bord,
der
, auch
das
;
–/-e
, auch
;
zu
mnd.
bord
›Wandbrett, Rand eines Gefäßes, Betts, Schiffs‹
, das mit
nd.
Lautung (auslautendem
-d
) neben
mhd.
bort
›Rand, Schiffsrand, Bord‹
tritt und sich formal und semantisch mit diesem vermischt; etym. Herkunft im einzelnen ungeklärt (
Pfeifer, Etym. Wb. d. Dt.
1993
, 200f.).
1.
›Wandbrett, Brett, Bohle‹.

Belegblock:

Ziesemer, Gr. Ämterb.
2, 26
(
preuß.
,
1374
):
dem pfleger czu Girdawen 2 sechczig waynschos, 1000 litholcz, 50 borte.
Meisen, Wierstr. Hist. Nuys
446
(
Köln
1476
):
Dae wurden zwae breyde brucken | ouer dye Arp bereyt | Van manches wyn vassz stucken, | Myt borden ouerleyt.
Chron. Köln (
Köln
1499
):
man nam auch allen fremden luden holtz und bort die zo Wissenauwe und zo Mentz stonden.
Buch Weinsb. (
rib.
,
um 1560
):
Auch hat min fatter ein neu gebonn uff den sael gemacht van dicken Basler borden.
Hilliger, Urb. St. Pantaleon (
rib.
,
1659
):
Umb diese zeit ist der malzsoller oben dem sommerhaus aufs neu gebauet oder gebunnet mit ungefehr 100 bort.
Struck, Joh. Pfannstiel
178, 14
(
mosfrk.
,
1547
/
8
):
ist an dem born gemacht worden mit borten und beschlitz, kost zu unsem theil 9 alb.
UB Zug
2477,
Anm. 10 (
halem.
,
1488
):
Uff dem bortt des Kacheloffens statt ein marchstein mit einem crútz.
2.
›Rand, Einfassung von Gegenständen (z. B. Brunnen, Gefäßen, Schmuckstücken)‹.

Belegblock:

Gerhardt, Meister v. Prag
23, 12
(Hs. ˹
nobd.
,
1477
˺):
fullet die krug mit wasser. da fulten sie die diner pis an den port.
Dasypodius (
Straßb.
1536
):
Bort oder aussertheil eins jeden dings.
Schlosser, H. v. Sachsenh.
22
(
schwäb.
,
1453
):
Besonder by ains brunnen bort | Sach ich gelesten gen mir her | Von manger riche koste swer | Ain schön gezelt von semit blǎw.
Uhlirz, Qu. Wien (
moobd.
,
1476
):
ain klains perleins portl und zwai smale perleine preisl.
Bauer u. a. Kunstk. Rud.
1549
(
oobd.
,
1607
/
11
):
ein groß vergult getriben beckhen, darinn und uff dem bort herumb voller thierlein weiß von silber abgossen.
Schmitt, Ordo rerum
28, 56
;
Hulsius
B ivr
;
3.
›Rand, Ufer (eines Bachs, Flusses, Sees)‹.
Bedeutungsverwandte:
 12, .

Belegblock:

Kochendörffer, Tilo v. Kulm (
preuß.
,
1331
):
Wart des weges anevanc | Der czu der himel phorte | Ging von dis sees borte.
Meisen, Wierstr. Hist. Nuys
1746
(
Köln
1497
):
Ich syen all vp des Rines bort | Im bergschen land vyll stoultzer man, | Dye schyrm ind bussen voeren an.
Schöpper (
Dortm.
1550
):
Gestad vfer bort.
Bihlmeyer, Seuse (
alem.
,
14. Jh.
):
und gie der smale weg uf dem porte und schikte es der morder also, daz der brůder můste gan wassershalb und er gie waldeshalb.
Welti, Stadtr. Bern (
halem.
,
1403
):
zwuͥschent dem zun vnd dem bort des bachs durch vf.
Dierauer, Chron. Zürich (
halem.
,
1415
/
20
):
da warent Switzer uf dem berg und slůgen herren und ross, das sie di halden ab vielend in Egeresee, das die wellen úber si slůgent an das ander bort.
Graf-Fuchs, Ämter Interl./Unterseen (
halem.
,
1625
):
dann alleinig mit der růten von dem port oder land an und niemands fürer in das waßer watten und fischen sölle.
Schmid, R. Cysat
6, 69
;
Schmitt, Ordo rerum
28, 54
;
Hulsius
B ivr
;
Schmidt, Hist. Wb. Elsaß ;
Vorarlb. Wb.
1, 418
.
4.
›Rand, Bord des Schiffes‹.
Syntagmen:
etw. über b. werfen
.

Belegblock:

Helbig, Qu. Wirtsch.
2, 132, 10
(
md.
,
15. Jh.
):
isset en schip, dat id borde hefft, edder lenthudesch kän, so gyft id 8 ₰.
Williams u. a., Els. Leg. Aurea
466, 28
(
els.
,
1362
):
Do noment sine diener dise heiligen vnd fůrten sú mitten uf daz mer vnd wurfent sú úber bort in das mer.
Fichtner, Füetrer. Trojanerkr.
250, 7
(
moobd.
,
1473
/
8
):
Mang ellenhafter ritter pald | verwappent viel ins mer aus über porte.
Kluge, Seemannsspr.
127
.