1325
):
Den boten sal der richter gebiten, daz si dahin gen unde besehn, alse recht si.
Ebd.
88, 36
:
Daz pfert sal he ufhalden mit des richters bote. Mac he des richteris boten nicht gehaben, so halde he iz selbe uf also lange.
Ermisch, Sächs. Bergr.
12, 19
(
osächs.
, Hs.
1433
):
so sal ym der richter eynen gewerken geben czu boten, der mit ym gee czu huse und czu have und is ufbite.
Behrend, Magd. Fragen
40, 18
(
omd.
,
um 1400
):
So sal denne des richters bote dem volke vorkundigen, das der richter mit den scheppen eyn ding gehegit habe.
Röhrich u. a., Cod. Dipl. Warm.
4, 627, 29
(
omd.
,
1425
):
Niclos Netcze ist geecht dorumme, das her gewalden begert hot [...] und gewurcht an dem bote eyn blut und I blav und hot en seynes messers beroubit.
Glitsch u. a., Hofger. Rottw.
76, 27
(
schwäb.
,
um 1435
):
So git der bott dem cleger oder sinem clagfürer den anlaitbrief wider und loft mit den anlait cedeln an die ende, da die gůt gelegen sind.
Brunner, Rechtsqu. Krems u. Stein
11, 37
(
moobd.
,
1305
):
Und ob der wunde vor grozzer chranchait zu dem gericht nicht chomen mach, so suln zwen erber man mit des richters poten zu im chomen an daz siechpette.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
29, 21
(
m/soobd.
,
1478
):
welcher im lantgericht [...] dem potten zu dem rechten und pantheding frævenlich ungehorsam were, der soll dem bemelten unserm lantrichter [...] zu peen verfallen sein.
Bischoff, Steir. Landr.
11
(
m/soobd.
, Hs.
16. Jh.
):
Wann ain man weisen soll da zu Grätz, so muess er des gerichts potten haben, der do weissen soll.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron.
94, 10
(
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
sprachen selbs, sy wolten all richter und botten abthwen und in yedem gericht vier pawren zu richtern seczen.
Piirainen, Igl. Bergr.
42, b, 26
(
slow. inseldt.
,
16. Jh.
):
Er heldeth in mit Recht vff, vnd komet Er aber in ain hauß, So mag Er Ime nicht angewinnen, an des Richters pothen.
Ermisch, Freib. Stadtr.
26, 11
;
62, 25
;
65, 16
;
78, 30
;
206, 8
;
208, 17
;
218, 16
;
Behrend, a. a. O.
154, 5
;
167, 32
;
Wopfner, Bauernkr. Tirol
117, 28
;
160, 25
.
5.
›Dienstbote, Knecht‹.

Belegblock:

Dirr, Münchner Stadtr.
471, 3
(
moobd.
,
um 1365
):
sol ez [saltz] dann, als er mag, verchauffen den purgern ze Muͤnichen, die nicht gen Swaben varen mit saltz oder ir poten und ir diener.
Winter, Nöst. Weist.
1, 339, 31
(
moobd.
,
1597
):
so ainer die mauth verführt, das durch ain vergessen geschicht oder ungefährlich durch ainen ainfältigen boten.
Ebd.
1, 549, 46
(
moobd.
,
1560
):
dem soll der angiesser angiessen pei dem zapfen die maß die di potten hertragen von dem zapfen.
Ebd.
2, 213, 6
(
moobd.
,
17. Jh.
):
das er sein vieh durch sein boten widerumb hienauß treiben ließ.
Ebd.
3, 8, 16
(
moobd.
,
v. 1489
):
Si meldent auch das die saw nit auf der gassen sollen geen den besunder si haben irn aignen potten bei in.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
39, 36
(
m/soobd.
,
16. Jh.
):
Mit den gensen ain vernuftigen potten, ist ain ubergeündts vich.