bleich,
Adj.;
zu
mhd.
bleich
›bleich, blaß, weißlich‹
, dies
idg.
Ursprungs mit der Bedeutung
›glänzend, weiß‹
(
Pfeifer, Etym. Wb. d. Dt.
1993, 148
).
1.
›von matter Farbe, blaß, fahl‹.
Syntagmen:
bleicher mensch / mondschein / mund / tod, bleiche farbe / wange, bleiches antliz; vor scham / schrecken / sorgen b. werden
.

Belegblock:

Helm, H. v. Hesler. Apok. (
nrddt.
,
14. Jh.
):
Bleich ist her [Berillus] und ist gruene, | Doch clarer dan die cristalle.
Belkin u. a., Rösslin. Kreutterb.
74, 2
(
Frankf.
1535
):
Armenus ist bleych weißfar / ein wenig blafarb / hat doch nit lasurfarbe.
Quint, Eckharts Pred. (
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Ze glîcher wîs, als dâ ein mensche rôt wirt von schame und bleich.
Jungbluth, J. v. Saaz. Ackermann
20, 26
(˹Hs.
omd.
,
1465
˺):
alle rote wengelein müßen bleich werden.
Fischer, Brun v. Schoneb. (
md.
, Hs.
um 1400
):
min varbe ist blech, | ich bin von minne sech.
Hübner, Buch Daniel (
omd.
, Hs.
14.
/
A. 15. Jh.
):
Zu hant wurdes du gevar | Vor zorne bleich odir rot.
Pyritz, Minneburg
1841
(
nobd.
, Hs.
um 1400
):
Vor freuden ich erschrickte, | Daz ich mich verbt rot und bleich.
Vetter, Pred. Taulers (
els.
,
1359
):
do stet ein anders bi in einem bleichen kleide mit uf gehaben henden.
Gilman, Agricola. Sprichw.
1, 434, 16
(
Hagenau
1534
):
Er wirt so bleych wie eyn asche.
Schlosser, H. v. Sachsenh.
3279
(
schwäb.
,
1453
):
Für das gestirn trang her ain wolck, | Darummb wart blaich das firmament.
Schmidt, Rud. v. Biberach
114, 9
(
whalem.
,
1345
/
60
):
Dis sint gewisse zeichen einer verwundoter sel: Weinen vnd súfzen, ein bleich vnd senent antlit.
Koppitz, Trojanerkr. (Hs. ˹
noschweiz.
,
15. Jh.
˺):
Den held sin riterschaft da sach | Werloss und blaich.
Lemmer, Brant. Narrensch.
26, 18
(
Basel
1494
):
Vil [...] schon werden alt | Sint sie doch bleich / siech / vngestalt.
Rieder, St. Georg. Pred. (Hs. ˹
önalem.
,
1387
˺):
dis gold ist geliche dem golde von Arabia, daz da luter und schoͤn ist und blaich.
Roth, E. v. Wildenberg (
moobd.
,
v. 1493
):
den keiser Otto nennt Otto de Freising den pleichen todt der heiden.
A. à S. Clara. Glori (
Wien
1680
):
wie daß [...] der bleiche Monschein das Fersen-Geld geben muß.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat. (
oobd.
,
1349
/
50
):
Man siht oft ainen plaichen kraiz umb die sunnen oder umb den mônen und haizent in die laien der sunnen oder des mônen hof.
Eis u. a., G. v. Lebenstein
40, 7
(
oobd.
,
1. V. 15. Jh.
):
Wer ein plaich farb hab vnter den augen, der nem rosen öl vnd streich es auf die wang.
Schmitt, Ordo rerum
464, 18
f.;
630, 18
;
701, 23
;
Voc. inc. teut. c
viijr
; t
iiijr
;
Hulsius
B iijr
;
Henisch f.; f.;
Dietz, Wb. Luther ;
Preuss. Wb. (Z)
1, 648
;
Bad. Wb.
1, 259
;
2.
›hell, weiß‹.
Gegensätze:
.

Belegblock:

Quint, Eckharts Pred. (
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Ich spræche als unrechte, als ich got hieze ein wesen, als ob ich die sunnen hieze bleich oder swarz.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel (
Straßb.
1466
):
ich hort die stymm des vierden tieres sagent. Kum vnd sich. Vnd secht ein bleychs roß.