blindheit,
die
;
-Ø/–
.
1.
›das Blindsein‹;
zu  1.
Syntagmen:
jn. mit b. schlagen
.

Belegblock:

Belkin u. a., Rösslin. Kreutterb.
162, 4
(
Frankf.
1535
):
Sein tugent ist widder das alt podagra / die blintheyt der augen / vnd das grien in lenden.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel
3, 98, 7
(
Straßb.
1466
):
die da waren auswendig die schlůgen sy mit blintheit.
Eschenloher. Medicus
32, 3
(
Augsb.
1678
):
in welcher Blindheit sie drey Jahr also armseelig verbliben.
Päpke, Marienl. Wernher
11515
(
halem.
,
v. 1382
):
Das blůt im uf sin ogen kam | Von geschicht und im benam | Sin blinthait alle gar.
Sudhoff, Paracelsus
6, 92, 32
(
1528
):
blindheit des gesichts und andere solche krankheiten.
Dietz, Wb. Luther
318
;
Voc. inc. teut. t iiijv;
Dasypodius
21r
;
Maaler
72r
;
2.
›Unwissenheit, Dummheit, Torheit‹;
zu  2.

Belegblock:

Ziesemer, Proph. Cranc Jes.
8, 22
(
preuß.
,
M. 14. Jh.
):
wirt do nicht sien denne quale und vinsternisse, slafheit und engste unde vorvolgende blintheit.
Schützeichel, Mrhein. Passionssp.
426
(
mrhein.
,
um 1335
):
der mir hat abe genomme[n] | mine anegeborne blintheit.
Strauch, Par. anime int.
90, 21
(
thür.
,
14. Jh.
):
also ist ez unsir blintheit scholt, nicht des gotlichin wesines, daz wir ez hi nicht mugin bekennin.
Quint, Eckharts Pred.
2, 61, 8
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Ez ist ein blintheit und ein tôrheit, die wîle dû ihtes ahtest, daz dû gelâzen hâst.
Bechstein, M. v. Beheim. Evang.
3, 5
(
osächs.
,
1343
):
her [...] ist betrůbit umme ires herzcen blintheit.
Gille u. a., M. Beheim
16, 35
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
also an dein licht ist warhait nichtz, | [...] nicht kunst, nur plinthait, nicht lichtes, nicht wege, | nur abe weg.
Anderson u. a., Flugschrr.
29, 5, 33
([
Augsb.
]
1524
):
got erleücht jre blindthait mit seinẽ goͤtlichen wort.
Rieder, St. Georg. Pred.
213, 9
(Hs. ˹
önalem.
,
1387
˺):
wir súllent reht dienen von frýer minne, alz dú kint dú Got gesundert und erwelt het von der welt blintheit.
Bauer, Imitatio Haller
69, 3
(
tir.
,
1466
):
ist das wir warleichen wellen erleuchtet werden vnd erlöset werden von aller plinthait des herczen.
3.
›Verblendung, Verstocktheit, Starrsinn‹;
zu  3.

Belegblock:

Helm, H. v. Hesler. Apok.
11833
(
nrddt.
,
14. Jh.
):
Der vorhanc [...] | Bedutet die blintheit | Die do truc und noch treit | Die blinde judesche diet.
Rosenthal. Bedencken
25, 13
(
Köln
1653
):
Gott behuͤt vns vor dieser laͤsterlichen blindheit.
Franz u. a., Qu. hess. Ref.
4, 114, 22
(
hess.
,
1536
/
7
):
in was blintheit und verzweifleter berbrei der teufel die widerteufer getriben hat.
Anderson u. a., Flugschrr.
1, 6, 27
(
Leipzig
1520
):
Szo nemẽ sye villeicht / aus dem spruch des weysszen mans yrsach in irer plintheit tzu verharren.
Vetter, Pred. Taulers
148, 22
(
els.
,
1359
):
Das ist iemer wol ein jemerliche blintheit das der mensche wil das iemer von eim anderen haben das er nach sinem willen und sime wolgevallende si.
Williams u. a., Els. Leg. Aurea
737, 23
(
els.
,
1362
):
Oder ist eine die aller blintheit mangelt durch das lieht irre wisheit.
Schmidt, Rud. v. Biberach
93, 18
(
whalem.
,
1345
/
60
):
Hie sol sich der mensche huͤden, daz er von gab old von dienst old von vorchte old dúr minne in die blinheit nút werde bracht.
Steer, Schol. Gnadenl.
1, 715
(
noschweiz.
,
15. Jh.
):
Ach blinthait vnd betrogenhait, wie hǎst du so menig hercz begriffen.
Vetter, a. a. O.
198, 15
;
406, 4
;
433, 28
;
Eichler, Ruusbr. obd. Brul.
2, 1902
;
2127
.